Baum des Jahres im Frühlingsrausch(en)

Saft-Rauschen unter der Rinde der Bundesforste-Rotbuche "Primavera" bereits in vollem Gange - Frühlingserwachen im Wienerwald - Rotbuche Baum des Jahres 2014

Wien/Purkersdorf (OTS) - Wenn das große Rauschen beginnt, kann der Frühling kommen: Noch lange bevor die Buche als eine der ersten grün auszuschlagen beginnt, vollzieht sich im Inneren der Bäume ein ganz besonderes Naturschauspiel: das Frühlingsrauschen. Früher als in anderen Jahren kündigt sich auf Bundesforste-Flächen im Wienerwald untrüglich der Frühling an. Seit einigen Tagen bereits ist das Fließen des frischen Baumsaftes unter der Rinde der "Primavera", einer 100-jährigen Rotbuche im Kasgraben im Westen Wiens, deutlich zu vernehmen. Mittels Stethoskop wird das Rauschen auch für Menschen gut hörbar. Aufgrund des sonnigen und hellen Standortes zählt die "Primavera" zu den ersten Bäumen, die nach dem Winter wieder Bodenwasser ansaugen. "Wir beobachten bereits seit einigen Wochen, dass die Natur in diesem Jahr aufgrund der milden Temperaturen vielerorts früher zum Leben erwacht. Das In-Saft-Gehen der Bäume ist für uns nun der eindeutige forstliche Startschuss in die wärmere Jahreszeit", so Georg Erlacher, Vorstandssprecher der Österreichischen Bundesforste (ÖBf). Die Rotbuche "Primavera" darf sich dieses Jahr nicht nur über den zeitigen Frühling freuen: Vom Lebensministerium und vom Kuratorium Wald wurden sie und ihre Artgenossen zum österreichischen "Baum des Jahres 2014" gewählt.

Buchensaft als "Energydrink" für Haselmäuse

Viele Tiere profitieren von den jetzt austreibenden Rotbuchen, die auch als Leitbaumart des Wienerwaldes gilt. So finden manche "Frühaufsteher" unter den Haselmäusen (Muscardinus avellanarius), die aufgrund der warmen Temperaturen vorzeitig aus ihrem Winterschlaf erwachen, ausreichend Nahrung vor. Die nährstoffreichen Baumsäfte und die saftigen jungen Blattknospen helfen ihnen, nach der Zeit des Fastens zu neuen Kräften zu gelangen. In Zusammenarbeit mit dem Biosphärenpark Wienerwald Management widmen die Bundesforste der Haselmaus schon seit Jahren ein Artenschutzprojekt. Durch das Belassen von Totholz im Wald und das Anbringen eigener Nistkästen werden ausreichend Rückzugs- und Fortpflanzungsmöglichkeiten für die Tiere im Biosphärenpark geschaffen.

Die Buchenkathedralen vom Wienerwald

Der Wienerwald ist das größte zusammenhängende Laubwaldgebiet Mitteleuropas und bekannt für seine kathedralenartigen Buchenhochwälder, die besonders im Frühling auffallend hellgrün leuchten. Die Österreichischen Bundesforste als größter Grundeigentümer und Naturraumbetreuer bringen etwa ein Drittel der Fläche - davon durch Vertragsnaturschutz rund 4.200 ha außer Nutzung gestellte Kernzonen - in den insgesamt 105.000 ha großen Biosphärenpark Wienerwald ein. Die Rotbuche (Fagus sylvatica) gilt als meistverbreitete Laubbaumart in Österreich. Hinter der dominierenden Fichte liegt sie damit auf Platz zwei der häufigsten Baumarten. Große Rotbuchenbestände finden sich nicht nur im Wienerwald. Die Bundesforste betreuen auch im Nationalpark Kalkalpen bedeutende Buchenwälder, die dort gänzlich unter Schutz stehen: In den mehr als 4.000 ha großen teils von Menschenhand unberührten Buchenbeständen finden sich auch seltene Baum-Exemplare, die bis zu 500 Jahre alt sind und einen Stammdurchmesser von beachtlichen zwei Metern aufweisen.

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