Nachhaltige Bewirtschaftung schafft Artenreichtum und Naturschutz

Biodiversität - die Handschrift der familienbetriebenen Land- und Forstwirtschaft

Wien (OTS) - Mit 22 Hektar Boden wird täglich die Fläche eines durchschnittlichen Bauernhofes verbaut. Daher hat der heutige "Internationale Tag der Biodiversität", der jährlich am 22. Mai stattfindet, einen besonderen Stellenwert. Mit dem Flächenverbrauch durch Verbauung und Versiegelung gehen wertvolle Lebensräume für viele Pflanzen- und Tierarten verloren. Umso bedeutungsvoller ist es, dass durch verantwortungsvolle und nachhaltige Bewirtschaftung die vielfältige heimische Kulturlandschaft flächendeckend erhalten bleibt. Artenvielfalt in der Kulturlandschaft ist keine Selbstverständlichkeit - im Gegenteil dahinter stehen Betriebskonzepte mit freiwilligen Naturschutzleistungen der familienbetriebenen Land- und Forstwirtschaft.

Artenvielfalt durch Verstand, Wissen und Respekt

"Wir Österreicher können stolz sein auf unsere abwechslungsreiche Landschaft, die in ihrer Vielseitigkeit einzigartig ist. Die heimischen Landbewirtschafter tragen als land- und forstwirtschaftliche Familienbetriebe bereits seit Generationen die Hauptverantwortung für die Landschaft und deren Vielfalt. Unsere Landbewirtschafter bekennen sich klar zum Naturschutz, haben aber auch erkannt, dass ausschließlich "Käseglockennaturschutz" langfristig in einer Sackgasse endet. Daher fördern die Grundeigentümer mit Verstand, Herz, Respekt, Wissen und Weitblick durch ihre Bewirtschaftung die Artenvielfalt. Dieser nachhaltige Lebensstil setzt starke Impulse für generationenübergreifenden Naturschutz. Zusätzlich schaffen die Familienbetriebe kompetent wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten - sei es durch Belassen von Altholzgruppen und Einrichten von Naturwaldreservaten bzw. Kernzonen oder durch Förderung und Erhalt von speziellen Baumarten. Die Bewirtschaftung land- und forstwirtschaftlicher Flächen als Lebensgrundlage unserer Gesellschaft und der Erhalt der Vielfalt von Fauna und Flora gehören zusammen. Nur was genützt wird, hat Bestand und kann auch geschützt werden", schafft Mag. Hermine Hackl, Präsidentin der Naturschutzplattform BIOSA*), Bewusstsein dafür, dass es um Naturschutz aus erster Hand geht.

Biodiversität ist keine Selbstverständlichkeit

"Familienbetriebe nutzen ihr Wissen von den Vorfahren, ihren Bezug zur Natur und ihre Fachkompetenz, um natürliche Lebensräume zu revitalisieren und neue Lebensräume zu schaffen. Sie sorgen nach dem Prinzip "Natur nützen - Natur schützen", dass die gesamte Landschaft den Ansprüchen der biologischen Artenvielfalt gerecht bleibt. Damit leisten sie auf der gesamten Fläche einen besonders wertvollen Beitrag zum Artenschutz. Als "Manager der Natur" bedienen sie sich eines weitläufigen Spektrums, das bei standortangepasstem Saatgut und gezieltem Einsatz der Naturverjüngung beginnt und bis zum Erhalt von traditionellen Waldnutzungsformen, wie zum Beispiel die Lärchwiesen, geht. Durch nachhaltige Betriebskonzepte, die auf eine multifunktionale Bewirtschaftung abstellen, erfüllen Grundeigentümer vielfältige und oft widersprüchliche Anforderungen. Damit schaffen sie verantwortungsbewusst auf ihren Flächen den Spagat zwischen Naturschutz, der sicheren Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln sowie der Bereitstellung des Rohstoffes Holz und dem Bedürfnis der Gesellschaft nach mehr Erholung und Freizeit. Außerdem gewährleisten sie dadurch, dass uns der Wald vor Naturgefahren schützt, sauberes Wasser und reine Luft liefert", verdeutlicht DI Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich**), dass Biodiversität keine Selbstverständlichkeit ist, sondern die unverzichtbare Handschrift der familienbetriebenen Land- und Forstwirtschaft. Montecuccoli fordert schließlich von der Agrarpolitik, dass diese wertvollen Umweltleistungen auf allen Flächen gleich abgegolten werden müssen.

Nah am Leben

Die familienbetriebene Land- und Forstwirtschaft ist nah am Leben, da sie mit nachwachsenden Rohstoffen im Kreislauf der Natur wirtschaftet und damit die Lebensgrundlage "Grund und Boden" erhält. Mit den Naturschutzleistungen und der Wertschöpfung wird ein wesentlicher Einfluss auf Arbeitsplätze, Tourismus, Wirtschaft, reale Investitionen, Regionalität und noch vieles mehr ausgeübt. Jeder einzelne land- und forstwirtschaftliche Familienbetrieb ist durch seine Individualität unverzichtbarer Teil des ländlichen Raumes, des österreichischen Landschaftsbildes und somit unserer Umwelt. Die Wichtigkeit der durch Landbewirtschaftung erbrachten Leistungen für die Umwelt und die Gesellschaft wird durch das diesjährige "Internationale Jahr der familienbetriebenen Land- und Forstwirtschaft" unterstrichen.

*) BIOSA - Biosphäre Austria ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Eigentümern land- und forstwirtschaftlicher Flächen, die sich auf privater Basis bereit erklären, ausgewählte Flächen für Naturschutzprojekte zur Verfügung zu stellen. Derzeit betreut die BIOSA mehr als 3.500 Hektar Vertragsnaturschutzflächen.

**) Die Land&Forst Betriebe Österreich sind die freiwillige Vereinigung österreichischer Landbewirtschafter mit der Zielsetzung, Österreichs Wälder und Felder als betriebliche Grundlage und gesellschaftlichen Mehrwert zu erhalten und Bewusstsein für die Anliegen privater land- und forstwirtschaftlicher Betriebe und deren Tätigkeit und Verantwortung zu schaffen. Die Mitgliedsbetriebe der Land&Forst Betriebe Österreich bewirtschaften zusammen ein Drittel des österreichischen Waldes und produzieren jede fünfte Tonne österreichisches Getreides.

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Land&Forst Betriebe Österreich
Mag.(FH) Brigitte Klauser
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