Umweltdachverband an LH Erwin Pröll: Gratulation zum Machtwort und zu mehr Ehrlichkeit in der Diskussion um den Ausbau der Windkraft

- Widmungsstopp für Windkraft wichtig und richtig - Nun dringend Windkraft-Tabuzonen niederösterreichweit ausweisen

Wien (OTS) - Windkraftförderwesen überdenken

Wie gestern verlautbart wurde, sprach sich der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll für ein vorläufiges Moratorium für die Widmung von neuen Windkraftanlagen bis zum Jahresende aus. "Wir begrüßen diese Entscheidung und gratulieren LH Pröll zu diesem weisen Entschluss in Sachen Bürgerfreundlichkeit", lobt Gerhard Heilingbrunner, ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes, die aktuelle Wendung in Sachen Windkraftausbau in NÖ. "Auch für den Umweltdachverband ist die Energiewende ein unumkehrbares Muss, das aufgrund seiner Wichtigkeit nicht hinterfragt werden darf. Die für die Energiewende nötigen Maßnahmen und Rahmenbedingungen müssen aber sehr wohl hinterfragbar sein. Insofern ist eine landesweite Planung, wie nun von Pröll höchstpersönlich verordnet, ein erster wichtiger Schritt, um Ausbauziele mit Struktur und nach Plan zu verfolgen und zu verwirklichen, ohne dabei Wildwuchs und Landschaftsbildzerstörung zu riskieren", so Heilingbrunner.

Umweltdachverband legt Windkraft-Tabuzonenregelung in NÖ vor

Der Umweltdachverband hat mit all seinen Mitgliedsorganisationen -darunter auch die IG Windkraft und der Oesterreichische Alpenverein -in einem mehr als zweijährigen Prozess ein Positionspapier zum naturverträglichen Ausbau der Windkraft erarbeitet. Kern dieses Papiers ist neben der Festlegung von Kriterien die Forderung nach einer überregionalen Energieraumplanung. "Die Mitgliedsorganisationen des Umweltdachverbandes haben sich aber auch dezidiert auf die Einrichtung von Ausschlusszonen für Windkraftplanungen verständigt, wobei hier insbesondere die bestehenden Natur- und Landschaftsschutzgebiete, Natura 2000- und Nationalparkgebiete sowie naturnahe Wälder frei von Windkraftnutzung bleiben müssen - natürlich unter Einhaltung entsprechender Abstandsregelungen, um auch die von außen kommenden Auswirkungen auf diese Gebiete zu minimieren", erklärt Heilingbrunner.

Heilingbrunner: Förderwesen für Windkraftanlagen grundsätzlich überdenken

"Ein Aspekt des Windkraftausbaus verdient aktuell besondere Aufmerksamkeit: Die Frage der Abschlagszahlungen. Bekannterweise ist die derzeitige Praxis von Abschlagzahlungen in der Höhe von bis zu 35.000 Euro pro Anlage und pro Jahr an die Standortgemeinde für den Run auf Windkraftanlagen und den damit verbundenen Wildwuchs mitverantwortlich. Aus Sicht des Umweltdachverbandes kann es im Rahmen der weiteren Umsetzung nicht so weitergehen. Anstelle der Apanagen an die Windkraftstandortgemeinden sollten die Anlagebetreiber zu einer Landschaftsverbrauchsabgabe verpflichtet werden, die in Form eines Fonds zur Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen von allen Gemeinden in Niederösterreich in Anspruch genommen werden kann. Die Einrichtung einer derartigen Abgabe und eines derartigen Fonds wäre ein nächster weiser Schritt in Sachen Zukunftsfähigkeit und Energiewende", so Heilingbrunner abschließend.

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