[NOWKR] Proteste gegen Burschenschafter Kommers im November geplant

Die Doppelmoral der Rot-Grünen Stadtregierung: Der Kommers findet im Rathauskeller statt.

Wien (OTS) - Am 29. November soll im Wiener Rathauskeller ab 20 Uhr der Kommers des Wiener Korporationsrings (WKR) stattfinden. Die 20 Korporationen des WKR, die sich politisch in einem Spektrum zwischen national-freiheitlich, deutschnational bis offen rechtsextrem und neonazistisch bewegen, veranstalten auch jedes Jahr den Akademikerball, gegen den auch 2015 massive Proteste angekündigt sind. Die Rot-Grüne Stadtregierung fällt hier durch ihre Doppelmoral auf: Während der Wiener Gemeinderat noch dieses Jahr eine Resolution verabschiedet hat, in der sich gegen das Vernetzungstreffen von Rechtsextremen in der Wiener Hofburg ausgesprochen wurde, scheint dieselbe Stadtregierung ungewillt zu sein, in ihren eigenen Räumlichkeiten diesen Beschluss zu fassen und durchzusetzen.

"Der Gemeinderat kann sich auch nicht darauf hinausreden, dass er keinen Einfluss nehmen könne, nur weil der Rathauskeller einer eigenen Betriebsgesellschaft untersteht. Gerade die Grünen haben mit ihrer "walk of shame"-Kampagne zum Akademikerball auf diesen Umstand hingewiesen, in dem sie Unternehmen der Hofburg Gesellschaft in die Pflicht nahmen. Wo bleibt dieses Engagement gegenüber dem Rathauskeller? Ein konsequenter Antifaschismus sieht anders aus. Das grenzt schon fast an Heuchelei", so Elisabeth Litwak, Pressesprecherin des NOWKR-Bündnisses. Litwak weiter: "Zum einen inszeniert man sich als 'aufrechte' Antifaschist_innen, denen es um die Ehrenrettung der Nation geht, zum anderen schaut man weg oder versucht sich aus der Verantwortung zu nehmen. Das ist der Antifaschismus der 'Zivilgesellschaft' in Österreich?"

Der alljährliche WKR-Kommers im Wintersemester stellt eine festliche Veranstaltung dar, auf der - wie in jeglichem burschenschaftlichen Zeremoniell - das rechte Wort zur rechten Zeit und kühles Blondes gleichermaßen im Vordergrund stehen. 2004 widmete der WKR die Veranstaltung zum "Konrad-Lorenz-Kommers" um, anlässlich dessen sich diverse Geistesgrößen auf dem Podium versammelten. Erwähnenswert sind hier Bernd Rabehl (vom linken zum rechten Antisemiten konvertierter Professor aus Berlin), Rolf Kosiek (führender deutscher Geschichtsfälscher mit engen Beziehungen zum neonazistischen Milieu), Otto-"Ich war immer schon rechts, auch in der NSDAP"-Scrinzi und Friedrich Romig (ehemaliger Berater von Bischof Kurt Krenn, der bevorzugt in Mölzers Zur Zeit seiner antisemitischen Paranoia freien Lauf lässt). Angesichts dessen sahen sich sowohl die Uni Wien als auch ein Hotel im 7. Wiener Bezirk veranlasst, der Veranstaltung keinen Raum zu bieten. Der Kommers musste in eine ruralere Umgebung (Altlengbach) umziehen.

Deutschnationale Burschenschafter stehen in Österreich und Deutschland für völkischen Nationalismus, NS-Verherrlichung und Holocaust-Leugnung. Ihre Deutschtümelei stellen sie in Wien unter anderem bei ihrem wöchentlichen Mittwochstreffen zur Schau, wenn sich farbentragende Korporierte "aus Tradition" vor dem Hauptportal der Universität zusammenfinden. Immer öfter treten ihnen dabei jedoch Antifaschist_innen entgegen, um dieses Treiben zu stören und ihm langfristig ein Ende zu setzen. Auch gegen den Akademikerball in der Hofburg gehen jedes Jahr tausende Antifaschist_innen auf die Straße.

"Antisemitischen, rassistischen Männerbünden sollte kein Millimeter öffentlicher Raum gegeben werden. Aus diesem Grund planen wir Proteste gegen den WKR-Kommers im Rathauskeller. Wir rufen zu einer Kundgebung auf und dazu dieses Stelldichein der extremen Rechten zu verhindern - im Rathauskeller, auf der Uni-Rampe, wie auch im Jänner auf der Tanzfläche der Hofburg!" so Litwak abschließend.

Kundgebung "Den WKR-Kommers unmöglich machen"
29. November 2014 am 18 Uhr
Rathausplatz, Wien

Aktuelle Infos auf der Facebookseite:
https://www.facebook.com/events/669271219855625

Rückfragen & Kontakt:

Elisabeth Litwak
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