• 23.05.2013, 18:15:34
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WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Mehr als nur ein Spiel - von Hans-Jörg Bruckberger

Cristiano Ronaldo verdient doppelt so viel wie VW-Chef

Utl.: Cristiano Ronaldo verdient doppelt so viel wie VW-Chef =

Wien (OTS) - Saturday Night Fever der etwas anderen Art: Am Samstag
geht das deutsche Champions-League-Finale über die Bühne - ein Duell,
das selbst Menschen interessiert, die sonst gar nicht so
fußball-affin sind. Während Massenmedien eine sportliche
Rundum-Berichterstattung liefern, hat sich das WirtschaftsBlatt mit
den ökonomischen Aspekten auseinandergesetzt. Und die sind nicht
minder beeindruckend.

Hunderte Millionen Menschen werden das Spektakel mitverfolgen, was
TV-Anstalten wie Puls 4 eine Sonderkonjunktur beschert.

Wirtschaftlich brisant ist das Match auch, weil sich die Ausrüster
Adidas und Puma gegenüberstehen. Dadurch, aber auch durch das Listing
von Medien und Sponsoren, vor allem aber durch die Dortmund-Aktie,
hat das sportliche Duell sogar Börserelevanz. Und selbst ein
Salzburger Unternehmen nascht am Hype ums runde Leder mit.

Ein wirtschaftliches Ereignis ist der Fußball natürlich auch für die
direkt handelnden Akteure. Die Transferwerte der Spitzenspieler sind
absurd hoch, dasselbe gilt für deren Gagen. Verdient ein Cristiano
Ronaldo wirklich mehr als 30 Millionen Euro im Jahr? Managergehälter
werden sicher heftiger diskutiert. Sportidole sind uns offenbar mehr
wert als der Mann, der unsere Bank leitet oder den Konzern, der unser
Auto baut, oder womöglich gar unser Arbeitgeber ist. VW - über Audi
übrigens ein Hauptsponsor der Bayern - hat CEO Martin Winterkorn, dem
deutschen Top-Verdiener, zuletzt 14,5 Millionen gezahlt. Zugegeben,
Winterkorn verkauft keine 1,5 Millionen Trikots mit seinem Namen,
dafür hat er aber VW an die Weltspitze herangeführt. Er verantwortet
einen Konzern mit fast 200 Milliarden Umsatz, 20 Milliarden Gewinn
und 550.000 Mitarbeitern. Das relativiert dann doch den Fußball:
Dagegen ist selbst ein FC Bayern ein KMU.

Und die Tore, die ein Ronaldo schießt, sind das, was Tore schon immer
waren, selbst als der Fußball noch kein so großes Geschäft war: die
schönste Nebensache der Welt - nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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