• 23.05.2013, 13:33:39
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Kärntner Ärztekammer unterstützt die Anliegen der AK

Präs. Dr. Huber: Ärzte-Arbeitsplätze noch immer zu frauen- und familienfeindlich

Dr. Bettina Hernegger, Referentin für Gender- und
Familienangelegenheiten der Ärztekammer für Kärnten

Utl.: Präs. Dr. Huber: Ärzte-Arbeitsplätze noch immer zu frauen- und
familienfeindlich =

Klagenfurt (OTS) - "Die Kärntner Ärztekammer unterstützt das
Anliegen der Arbeiterkammer, dass die Vereinbarkeit von Beruf und
Familie verbessert werden muss und gesundheitsgefährdende Bedingungen
am Arbeitsplatz gemildert und wenn möglich ganz beseitigt werden",
teilte Präsident Dr. Josef Huber mit.

Die Referentin für Familienangelegenheiten in der Ärztekammer Dr.
Bettina Hernegger und er weisen in diesem Zusammenhang aber darauf
hin, dass Ärzte-Arbeitsplätze in Kärnten als frauen- und
familienfeindlich eingestuft werden müssen. "Wir appellieren daher an
die Arbeiterkammer, bei ihren Gesprächen mit der Landesregierung auf
diese Probleme aufmerksam zu machen und Lösungen zu entwickeln".
Als besonders dringlich bezeichnen Huber und Hernegger eine
Verpflichtung für Kärntner Spitäler, dass sie Ärzten
Teilzeitbeschäftigungen anbieten. "Das ist eine jahrelange Forderung
vor allem von Medizinerinnen, aber auch von männlichen Kollegen",
betont Huber. Die Möglichkeit hierzu gebe es derzeit nur in wenigen
Einzelfällen. "Die meisten Ärzte, die einen solchen Wunsch haben,
stoßen in der täglichen Praxis auf so heftige formelle und informelle
Widerstände, dass sie seine Verwirklichung aufgeben", so Dr.
Hernegger. Nötig sei hierbei eine ganz neue Unternehmenskultur in den
Krankenhäusern, dass Teilzeitbeschäftigungen eine
Selbstverständlichkeit werden und auch während einer Turnus- oder
Fachausbildung ohne Nachteile für die Karriere beansprucht werden
können. "Da erhoffen wir uns Fortschritte, wenn auch die
Arbeiterkammer dieses Ziel nachdrücklich unterstützt", betonen Dr.
Hernegger und Dr. Huber.

Vor allem junge Arzt-Familien benötigen leistbare, ganztägige
Kinderbetreuung mit bedarfsgerechten Öffnungszeiten. Nach dem Vorbild
des betriebseigenen Kindergartens des Klinikums Klagenfurt müssten
laut Dr. Hernegger ähnliche Angebote in anderen Kärntner Spitälern
geschaffen werden. "Bei der Klagenfurter Einrichtung brauchen wir
eine stärkere Berücksichtigung der Bedürfnisse von Arztfamilien",
fordert Huber.

Einen positiven Einfluss der Arbeiterkammer erhofft sich Dr. Huber
auf die Gebietskrankenkasse, wenn es darum geht, dass sich Ärzte
Kassenstellen teilen können. "In Kärnten ist es leider noch nicht
gelungen, dass z. B. zwei Ärztinnen eine Kassenstelle gemeinsam
führen und auf diese Weise ihren Beruf und ihre Familie besser
vereinbaren können. In anderen Bundesländern gibt es bereits solche
Modelle. Ich hoffe, dass sich die Arbeiterkammer mit ihren Vertretern
in der Gebietskrankenkasse für eine solche arbeitnehmerfreundliche
Initiative stark macht", meint Huber.

Abschließend verweist er darauf, dass Ärztinnen und Ärzten in den
Spitälern aber auch in der Niederlassung ein Arbeitspensum abverlangt
wird, das gesundheitsgefährdend ist. Ein Arzt dürfe derzeit bis zu 32
Stunden durchgehend arbeiten und bis zu 72 Stunden pro Woche. Über
einen längeren Durchrechnungszeitraum seien 60 Stunden wöchentliche
Höchstarbeitszeit zulässig. Niedergelassene Ärzte vor allem am Land
kämen durch Bereitschaftsdienste ebenfalls auf solche überlangen
Dienstzeiten. Die Ärztekammer fordert erneut, dass die
höchstzulässige Dienstdauer in den Spitälern nun endlich auf 25
Stunden verkürzt wird.

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