Wechselberger zu ELGA: Politik muss einlenken

Freiwillige Teilnahme - technische Probleme beseitigen

Wien (OTS) - Angesichts der anhaltenden aktuellen Auseinandersetzung um den elektronischen Gesundheitsakt (ELGA) empfiehlt der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Artur Wechselberger, der Gesundheitspolitik eine "pragmatische Wende". Ziel sollte neben dringend erforderlichen technischen Verbesserungen für die ärztlichen Anwender vor allem die freiwillige Teilnahme der Patientinnen und Patienten durch eine dezidierte Zustimmung (Opt-In) anstelle einer "hinkenden Widerspruchsregelung" (Opt-Out) sein, sagte der Ärztepräsident Dienstag in einer Aussendung.

"Kein IT-System kann absolut sicher und unangreifbar sein. Daher müssen die Bürger wahrheitsgemäß über die Risiken aufgeklärt werden, um dann selbst zu entscheiden, ob sie bei ELGA ihre Daten aus der Hand geben wollen oder nicht", sagte der Ärztepräsident. Eine politische Entscheidung zur freiwilligen Teilnahme sei "ein selbstverständlicher Akt zur Förderung von Bürgerrechten und Patientenautonomie".

Wechselberger reklamierte einmal mehr Maßnahmen zur Hebung der Anwenderfreundlichkeit für Ärztinnen und Ärzte. "Wir brauchen eine punktgenaue Suchfunktion, die es uns ermöglicht, in einer konkreten Behandlungssituation rasch zur benötigten Information zu kommen", erläuterte Wechselberger. Anderenfalls müsste sich der Arzt zu diesem Zwecke vor dem Patienten mühsam durch eine Lawine von Dokumenten arbeiten. Daher sei das System in der jetzigen Form für Ärztinnen und Ärzte "unbrauchbar, weil es ohne Suchfunktion sehr zeitaufwendig ist". Das sei auch für Patientinnen und Patienten unzumutbar. (ms)

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33 - 14

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NAE0001