Bis zu 22 Masthühner pro Quadratmeter: Protest gegen Pläne des Gesundheitsministeriums

VIER PFOTEN startet Online-Petition "Lasst den Hühnern ihren Platz!"

Wien (OTS) - Mit der Online-Petition "Lasst den Hühnern ihren Platz!" startet VIER PFOTEN heute einen offiziellen Protest gegen die Pläne von Gesundheitsminister Alois Stöger, den Platz für Mastgeflügel zu verringern. Demnach soll künftig mehr Geflügel pro Quadratmeter gehalten werden können; bei Masthühnern soll es eine Erhöhung von derzeit 30 kg/m2 auf 36 kg/m2, bei Puten von derzeit 40 kg/m2 auf 60 kg/m2 sein. Diese Erhöhung der so genannten Besatzdichte steht im Zusammenhang mit dem Geflügelgesundheitsprogramm: Jene Landwirte, die bei diesem Programm mitmachen, dürfen im Gegenzug Platz und damit Kosten sparen.

"Das ist ein Schritt in die vollkommen falsche Richtung", sagt Heli Dungler, Gründer und Geschäftsführer von VIER PFOTEN. "Es bedeutet in der Praxis, dass bis zu 22 Hühner statt bisher 17 auf einem Quadratmeter eingepfercht werden können." Ein solches Gesetz würde nach Ansicht von VIER PFOTEN die Position Österreichs als Tierschutz-Vorreiter innerhalb der Europäischen Union unterwandern.

Abseits von Tierschutz-Aspekten sieht Heli Dungler die österreichische Landwirtschaftspolitik damit auf einem völlig falschen Weg: Österreich würde sich mit einer Erhöhung der Besatzdichte an die Produktionsbedingungen von Ländern mit Massenproduktionen anpassen. "Anstatt auf österreichische Qualität stolz zu sein und uns entsprechende hochwertige Nischen zu schaffen, versuchen wir mit Niedrigstandard-Ländern zu konkurrieren", sagt Dungler. "Das kann nicht gutgehen, denn wir können mit den Mengen und daher mit den Preisen nicht wirklich mithalten." Die Leidtragenden wären nicht nur die Tiere, sondern in weiterer Folge auch die Konsumenten: Denn die Preisschere zu Qualitäts- und Bio-Produkten würde sich weiter öffnen, hochwertige Produkte längerfristig also noch teurer.

Dungler verweist auch auf wissenschaftliche Untersuchungen, denen zufolge eine zu hohe Besatzdichte mehr Infektionskrankheiten, eine höhere Sterberate und u.a. auch krankhafte, schmerzhafte Veränderungen an der Brust und an den Fußballen der Tiere zur Folge hat.

Schon heute werden in der österreichischen Geflügelhaltung Tiere auf engstem Raum gehalten. Probleme, die aus dieser hohen Besatzdichte resultieren, will Gesundheitsminister Stöger im Rahmen des Geflügelgesundheitsprogramms in den Griff bekommen. VIER PFOTEN kritisiert die mangelnde Transparenz dabei. Heli Dungler: "Wichtige Informationen zu diesem Programm fehlen nach wie vor. Der gesamte Prozess ist unklar und findet hinter verschlossenen Türen statt." Auch die Auswahl der vom Ministerium dabei herangezogenen Parameter sei nicht nachvollziehbar, da sie die Wirklichkeit nicht wahrheitsgetreu abbilden.

"Es drängt sich uns der Verdacht auf, dass dieses Geflügelgesundheitsprogramm lediglich Mängel im bestehenden Produktionssystem retuschieren soll", so das Fazit von Dungler. Daher möchte er die Bevölkerung explizit auffordern, VIER PFOTEN mit der Petition gegen die Pläne von Minister Stöger zu unterstützen: "Damit kann jeder einen aktiven Beitrag zum Tierschutz leisten."

Die Online-Petition gegen die Pläne zur Besatzdichte-Erhöhung von VIER PFOTEN finden Interessierte unter www.vier-pfoten.at/besatzdichte

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