- 26.04.2013, 14:39:10
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Wirtschaftskammer und Handel begrüßen mehr Rechtssicherheit bei Sonntagsöffnung
WKÖ-Präsident Leitl und Handelsobfrau Lorentschitsch: Überwiegende Mehrheit der Konsumenten bestätigt Zufriedenheit mit derzeitigen Öffnungszeiten im Handel
Utl.: WKÖ-Präsident Leitl und Handelsobfrau Lorentschitsch:
Überwiegende Mehrheit der Konsumenten bestätigt Zufriedenheit
mit derzeitigen Öffnungszeiten im Handel =
Wien (OTS/PWK268) - "Als wichtigen Schritt zu einer vernünftigen
Lösung in Sachen Sonntagsöffnung und zu mehr Rechtssicherheit bei
Sonntagsöffnung" begrüßt WKÖ-Präsident Christoph Leitl die Änderungen
in der Gewerbeordnung, die heute im Plenum des Nationalrat
beschlossen wurden. In Zukunft muss bei der Ausübung einer
Gastronomiegewerbeberechtigung im Zusammenhang mit dem Verkauf
bestimmter Waren der Charakter als Gastro-Betrieb eindeutig gegeben
sein: "Dieser Vorstoß der Regierungsparteien auf Initiative von
Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner gewährleistet, dass solchen
Umgehungen künftig möglichst ein Riegel vorgeschoben wird."
Neben dem wirtschaftlichen Aspekt fließen gesellschaftliche und
soziale Überlegungen in der Frage der Sonntagsruhe ein:
"Grundsätzlich soll der Sonntag ein Tag der familiären und
freundschaftlichen Begegnung bleiben. Denn Menschen brauchen Momente
des Innehaltens. Bei einer generellen Freigabe der Öffnungszeiten
droht der Sonntag zu einem "Tag der Hektik wie jede andere" zu
werden. Das würde nur zu Lasten der Zeit gehen, die Familien sowie
Vereine für gemeinsame Aktivitäten benötigen."
Auch die österreichische Bevölkerung steht einer generellen
Sonntagsöffnung äußerst skeptisch gegenüber - "Das zeigt eine
aktuelle market-Umfrage der WKÖ unter 1.000 Österreicherinnen und
Österreicher über ihre Einstellung zur Sonntagsöffnung im Handel",
unterstreicht Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel
der WKÖ: " Demnach sehen die Menschen in unserem Land grundsätzlich
wenig Handlungsbedarf für eine Änderung der Sonntagsregelung, sie
attestieren eine große Zufriedenheit mit den derzeit geltenden
Öffnungszeiten: Ganze 90 Prozent der Befragten beurteilen diese als
ausreichend." Die schon jetzt existierende Möglichkeit zur
Sonntagsöffnung in Tourismusgebieten wird ebenfalls generell als
durchaus positiv wahrgenommen.
Die Umfrage zeigt auch klar, dass eine generelle Sonntagsöffnung
nicht zu einer signifikanten Erhöhung der Handelsumsätze führen
würde. 88 Prozent der Befragten geben an, dass ein mehr an
Öffnungszeiten den persönlichen Konsum nicht erhöht. Darüber hinaus
gehen 90 Prozent der derzeitigen Sonntags-Onlineshopper davon aus,
dass sie bei verkaufsoffenen Sonntagen nicht zum stationären Handel
umschwenken werden.
Derzeit dürfen Geschäfte an Sonntagen vor allem auf Bahnhöfen,
Flughäfen, Tankstellen und in so genannten Tourismusregionen offen
halten. Daneben sieht die Gewerbeordnung auch vor, dass Unternehmer
mit einer Gastronomieberechtigung an Sonntagen bestimmte Waren -
insbesondere Lebensmittel, Reiseandenken, Reisebedarf wie
Reiselektüre, Schreibmaterialien, Blumen, Reise- u. Toilettenartikel,
Filme - verkaufen dürfen. Diese Möglichkeit wurde zuletzt dazu
genutzt, den Grundsatz der Sonntagsruhe zu auszuhöhlen. Schon jetzt
bietet das Öffnungszeitengesetz die Möglichkeit, Geschäfte von Montag
bis Samstag insgesamt 72 Stunden offen zu halten. Diese Möglichkeiten
werden jedoch von der überwiegenden Mehrheit der Handelsbetriebe
schon derzeit nicht zur Gänze ausgenutzt. (JR)
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