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ÖAMTC: 300-Millionen-Euro-Belastungspaket für Autofahrer zu befürchten

Reflexartige Erhöhung der Autofahrersteuern ist abzulehnen

Wien (OTS) - Obwohl das heute veröffentlichte Regierungsprogramm
wenig Konkretes enthält, lässt sich daraus ableiten, dass die österreichischen Autofahrer ab 2014 jährlich bis zu 300 Millionen Euro mehr an den Fiskus abliefern sollen. "Am meisten werden die Autofahrer die Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer spüren, weil diese jeden Autobesitzer trifft und zu befürchten ist, dass die Regierung sich hier über 200 Millionen Euro zusätzlich holen will. Und dass, obwohl diese Abgabe in Österreich ohnehin bereits sehr hoch ist - in Deutschland zahlt man für gängige Fahrzeugtypen nur etwa die Hälfte an Kfz-Steuer. Die Erhöhung der NoVA und die Änderungen bei Dienstfahrzeugen wird die Autofahrer zusätzlich an die 100 Millionen Euro kosten", erklärt Bernhard Wiesinger, Chef der ÖAMTC-Interessenvertretung.

Seit 2000 sind Autokosten um 20 Prozent stärker gestiegen, als die Kosten der allgemeinen Lebenshaltung

Wie wenig durchdacht das kommende Belastungspaket für Autofahrer ist, zeigt beispielsweise die Erhöhung der Normverbrauchsabgabe. "Die NoVA hemmt als Kauf-Steuer grundsätzlich den raschen Austausch der Fahrzeugflotte. Wer die NoVA anhebt, hemmt den Umstieg auf verbrauchsarme und umweltfreundliche Autos, anstatt diesen zu fördern", kritisiert Wiesinger. Die Bewertung des Regierungsprogrammes fällt beim ÖAMTC daher negativ aus. "Aus unserer Sicht denkt die Regierung immer nur dann an die Autofahrer, wenn sie zusätzliche Einnahmen braucht. Das hat zu Folge, dass die Kosten fürs Autofahren seit dem Jahr 2000 um über 20 Prozent stärker angestiegen sind, als die Kosten der allgemeinen Lebenshaltung", rechnet Wiesinger vor. "Schon jetzt zahlt jeder Autofahrer pro Jahr 1.200 Euro in die Staatskasse ein, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Das muss ein Ende haben."

Erhöhung der bundesweiten Abgaben für Autofahrer seit dem Jahr 2000

Jun 2000: Erhöhung motorbezogene Versicherungssteuer um 51,4 Prozent Jän 2001: Verteuerung der Vignette um 81,5 Prozent (von 40 auf 72,60 Euro)
Jän 2004: MÖSt-Erhöhung um 2 Cent/Liter für Diesel bzw. 3,5 Cent/Liter für Benzin
Juli 2007: MÖSt-Erhöhung um 5 Cent/Liter für Diesel bzw. 3 Cent/Liter für Benzin
Jän 2008: Verteuerung der Vignette um 1,7 Prozent
Juli 2008: Bonus-Malus-System NoVA (plus 1.000 Euro Malus bei 220g CO2/km)
Jän 2010: Verteuerung NoVA (plus 500 Euro bei 220g CO2/km)
Jän 2010: Verteuerung der Vignette um 3,3 Prozent
Jän 2011: Verteuerung der Vignette um 0,4 Prozent
Nov 2011: MÖSt-Erhöhung um 5 Cent/Liter bzw. Benzin um 4 Cent/Liter Mär 2011: NoVA: Verschärfung Malus (plus 1.000 Euro bei 220g CO2/km) Jän 2012: Verteuerung der Vignette um 1,7 Prozent
Jän 2013: NoVA: Verschärfung Malus (plus 750 Euro bei 220g CO2/km) Jän 2013: Verteuerung der Vignette um 3,6 Prozent
Jän 2014: Verteuerung der Vignette um 2,6 Prozent
NEU: 2014: Erhöhung der NoVA
NEU: 2014: Erhöhung der motorbezogenen Versicherungssteuer
NEU: 2014: Erhöhung des Sachbezugs bei Firmenfahrzeugen

9,4 Milliarden Euro: bundesweite Abgaben für Autofahrer im Jahr 2013 3,9 Milliarden Euro: jährliche Ausgaben Bund und Länder für den Bau und Erhalt von Straßen

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