Umweltdachverband an Naturschutz-LandesrätInnen: Umsetzung von Natura 2000 jetzt gemeinsam anpacken!

UWD begrüßt Konferenz der Naturschutz-LandesrätInnen in Innsbruck am 31. Jänner

Wien (OTS) - UWD-Vorschlag für ein Arbeitsübereinkommen EU-Bund-Land-NGOs auf der Tagesordnung
- Europäische Kommission fordert Natura 2000-Nachnominierungen von Österreich

Morgen Freitag, 31. Jänner, setzen sich erstmals seit mehr als 12 Jahren alle Naturschutz-LandesrätInnen an einen Tisch, um gemeinsam mit Umweltminister Andrä Rupprechter brennende Naturschutzthemen zu besprechen. "Es ist sehr erfreulich, dass BM Rupprechter an dieser Konferenz, die dem Naturschutz in Österreich neuen Schwung und mehr Gewicht verleihen soll, teilnehmen wird. Wir sehen das Treffen auch als ein Zeichen dafür, dass sich die Bundesländer endlich ernsthaft mit dem Thema Natura 2000 auseinander setzen und die wertvollsten Naturjuwelen unseres Landes sowie die Verpflichtungen internationaler Verträge ernst nehmen wollen. Immerhin sind noch rund 200 neue Natura 2000-Gebiete zu melden, darunter die Isel und der Piz Val Gronda in Tirol, die Sattnitz in Kärnten oder das Warscheneck in Oberösterreich. Der Handlungsbedarf ist also akut und jetzt offenbar erkannt worden", sagt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes.

Natura 2000 durch konstruktive Zusammenarbeit, Transparenz und Kommunikation stärken

Um die sachgerechte Umsetzung von Natura 2000 in den nächsten Jahren zu gewährleisten, ist eine konstruktive Zusammenarbeit der verschiedenen im Naturschutz tätigen Institutionen und Organisationen extrem wichtig. Transparenz und Kommunikation auf Augenhöhe sind dafür wichtige Grundlagen. Der Umweltdachverband hat deshalb einen Vorschlag für ein Arbeitsübereinkommen zwischen EU, Bund, Ländern und NGOs zu Natura 2000 erarbeitet, der Qualitätsstandards in der Umsetzung des europäischen Schutzgebietsnetzwerks setzt und alle Beteiligten ermutigen soll, an einem Strang zu ziehen, um den Ausweisungsprozess in Österreich mit hoher fachlicher Qualität zügig abzuschließen. Der Vorschlag für dieses Arbeitsübereinkommen basiert auf folgenden Eckpunkten:

1. Schaffung einer effizienten österreichweiten Natura 2000-Plattform 2. Festlegung konkreter Schritte für die Nachnominierung von Natura 2000-Gebieten
3. Sicherstellung einer angemessenen rechtlichen Verankerung des Natura 2000-Netzwerks
4. Festlegung von Bewirtschaftungserfordernissen in qualitativ hochwertigen Managementplänen
5. Umsetzung einer wirksamen Gebietsbetreuung
6. Sicherstellung einer angemessenen Finanzierung für Natura 2000-Gebiete
7. Verstärkung der Sensibilisierung und Einbindung von Interessenträgern
8. Natura 2000-Datentransparenz

Ziel des Arbeitsübereinkommens ist es auch, bereits bestehende institutionalisierte Strukturen zur Umsetzung und Koordinierung von Natura 2000 - Natura 2000-Plattform des Lebensministeriums, Länderarbeitsgruppe zu Natura 2000, etc. - zu nutzen, um die Kooperation zwischen den Natura 2000-SchlüsselakteurInnen zu verbessern. "Unser Vorschlag wurde bereits mit VertreterInnen der Europäischen Kommission und des Bundes vorbesprochen, die sich positiv zu dieser Initiative aussprachen", erklärt Heilingbrunner.

EU-Kommission lässt nicht locker - Iselregion als Natura 2000-Gebiet eingefordert!

Dieses Arbeitsübereinkommen ist auch ganz im Sinne der EU-Kommission, die Mitte Jänner nochmals bestätigte, dass es punkto Natura 2000-Nachnominierungen keine Spielräume gäbe. Die Bundesländer müssen ihre Gebietsvorschläge in zwei Etappen übermitteln - den ersten Teil noch in diesem Jahr, die zweite Tranche 2015. EU-Umweltkommissar Janez Potocnik bestätigte außerdem vor kurzem, "sich auch weiterhin dafür einzusetzen, den Prozess der Natura 2000-Werdung des Gletscherflusssystems der Isel zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen". Sprich: Die Isel und ihre Zuflüsse müssen als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen werden - was der Umweltdachverband und etliche seiner Mitgliedsorganisationen seit Jahren einfordern!

"Der Umweltdachverband ringt seit Jahren um eine richtlinienkonforme Umsetzung von Natura 2000 in Österreich, hat den Nachnominierungsbedarf dokumentiert und die Bundesländer immer wieder auf ihre Verpflichtungen hingewiesen. Wir freuen uns, dass dieses Thema und unser Vorschlag für ein Arbeitsübereinkommen auf der Naturschutz-LandesrätInnen Konferenz aufs Tapet kommt - damit könnte eine neue, erfolgreiche Ära für Natura 2000 in Österreich beginnen", so Heilingbrunner abschließend.

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