ORF III in memoriam Gerard Mortier: Filmporträt in "Erlebnis Bühne" am Sonntag, dem 16. März

Wien (OTS) - Im memoriam Gerard Mortier ändert ORF III Kultur und Information sein Programm und widmet dem vergangenen Sonntag verstorbenen Opernintendanten und Kulturmanager am Sonntag, dem 16. März 2014, um 19.40 Uhr im Rahmen von "Erlebnis Bühne" ein Porträt. Der Film "Die Kunst, ein Kunstmanager zu sein - Gerard Mortier über seine Arbeit für die Oper" von Manuela Strihavka begleitet Mortier im Festspieljahr 1996 und führt eindrücklich vor Augen, mit welcher Leidenschaft er viele Jahre die Salzburger Festspiele geleitet hat, von denen er kurz vor seinem Tod in einem Interview meinte, sie seien die größte Bereicherung seines Lebens gewesen. Die "Ära Mortier" in der Mozartstadt dauerte von 1991 bis 2001. Ein Vorspann zum Film lässt das Leben und Schaffen Gerard Mortiers Revue passieren.

In der rund 30-minütigen Produktion führt der gebürtige Belgier Mortier persönlich durch "sein Festspielhaus", von der Werkstätte bis in die Felsenreitschule. Interviewpassagen, in denen der Intendant seine Herangehensweise an Werke und Künstler erklärt, lassen den Mortier-Kosmos in seiner gesellschaftlichen Relevanz erkennen. Opern-und Schauspielausschnitte sowie Interviews von Wegbegleitern, Besuchern und Kritikern bilden eine kommentierende Erzählebene, denn bei der Gestaltung wurde im Sinne der Unmittelbarkeit bewusst auf den Einsatz eines Off-Kommentars verzichtet. Im Rahmen von Interviews kommen u. a. Helga Rabl-Stadler, Georg Solti, Rolf Liebermann, Lorin Maazel, Peter Stein und der erst kürzlich verstorbene Karl Löbl zu Wort.

Im Jahr 1996 war Gerard Mortier gerade dabei, die Salzburger Festspiele aus der Karajan-Ära in eine Zeit der Erneuerung zu führen, die erst in der Rückschau ihre überragende Bedeutung für die Kunst und die Oper enthüllte. Bis zum Ende seiner Intendanz 2001 sollten es 25 Opern des 20. Jahrhunderts werden, die das "Enfant terrible" der internationalen Kulturszene nach Salzburg brachte. Er verpflichtete Peter Stein als Schauspieldirektor und holte namhafte Regisseure wie Peter Sellars zu den Festspielen. Auch das Schauspiel- und Konzertprogramm wurde aufgewertet - etwa mit den Shakespeare-Dramen-Inszenierungen in der Felsenreitschule oder Programmen zur Neuen Musik mit der Entdeckung neuer Spielstätten. Denn Mortier war nicht nur Macher, sondern auch Gestalter und Ermöglicher im besten Sinne. Er wurde nicht müde, in seinen zahlreichen Vorträgen die Kunst und deren gesellschaftliche Bedeutung im Netz von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu betonen und zu veranschaulichen. Mortier machte Oper buchstäblich für jeden zugänglich, so öffnete er auch die Salzburger Türen für ein aufgewecktes, junges Publikum und verschreckte damit nicht nur anfangs konservative Kreise aus Politik und Gesellschaft. Umstritten und streitbar unterwegs im gesellschaftlichen Auftrag der Kunst, nicht in Geschmacksfragen, das war seine Devise: Denn gemocht zu werden, sei nicht seine Aufgabe, "seine Aufgabe sei es, Kunst zu vermitteln, das Publikum zu erreichen", betonte Mortier immer.

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