Mustersanierung: Gesundheitseinrichtung Bad Schallerbach Vorreiter in Österreich

Klima- und Energiefonds fördert erste umfassende thermische Sanierung einer Gesundheitseinrichtung - 1/3 weniger Strom- und Heizkosten

Bad Schallerbach (OTS) - 36.000 Euro weniger Betriebskosten pro Jahr, eine Ersparnis von je 30% bei Strom- und Heizkosten, nachhaltige Bauweise und Fokus auf lokale Wertschöpfung: Das sind die Ergebnisse der thermischen Sanierung der Gesundheitseinrichtung Bad Schallerbach mit 124 Betten und vielfältigem Therapieangebot der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB). Das ehrgeizige Projekt wurde mit Förderungen des Klima- und Energiefonds realisiert. Es setzt neue Maßstäbe in Sachen Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Gesundheitsinnovation und ist derzeit die einzige umfassend thermisch-energetisch sanierte Gesundheitseinrichtung in ganz Österreich. Am 19. September 2013 wird das Gebäude offiziell eröffnet. Für Entwurf und Planung das Projekt war Architects Collective verantwortlich.

Höchste Behaglichkeit, maximaler Komfort und niedrige Betriebskosten: Dadurch zeichnet sich die soeben fertiggestellte thermisch sanierte Gesundheitseinrichtung Bad Schallerbach der VAEB aus. "Nachhaltiger Klimaschutz und der Weg zur Energiewende hin zu Erneuerbaren Energien führt vor allem auch über den Gebäudesektor. Denn Gebäude sind durch die Bereitstellung von Raumwärme und den Bedarf an Elektrizität für einen wesentlichen Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Rund ein Drittel des Energieverbrauches entsteht in privaten, öffentlichen und Dienstleistungsgebäuden. Daher sind Mustersanierungen wie in Bad Schallerbach in vielerlei Hinsicht Vorbild und notwendig. Das Projekt setzt wichtige Impulse für vergleichbare Einrichtungen, von denen alleine in Österreich an die hundert in den nächsten Jahren saniert werden müssen", betont Umweltminister Niki Berlakovich.

Neue Standards durch Förderung des Klima- und Energiefonds ermöglicht

Im Rahmen der Sanierung wurde das Bestandsgebäude mit 6.000 m2 neu organisiert und umfassend thermisch-energetisch saniert. Zudem realisierte Architects Collective einen 4.200 m2 großen Zubau mit Bettentrakt, Therapiebereich, Therapiebad und Speisesaal. Die Förderung des Klima- und Energiefonds im Rahmen des Programmes Mustersanierung ermöglichte wertvolle qualitative und energetische Maßnahmen: Unter anderem wurden sämtliche Fenster im Bestandsgebäude getauscht, die Haustechnik-Anlage verbessert und auf Ökostrom gewechselt. "Dadurch wurde der Heiz- und Kühlbedarf insgesamt mehr als halbiert und der Anteil an Erneuerbaren Energien bzw. der genutzten Abwärme um knapp 40 % erhöht. Das Gebäude hat nun den Status eines Niedrigstenergie-Gebäudes und ist klima:aktiv zertifiziert", freut sich Klima- und Energiefonds-Geschäftsführer Ingmar Höbarth.

Deklaration nach dem klima:aktiv Gebäudestandard

Trotz eines beschränkten Budgets von 1.276 EUR/m2 Bauwerkskosten war es möglich, den Heizwärmebedarf im Wohn- und Therapiebereich sogar um 87 % zu verbessern. Das erreichten die Architekten vor allem durch die Verbesserung der Kompaktheit des Gebäudes, die konsequente Wärmedämmung von Wand- wie Dachflächen und die Bereinigung von Wärmebrücken und durch den Abbruch untergeordneter Gebäudeteile. Sämtliche Räume erhielten eine kontrollierte Lüftung mit effizienter Wärmerückgewinnung. Zudem gibt es nun Warmwasserkollektoren am Dach. Das Gebäude erreicht damit den klima:aktiv Silber Qualitätsstandard. Der klima:aktiv Gebäudestandard des Lebensministeriums ist das österreichische neutrale Qualitätszeichen für Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Behaglichkeit auf höchstem Niveau und ein wichtiger Wegweiser in Richtung Nachhaltigkeit von Gebäuden. Bewertet werden die Planungs- und Ausführungsqualität, die Qualität der Baustoffe und Konstruktion sowie zentrale Aspekte zu Komfort und Raumluftqualität.

Fokus auf Gesundheitsförderung und Prävention

Im Rahmen des Umstrukturierungskonzeptes der Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau (VAEB) wurde die Anzahl der Einrichtungen von neun auf vier reduziert und der Standort Bad Schallerbach als erste derartige Investition auf die modernen Anforderungen der Gesundheitsvorsorge vorbereitet. "Zusätzlich zum Kurangebot besteht nun auch ein Fokus auf Prävention und Gesundheitsförderung, wodurch den Versicherten in ihrem dreiwöchigen Aufenthalt ein ganzheitlicher Ansatz von Therapie und Wissen über Gesundheit zugutekommt", präzisiert der Leitende Arzt der VAEB, Dr. Peter Grabner. Ziel ist die Steigerung bzw. Erhaltung der individuellen Gesundheit sowie der Erwerbs- und Arbeitsfähigkeit und damit verbunden die langfristige Reduktion der Behandlungskosten oder Pflegebedürftigkeit.

Architektur vermittelt zwischen Gesundheit und Natur

In einem EU-weiten Wettbewerb wurde Architects Collective als Architekt und die Arge GBS als Generalplaner für das Projekt ausgewählt. Die architektonische Grundidee basiert darauf, Verbindung zwischen Gesundheit, Natur und Ökologie aufzubauen. Das Hauptaugenmerk wurde auf natürliche Rohstoffe - vor allem Holz -gelegt. Damit wurde auch die lokale Wertschöpfung gesichert. Durch den sich wiederholenden Grundriss im Bereich der Beherbergung ließ sich der Baustoff Holz ideal einsetzen. "Die Balkon-Konstruktionen von Neubau und Sanierung sind als Holz- bzw. Holz-Stahl-Leichtkonstruktion gefertigt und dienen gemeinsam mit einer vorgehängten unregelmäßigen Holzlattung auch als Beschattung und visueller Schutz für die Gäste", erklärt Architekt Kurt Sattler von Architects Collective.

VAEB

Die VAEB (Versicherungsanstalt für Eisenbahnen und Bergbau) ist im Jahr 2005 durch die Fusion der Versicherung der Eisenbahner und der Versicherungsanstalt des österreichischen Bergbaus entstanden. Sie führt als berufsorientierter Sozialversicherungsträger österreichweit die Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung für Eisenbahn und Bergbaubedienstete durch. Neben den klassischen Sozialversicherungsleistungen bemüht sie sich besonders um die Gesundheitsförderung und vorbeugende Krankheitsverhütung für Versicherte.

Klima- und Energiefonds

Der Klima- und Energiefonds wurde 2007 durch die Bundesregierung ins Leben gerufen, um neue, innovative Wege für den Klimaschutz und eine nachhaltige Energiewende zu entwickeln. Die Förderungen fließen in Klimaschutz- und Energieprojekte aus den Bereichen der Forschung, der Mobilität und der Marktdurchdringung. Eckpfeiler aller Maßnahmen sind Nachhaltigkeit und Effizienz. Die Gesundheitseinrichtung in Bad Schallerbach wurde im Rahmen des Programmes "Mustersanierung" gefördert. Der Klima- und Energiefonds legt hierbei besonderen Fokus auf einen möglichst hohen Einsatz erneuerbarer Energien, den Einsatz klimaschonender Rohstoffe und Produkte bei der Sanierung, technische und ökonomische Multiplizierbarkeit, Maßnahmen zur Energieeffizienz, keinen oder geringstmöglichen Kühlbedarf sowie einen hohen Innovationsgehalt. Eine Mustersanierung verfolgt aber auch andere Ziele, wie etwa Komfortsteigerung und damit verbunden erhöhte Lebens-bzw. Wohnqualität. Mittlerweile hat der Klima- und Energiefonds mehr als 40 Mustersanierungen unterstützt, die nun als Vorzeigeprojekte Zukunftslösungen aufzeigen und als Leuchttürme für Nachahmer fungieren.

Architects Collective

Das in Wien gegründete Architekturbüro arbeitet seit 2006 regional und international an Projekten im Gesundheitbereich, an Wohn- und Büroprojekten und an öffentlichen Bauten. Planungen und Entwürfe entstehen im Team in einem kollektiven Ideenfindungsprozess, bei dem Kreativität und Spezialwissen einander ergänzen. So entstanden unter Anderem das mit dem Bauherrenpreis ausgezeichnete Klinikum Klagenfurt, die Passivhaushalle für den Obstbau Leeb oder die Ozuluama Residence in Mexico City die mit dem deutschen Best Architects Awards prämiert wurde.

Fotos zum Projekt Bad Schallerbach unter:
http://ac.co.at/press/149/03_Images/
Copryright: Hertha Hurnaus

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/4458

Rückfragen & Kontakt:

Klima- und Energiefonds
Mag. Katja HOYER
presse@klimafonds.gv.at
Tel: 01/585 03 90-23
www.klimafonds.gv.at

Architects Collective
Dr. Inka ASSAF-MÜCKSTEIN
ia@ac.co.at
Tel +43 1 813 0222 - 40
www.ac.co.at

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