- 21.05.2013, 09:54:02
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Rolle der niedergelassenen Ärzte stärken
ÖÄK-Vizepräsident Steinhart: Bedarf in der Primärversorgung wird weiter zunehmen, zusätzliche Kassenstellen dringend benötigt.
Utl.: ÖÄK-Vizepräsident Steinhart: Bedarf in der Primärversorgung
wird weiter zunehmen, zusätzliche Kassenstellen dringend
benötigt. =
Wien (OTS) - "Das österreichische Versorgungssystem braucht ein
starkes System niedergelassener Ärzte als primäre Anlaufstelle und
Ansprechpartner. Internationale Experten bestätigen, dass wir sogar
noch Aufholbedarf haben." So kommentiert Johannes Steinhart, Obmann
der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte in der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK), die internationale Experten-Veranstaltung zum
Thema "Rolle und Einfluss von Primärversorgungssystemen in
Westeuropa", die vom European Health Forum Gastein (EHFG) gemeinsam
mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger
und dem Universitätslehrgang Public Health der Med Uni Graz jüngst in
Wien veranstaltet wurde.
EHFG-Präsident Helmut Brand (Universität Maastricht) sei völlig
zuzustimmen, so Steinhart, wenn er betont, dass sich im EU-Vergleich
zeige, dass gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ein stabiles und
effizientes System von Ärzten in der Primärversorgung besonders
wichtig ist. Nur so haben Bürger und Patienten Ansprechpartner, die
sie sicher durch eine sich rasch verändernde Versorgungslandschaft
leiten können, hatte der EHFG-Präsident ausgeführt.
"Wenn uns auch international bestätigt wird, welche zentrale
Bedeutung niedergelassene Mediziner in der Gesundheitsversorgung
haben, dann sollten auch die gesundheitspolitisch Verantwortlichen in
Österreich im Interesse der Bürger und Patienten die richtigen
Konsequenzen daraus ziehen", so Steinhart. Eine überfällige
Konsequenz ist das von der Ärztekammer seit Langem geforderte Plus
von 1.300 Kassenärzten, das erforderlich ist, um auch in Zukunft die
Versorgung sicherzustellen. Steinhart: "Umso mehr, als ein Kernstück
der aktuellen 'Gesundheitsreform' eine Verlagerung von
Gesundheitsleistungen aus dem Spitalsbereich in den niedergelassenen
Bereich ist. Das ist, wenn es richtig gemacht wird, sinnvoll. Wenn es
der Politik damit ernst ist, kommen allerdings zusätzliche Aufgaben
auf die niedergelassenen Ärzte zu, und es ist natürlich im Interesse
der Versorgung keine Frage, dass wir zusätzliche Kassenärzte
brauchen."
Doch angesichts solcher Entwicklungen wird in Österreich die Zahl der
Kassenärzte nicht etwa aufgestockt, sondern vielmehr zurückgefahren:
von 8.491 im Jahr 2000 auf 7.616 im Jahr 2010. Dieser Abbau fand noch
dazu vor dem Hintergrund steigender Bevölkerungszahlen statt: Kamen
im Jahr 2000 auf einen Arzt mit Kassenvertrag 943 Bewohner, sind es
heute schon über 1.100. Steinhart: "Um eine optimale
Versorgungsqualität und -dichte sicherzustellen, braucht aber das
österreichische Gesundheitssystem statt eines Abbaus dringend einen
Ausbau von Kassenstellen." (bk)
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