- 13.05.2013, 13:28:29
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SPÖ-Bienenschutz-Enquete (1) - Gaßner für Verbot von Neonicotinoiden
SPÖ-Klub-Enquete zum Thema "Bienen schützen - Pestizide verbieten!": Imker, Wissenschafter und Agrarsprecher über Einsatz und Auswirkung von Neonicotinoiden
Utl.: SPÖ-Klub-Enquete zum Thema "Bienen schützen - Pestizide
verbieten!": Imker, Wissenschafter und Agrarsprecher über
Einsatz und Auswirkung von Neonicotinoiden =
Wien (OTS/SK) - Der SPÖ-Parlamentsklub hat heute, Montag, zu einer
Enquete zum Thema "Bienen schützen - Pestizide verbieten!" ins
Parlament geladen. Dabei diskutierten Imkervertreter, Obstbauern und
-bäuerinnen, Wissenschafter und die Agrarsprecher der im Parlament
vertretenen Parteien den Einsatz und die Auswirkungen von
Neonicotinoiden. SPÖ-Klubobmann Josef Cap eröffnete die Enquete, die
nur ein Beispiel für den Einsatz des Parlaments im Kampf gegen
Pestizide sei. Der Vorschlag der EU-Kommission zum Teilverbot von
Neonicotinoiden sei "ganz in unserem Sinn". Cap bedankte sich für den
Einsatz aller, die - wie SPÖ-Landwirtschaftssprecher Kurt Gaßner, der
die Enquete moderierte - unermüdlich für den Bienenschutz im Einsatz
seien, denn: "Ein funktionierendes ökologisches System ist ohne
Bienen undenkbar." ****
Kurt Gaßner betonte in seinem Einleitungsstatement, dass das Thema
nicht nur wegen der aktuellen Medienberichterstattung wichtig sei,
sondern eine lange Vorgeschichte habe. Bienen seien wesentlich für
das Ökosystem, was der Mensch ihnen antue, sei nicht "sauber", sagte
Gaßner. Die Ergebnisse der Enquete sollen bei der parlamentarischen
Entscheidungsfindung helfen und dazu beitragen, zu einem
Sechs-Parteien-Antrag für ein Verbot von Neonicotinoiden zu kommen.
"Am Anfang wurden unsere Forderungen belächelt, jetzt wird schon auf
EU-Ebene gegen Neonicotinoide, die unsere Bienen vernichten,
vorgegangen."
Maximilian Liedlbauer, Präsident des OÖ Landesverbands für
Bienenzucht, berichtete über seine Erfahrungen mit Neonicotinoiden
und erklärte, dass diese ein schweres Nervengift seien, das die
Reizweiterleitung stört. Die Biene ist bei Exposition über Pollen
oder Beizstaub entweder sofort tot oder reagiert mit
Verhaltensstörungen wie Flugunfähigkeit, Krabbeln oder
Orientierungslosigkeit. Das Beizmittel wird über die Feuchtigkeit in
der Erde über die Wurzeln der Pflanze aufgenommen und durchdringt die
gesamte Pflanze. "Das Insektizid macht also die gesamte Pflanze
giftig", erklärte Liedlbauer. Der Anteil mit Beizmitteln belasteter
Bienenstände und -völker in Österreich wird immer höher, erklärte der
Imker. In einigen Ländern Europas wie Slowenien sind die Gifte schon
verboten, schließlich ist die Biene durch ihre Bestäubungsleistung
das drittwichtigste Nutztier.
Im Jahr 2012 wurde eine Studie des Europäischen Parlaments
veröffentlicht, die belegt, dass Neonicotinoide für die
Bienenverluste mitverantwortlich sind und schwerwiegende
Verhaltensstörungen bewirken. Im Jänner 2013 schließlich
identifizierte auch die Europäische Behörde für
Lebensmittelsicherheit EFSA das Risiko der Gifte für die Bienen.
Experten aus den Zulassungsbehörden aus 20 Mitgliedstaaten arbeiteten
an der Studie mit.
Der niederösterreichische Imker Roland Netter erklärte, dass Bienen
Maispollen nur aufnehmen, wenn es in der Umgebung kein besseres
Angebot gibt. Daher seien Gegenden, in denen vorwiegend Mais angebaut
wird, besonders gefährlich für die Tiere. "In einem Maiskorn ist die
Neonicotinoid-Konzentration so hoch, dass innerhalb von 48 Stunden
108.000 Bienen getötet werden könnten", sagte Netter.
Der Präsident des Europäischen Berufsimkerverbandes Walter Haefeker
erklärte, dass die EU-Kommission die EFSA mit der
Neonicotinoid-Studie beauftragt hatte, weil die Gifte in einigen
Mitgliedstaaten bereits verboten wurden. Der Kommissionsvorschlag,
gegen den sich vor kurzem im Berufungsausschuss keine qualifiziert
Mehrheit fand, ist jetzt von den Mitgliedsländern umzusetzen. "Es
gibt keinen Spielraum, den Vorschlag zu unterschreiten, aber es
dürfen über den Vorschlag hinausgehende Maßnahmen ergriffen werden."
Die Bewertung weiterer Neonicotinoide laufe bereits; auch die
Zulassung gefährlicher Nachfolgeprodukte werde erschwert. Durch den
Kommissionsvorschlag werde auch der Druck in Nordamerika erhöht,
ähnliche Maßnahmen umzusetzen. (Forts.) bj/mo
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