- 24.05.2013, 12:44:37
- /
- OTS0170 OTW0170
GLOBAL 2000: 80 Prozent der österreichischen Neonicotinoid-Anwendungen von EU-Verbot nicht erfasst
Bienensterben lässt sich nur durch weitergehende Pestizid-Verbote stoppen
Utl.: Bienensterben lässt sich nur durch weitergehende
Pestizid-Verbote stoppen =
Wien (OTS) - Die EU-Kommission hat heute per Verordnung in allen 27
Mitgliedsstaaten ab 1. Dezember 2013 die Anwendung dreier
bienengiftiger Neonicotinoide teilweise verboten. Imidacloprid,
Clothianidin und Thiamethoxam dürfen in den kommenden zwei Jahren
nicht mehr auf Mais, Raps, Sonnenblume, Baumwolle, Sommergetreide und
Kürbis angewendet werden.
Nicht betroffen vom EU-Verbot sind jedoch Wintergetreide, Zuckerrübe,
Karotten, Zwiebel und zahlreiche andere Kulturen sowie der gesamte
Obst- und Weinbau. "Das entspricht einer Fläche in Österreich von
rund 500.000 Hektar, auf der auch zukünftig Neonicotinoide
ausgebracht werden dürfen, welche für Bienen 7000-mal giftiger sind
als DDT und die sich aufgrund ihrer Persistenz in Boden und Wasser
anreichern können", warnt Helmut Burtscher, Umweltchemiker bei GLOBAL
2000: "Die Teilverbote der EU greifen daher zu kurz. Wenn wir dem
Bienen- und Insektensterben in Österreich ernsthaft entgegen treten
wollen, müssen wir über ein generelles Verbot der Neonicotinoide
nachdenken und die notwendigen Schritte auch rasch umsetzen!"
Hinsichtlich der als besonders bienengiftig angesehenen
Neonicotinoide Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam sind vom
EU-Verbot nur 17 der 39 in Österreich derzeit möglichen Anwedungen
betroffen. Rechnet man auch die beiden Neonicotinoide Thiacloprid und
Acetamiprid mit ein, deren subletalen Niedrigdosis-Effekte auf Bienen
von der EU noch nicht untersucht wurden und die (derzeit noch) als
"weniger bienengefährlich" gelten, so sind es sogar 80 Prozent der in
Österreich zulässigen Neonicotinoid-Anwendungen, die vom EU-Verbot
unberührt bleiben, wie eine Analyse von GLOBAL 2000 aufzeigt.
"Der Schutz der Bienen verlangt daher nach Maßnahmen, die weit über
die Teilverbote der EU hinausgehen. Da mittlerweile in fast allen
Parteien die Notwendigkeit eines generellen Verbot zumindest von
einzelnen Politikern erkannt und auch formuliert wurde, sollten die
Chancen, noch vor der anstehenden Nationalratswahl ein weitgehendes
Neonicotinoid-Verbot in Österreich zu beschließen, intakt sein", sagt
Burtscher abschließend.
Die GLOBAL 2000-Analyse zu der Auswirkung der EU-Verbote auf die in
Österreich zugelassenen Neonicotinoid-Anwendungen finden Sie auf
www.global.2000.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL






