Umweltbundesamt: Fachdialog zur LD-Schlacke konnte einige Fragen klären

Wien (OTS) - Am 5. März fand im Umweltbundesamt der Fachdialog zum Einsatz von LD- und EOS-Schlacke im Straßenbau statt. In der mehr als 25köpfigen Runde diskutierten ExpertInnen aus dem Umweltbundesamt, Experten aus Deutschland, Professoren der Technischen Universitäten Graz und Wien sowie der Montanuniversität Leoben, technische und medizinische Sachverständige, und auch VertreterInnen des BMLFUW, der Ämter der Landesregierungen, des Straßenbaus und der österreichischen Umweltschutzorganisationen Fragen rund um das Gefährdungspotenzial. Vorgestellt wurden Aufkommen und Verwendung von LD- und EOS-Schlacke in Österreich, Herangehensweisen anderer Länder in Europa und die chemische Zusammensetzung. Auf Basis von internationalen Studien, österreichspezifischen Daten und Erfahrungswerten entwickelten die ExpertInnen aus dem Umweltbundesamt Szenarien über mögliche Auswirkungen auf Grundwasser und Luftqualität.

Der Fokus lag auf den Einträgen der gesundheitsrelevanten Stoffe Chrom (inkl. CrVI), Fluor, Vanadium und Molybdän. Diskutiert wurden das Gefährdungspotenzial einer potentiellen Freisetzung dieser Stoffe, die Risikobewertung für Mensch und Umwelt und auch Möglichkeiten, um dieses Risiko zu minimieren.

Bei dem sehr konstruktiv und sachlich gehaltenen Fachdialog konnten einige Fragen geklärt werden: Auf Basis der vorliegenden Daten zur LD-Schlacke sind nach derzeitigem Wissensstand keine Belastungen der Luftqualität durch die in der Schlacke enthaltenen Schwermetalle zu erwarten, die über den Richtwerten der Weltgesundheitsorganisation sowie Ziel- und Grenzwerten von EU-Richtlinien oder nationaler Gesetze liegen. Bei notwendigen Sanierungs- und Bauarbeiten an betroffenen Straßenabschnitten halten es die ExpertInnen für notwendig, diese jedenfalls nach dem aktuellen Stand der Technik zur Staubreduktion durchzuführen, um eventuelle Gesundheitsrisiken zu minimieren.

Hinsichtlich potenziell belastender Einträge in das Grundwasser konnte ebenfalls Klarheit geschaffen werden: durch Chrom (VI) und Fluor sind selbst bei Worst Case-Szenarien auf Basis vorliegender Daten österreichischer LD-Schlacke keine negativen Auswirkungen zu erwarten. Für Vanadium und Molybdän können negative Auswirkungen auf das Grundwasser bei einem ungebundenen Einsatz der Schlacke ohne Deckschicht nicht zur Gänze ausgeschlossen werden. Hier werden weiterführende Überlegungen angestellt.

Generell wurde festgehalten, dass Einschränkungen hinsichtlich der Verwendung von LD- und EOS-Schlacke im Straßenbau sinnvoll und notwendig sind. Dafür sind verbindliche Qualitätskriterien für den Schwermetallgehalt von Schlacke notwendig. Einig war sich die ExpertInnenrunde darüber, dass kein Einsatz der Schlacke als ungebundene Deckschicht, im Grundwasserschwankungsbereich oder als Dammschüttung erfolgen soll. Diskussionsbedarf besteht nach wie vor bezüglich der Mindestanforderungen, die bei einem Einbau von Schlacke in ungebundener Form (unterhalb einer gebundenen Deck- und Tragschicht) einzuhalten sind.

Hintergrundinformationen stehen auf www.umweltbundesamt.at zur Verfügung.

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Ingeborg Zechmann, Pressestelle Umweltbundesamt, Tel.: 01/31304-5413

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