Montecuccoli: Forstwirtschaft ist mehr

Erfolgreiches Wirtschaftsjahr 2013 und steigende Steuerlast 2014

Wien (OTS) - "Die heimische Forstwirtschaft verzeichnete auch 2013 ein zufriedenstellendes Wirtschaftsjahr und ein Großteil der Betriebe bilanzierte positiv. Grund dafür war die anhaltende Nachfrage nach Nadelrundholz, die für stabile Preise sorgte. Die Forstbetriebe konnten wichtige forstliche Investitionen für die Zukunft tätigen. Damit garantieren Forstbetriebe, dass auch unsere Nachkommen einen vielseitig funktionierenden Wirtschafts- und Lebensraum Wald vorfinden", präsentiert DI Felix MONTECUCCOLI, Präsident der Land&Forst Betriebe, die erfreuliche Situation der heimischen Fortwirtschaft anlässlich des Tages des Waldes, der jährlich am 21. März gefeiert wird.

Preisentwicklung differenziert - Laubholzmarkt stockend

Eine solide Nachfrage nach Nadelrundholz begründete die positive Preisentwicklung in diesem Marktsegment. Das Fichtenblochholz lag im Jahresdurchschnitt bei rund EUR 98,-- je Festmeter ab Waldstraße. Erfreulich war, dass das Nadelindustrieholz nach sinkenden Preisen 2012 in den letzten 15 Monaten eine Belebung erfuhr. Hingegen kam der Laubholzmarkt nicht richtig in Schwung. Das Buchenfaserholz wies zwar einen weiteren Trend nach oben auf, aber beim Buchenblochholz musste ein Preisrückgang in Kauf genommen werden. Zudem holte das Kieferblochholz das Buchenblochholzsortiment preislich ein. Neben den niedrigeren Preisen liegt beim Laubholz der Anteil von wertvollerem Sägerundholz bei nur rund 10 Prozent.

"Für Forstbetriebe mit einem hohen Anteil an Laubwäldern ist der stockende Laubholzmarkt sehr schwierig: Die Deckungsbeiträge aus dem Holzgeschäft reichen bei weitem nicht für eine positive Bilanz, auch wenn die Nachfrage nach Energieholz steigt. Aus waldbaulichen und standörtlichen Gründen sind allerdings diese Betriebe an das Laubholz gebunden", macht DI Felix MONTECUCCOLI auf die Verlierer in der Branche aufmerksam.

Forstbetriebe stärken durch reale Investitionen die Wertschöpfung am Land

"Konkret haben unsere Forstbetriebe 2013 über 7 Euro je geerntetem Festmeter in den Waldbau investiert. Im Vergleich dazu: 2004 waren es nur 4 Euro pro Festmeter. Damit wurden die waldbaulichen Investitionen in 10 Jahren um rund 75 Prozent gesteigert. Weiters flossen die aus dem Holzgeschäft erzielten Einnahmen in den weiteren Ausbau und in die Verbesserung der forstlichen Infrastruktur. Die Erschließung unserer Wälder mit Forststraßen stellt die Basis für eine multifunktionale Waldbewirtschaftung dar und sichert somit auch die forstgesetzlichen Waldleistungen", spricht DI Felix MONTECUCCOLI über das Investitionsvolumen in der Forstwirtschaft und ergänzt:
"Diese realen Investitionen stärken die gesamte Wertschöpfung in strukturschwachen Regionen. Die gesteigerte Holzerntemenge führt zu rund 120 Millionen Euro mehr Wertschöpfung im Inland. Damit sind die heimischen Forstbetriebe eine wichtige Säule im gesamten ländlichen Raum."

Forstbetriebe kämpfen mit den langfristigen Folgen der Kalamitäten "Grundsätzlich wurden wir 2013 von großräumigen Kalamitäten verschont. Zahlreiche Forstbetriebe leiden allerdings nach wie vor unter den langfristigen Folgen der Stürme Kyrill, Emma und Paula. Sie müssen intensiv in die Sanierung, Verjüngung, den Schutz und die Pflege ihrer Waldbestände investieren", sensibilisiert MONTECUCCOLI dahingehend, dass es nach wie vor Betriebe gibt, die sich wirtschaftlich in einer misslichen Lage befinden.

Forstbetriebe liefern zuverlässig Holz

Die Holznutzung gestaltete sich 2013 mit 18,5 Millionen Festmetern Einschlag und einem historisch niedrigen Schadholzanteil unter 20 Prozent bemerkenswert konstant. 2003 hatte man bei einem Holzeinschlag von 17 Millionen Festmetern noch knapp 50 Prozent Schadholz. Mehr denn je sind die heimischen Forstbetriebe verlässlicher Partner, erfüllen marktkonform Verträge und liefern nachgefragtes Holz. Unter Berücksichtigung des Nachhaltigkeitsprinzips tragen sie somit wesentlich zur Holzversorgung der Industrie bei.

Schnittholzmarkt 2013 und Ausblick 2014

"Bereits 2013 entwickelte sich insbesondere der Schnittholzmarkt besser als erwartet. Der stabile Schnittholzverbrauch in Österreich und Deutschland sowie die deutliche Belebung des asiatischen Marktes durch Länder wie Japan sorgten für eine solide Marktsituation, die auch 2014 eine Fortsetzung finden sollte. Die Preissituation am Schnittholzmarkt bleibt schwierig. Doch sehen wir erste Signale für steigende Preise. Bisher blieb der Hauptschnittholzabnehmer Italien das große Sorgenkind. Die Auswirkungen wurden in der Reduktion des Schnittholzexportes deutlich sichtbar: Letztes Jahr wurden 2,4 Millionen Kubikmeter nach Italien exportiert, fast um die Hälfte weniger als im Rekordjahr 2007. Hoffnungen werden nun in die neue italienische Regierung gesetzt", prognostiziert Präsident MONTECUCCOLI die Entwicklungen für 2014.

Drohende Käferkalamitäten

"Es wird befürchtet, dass die Schadholzmengen in diesem Jahr zunehmen werden. Neuschnee, Eisanhang und lokale Sturmereignisse verursachten in einzelnen südlichen Regionen enorme Waldschäden. Hingegen sind im Norden und Osten der fehlende Schnee und die Trockenheit besorgniserregend. Die größte Herausforderung besteht heuer in den vorbeugenden Maßnahmen gegen Käferkalamitäten. Die geschädigten Bestände müssen rasch aufgearbeitet werden, um einer großflächigen Borkenkäferverbreitung vorzubeugen. Der milde und trockene Winter in Teilen Österreichs begünstigt die Borkenkäferentwicklung obendrein", so DI MONTECUCCOLI besorgt und ergänzt "Helfen können jetzt nur kalte Regentage. Hier zeigt sich einmal mehr, wie wichtig flächendeckende Forstwirtschaft und verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung ist. Denn großflächig unbewirtschaftete Wälder geraten bei Käferkalamitäten vollkommen außer Kontrolle, da sich der Borkenkäfer ungebremst ausbreitet und Waldbestände irreparabel vernichtet."

Steuerlast steigt durch Hauptfeststellung

"2014 kann endlich mit der Hauptfeststellung der Einheitswerte eine Neubewertung des Ertragswertes durchgeführt werden. Der Einheitswert ist der Vergleichswert der Ertragspotenziale der Land-und Forstwirtschaft. Mit der Einheitswertbewertung ist nun der Grundstein für eine zeitgemäße und faire Abgabenleistung auf Grundbesitz und -verkehr in der Branche geschaffen", begrüßt der Präsident der Land&Forst Betriebe die objektive und faire Wertfeststellung, auch wenn die Steuerlast dabei steigen wird.

"Eigentum ist die Voraussetzung für eine eigenverantwortungsvolle nachhaltige Waldbewirtschaftung, die alle Leistungen des Lebens- und Wirtschaftsraumes Wald für die Gesellschaft zu Verfügung stellt. Daher braucht es auch weiterhin Rahmenbedingungen, die die Leistbarkeit dieses Grundrechtes gewährleisten und die Weitergabe im Sinne des Generationenvertrages unbelastet ermöglichen", postuliert Präsident MONTECUCCOLI.

Forstbetriebe produzieren nicht nach "Stop&Go-Verfahren"

"Auch 2014 werden die heimischen Forstbetriebe ein Mehr an vielfältigen Waldleistungen erbringen und Holzzuwachs nutzen. Es wird geschätzt, dass der Jahreseinschlag weiter auf insgesamt 18,7 Millionen Festmeter erhöht werden kann. Allerdings sind die Forstbetriebe keine Produktionsfirmen, die im "Stop&Go-Verfahren" den Rohstoff Holz nach kurzfristigen Marktschwankungen produzieren können. Die forstliche Ernteplanung erstreckt sich auf 1 Jahr. Sollte sich kurzfristig die Marktnachfrage verändern, hat die Forstwirtschaft eine Reaktionszeit von mindestens einem Quartal:
Bevor Holz aus dem Wald abtransportiert werden kann, muss erst die waldbauliche Planung überprüft, die Verträge mit den Marktpartnern und Dienstleistern abgeschlossen, die Fällung organisiert und wetterabhängig durchgeführt - bei technischen Einsätzen Rückung oder Seilung gebucht - und schließlich das Holz sortiert und am Forststraßenrand bereitgestellt werden", beschreibt Präsident MONTECUCCOLI die praktischen Schritte, die bei der forstlichen Holzernte zu berücksichtigen sind.

Holzströme sind ein verästeltes Gefüge in der Wertschöpfungskette Holz

"Die Holzmärkte im Inland und Ausland ist eng vernetzt. Die Materialströme sind verästelt und verursachen daher in der kaskadischen Nutzung starke Rückkoppelungseffekte in der Wertschöpfungskette Holz. Die heimische Forstwirtschaft plant 2014 eine Holzlieferung von 10,2 Millionen Festmetern Sägerundholz und 3,2 Millionen Festmetern Industrieholz für die Papier- und Plattenindustrie. Zusätzlich bekommt diese noch nahezu das Doppelte in Form von Sägenebenprodukten wie Hackgut und Späne, die beim Einschnitt in der Säge anfallen. Die heimische Forstwirtschaft liefert daher seit rund 10 Jahren konstante Mengen. Starke strukturelle Schwankungen zeigen sich bei den Sägenebenprodukten. Veränderungen auf den Importmärkten beeinflussen ebenfalls die Holzströme", verdeutlicht Präsident MONTECUCCOLI und ergänzt: "Der Rohstoffeinsatz in der Papier- und Plattenindustrie ist vielfältig und lässt sich nicht nur auf das Rundholz im heimischen Wald reduzieren."

Sägerundholz ist Brotsortiment

Die Waldbewirtschaftung fokussiert primär auf die Erziehung von Sägerundholz, da es das Brotsortiment der heimischen Forstwirtschaft ist. Im vergangenen Jahr konnte der Einschlag von Sägerundholz um 4 Prozent auf über 10 Millionen Festmeter gesteigert werden.

"2013 entfielen rund 5,2 Millionen Festmeter auf das Energieholz. Das sind rund 28 Prozent des heimischen Einschlages, der seit drei Jahren relativ konstant ist. Langfristig betrachtet steigt die Energieholzmenge aus den Wäldern. Hier spiegelt sich der wachsende Trend zur "grünen Energie" wider, der in der Forstwirtschaft neue Absatzchancen bietet. Die heimischen Forstbetriebe nutzen den Energieholzmarkt vorwiegend für die Verwertung von Holzsortimenten, die nicht als Säge- und Industrieholz verwendet werden können. Dies sind zum Beispiel Bruchholz aus Schneeschäden oder Sortimente wie Buche, Robine und Hainbuche," geht MONTECUCCOLI abschließend auf den neuen Absatzmarkt ein.

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