• 24.05.2013, 18:25:47
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"Lange Nacht" - Kirchen zeigen gesellschaftliche Präsenz

Zentraler Eröffnungsgottesdienst mit Vertretern aller Kirchen in Wien - Weihbischof Krätzl: Glaube verpflichtet Christen, sich in der Gesellschaft zu engagieren

Utl.: Zentraler Eröffnungsgottesdienst mit Vertretern aller Kirchen
in Wien - Weihbischof Krätzl: Glaube verpflichtet Christen,
sich in der
Gesellschaft zu engagieren =

Wien, 24.05.13 (KAP) Mit einem österreichweiten Läuten der
Kirchenglocken ist am Freitagabend kurz vor 18 Uhr die "Lange Nacht
der Kirchen" offiziell eröffnet worden. Der zentrale
Eröffnungsgottesdienst, an dem Vertreter aller christlichen Kirchen
in Österreich teilnahmen, fand in der Lutherische Stadtkirche im
ersten Wiener Bezirk statt. Der emeritierte Wiener Weihbischof
Helmut Krätzl rief in seiner Predigt zu mehr Mut in der Ökumene auf.
Zugleich wies er alle Ansichten zurück, die die Kirchen "in die
Hinterzimmer verbannen wollen". Der Glaube verpflichte die Christen
dazu, sich in der Gesellschaft zu engagieren.

Wörtlich sagte Weihbischof Krätzl: "Kirche darf keine Parteipolitik
treiben. Und im politischen Diskurs darf sie sich nicht durch Macht
durchzusetzen versuchen, sondern nur durch die Kraft des
Argumentes." Aber schon das Zweite Vatikanische Konzil habe die
Verpflichtung des Christen betont, als Bürger beider Gemeinwesen,
der Kirche und der Gesellschaft, "sich aus dem Glauben heraus für
diese einzusetzen".

Gerade auch in der "Langen Nacht" dürfe nicht auf jene vergessen
werden, die am Rand der Gesellschaft stehen, so Krätzl weiter:
"Asylanten, Menschen anderer Sprache, Hautfarbe, anderer
Veranlagung. Kirche soll für sie nicht nur räumliches Asyl sein,
sondern im Geiste Jesu Christ ihr unbestechlicher Anwalt sein."

Die vielen Menschen, die in der "Langen Nacht" in die Kirchen
strömen, würden jenen eine "heilsame Lehre" erteilen, "die in fast
pubertärem Trotz alles Kirchliche in die Hinterzimmer verbannen
wollen", zeigte sich Krätzl überzeugt: "Diese sollen sich eine
österreichische Landschaft ausmalen ohne Klöster, Dome, Kirchen und
Marterln. Sie sollen aus bildender Kunst und Literatur alles
Religiöse entfernen. Sie sollen an einen Alltag denken, in dem es
keine kirchlichen Feste mehr gibt."

Am Eröffnungsgottesdienst nahmen neben Weihbischof Krätzl u.a. der
lutherische Bischof Michael Bünker, der orthodoxe Metropolit
Arsenios (Kardamakis), der rumänisch-orthodoxe Bischofsvikar und
Vorsitzende des Ökumenischen Rates, Nicolae Dura, und die
lutherische Stadtpfarrerin Ines Knoll teil.

O-Töne vom Eröffnungsgottesdienst sind in Kürze unter
www.kathpress.at/audio abrufbar.

Aktuelle Meldungen und Hintergründe rund um die "Lange Nacht der
Kirchen": www.kathpress.at/langenacht

Mehr auf www.kathpress.at (forts. mgl.) gpu/pwu/

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