- 17.04.2013, 09:22:43
- /
- OTS0034 OTW0034
SOS Mitmensch: In Österreich aufgewachsen, aber ohne Chance auf Staatsbürgerschaft
Realitätsfremde Hürden blockieren Einbürgerung eines 22-Jährigen
Utl.: Realitätsfremde Hürden blockieren Einbürgerung eines
22-Jährigen =
Wien (OTS) - "Wenn es noch eines Beleges bedurft hätte, um zu zeigen,
dass das österreichische Einbürgerungsgesetz dringend reformbedürftig
ist, dann liefert ihn der Fall Mario Keiber. Der 22-jährige Mann hat
fast 20 Jahre seines Lebens in Österreich verbracht und ist gerade
dabei, erfolgreich eine Versicherungslehre zu absolvieren. Er fühlt
sich als Teil von Österreich, möchte voll an der Gesellschaft
teilhaben und auch seinen Präsenzdienst ableisten. Aber das wird ihm
durch realitätsfremde Einbürgerungsgesetze verwehrt", so Alexander
Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.
Mario Keiber ist als knapp 3-Jähriger mit seiner Familie aus Polen
nach Österreich gekommen. Er hat in Wien die Volks- und Mittelschule
besucht und eine Handelsschule absolviert. Jetzt befindet er sich im
dritten Jahr einer Versicherungslehre. Seine Mutter ist inzwischen
Österreicherin, ebenso sein jüngerer Bruder, der in Österreich
geboren ist. Seit zwei Jahren versucht auch Mario Keiber Österreicher
zu werden, doch die zuständigen Behörden winken mit der Begründung
ab, dass er nicht genug Geld verdiene. Denn um Österreicher werden zu
können, müsste Keiber über einen Zeitraum von mindestens 3 Jahren ein
Nettoeinkommen von fast 1200 Euro (errechnet aus dem Sockelsatz von
837,63 Euro + anteilige Mietkosten) haben. Für einen Lehrling ist das
fern jeder realistischen Möglichkeit. Nachdem Keiber bisher sowohl
von den Behörden als auch von den verantwortlichen politischen
Stellen keine Hilfe bekommen hat, hat er sich nun an SOS Mitmensch
gewandt, um einen öffentlichen Appell an die Politik zu richten.
"Ich appelliere an die Politik, mir dabei zu helfen, das zu
werden, was ich eigentlich schon längst bin: Österreicher. Ich habe
mich Zeit meines Lebens nie als etwas anderes gefühlt", so Keiber.
"Mario Keibers Appell ist ein Weckruf an die Politik. Es kann doch
nicht sein, dass wir Gesetze haben, die es faktischen Österreichern,
wie Herrn Keiber, unmöglich machen, auch tatsächlich Österreicher zu
werden", so SOS Mitmensch-Sprecher Pollak. "Die in diesen Tagen
anstehende Einbürgerungsreform muss dafür genutzt werden, um
Personen, die dauerhaft in Österreich leben oder gar hier
aufgewachsen sind, einen realistischen Zugang zur Staatsbürgerschaft
zu ermöglichen. Das Einkommen darf dabei kein Ausschlussgrund sein.
Wer schon so lange wie Herr Keiber in Österreich lebt, sollte
überhaupt einen bedingungslosen Rechtsanspruch auf die
Staatsbürgerschaft haben", fordert Pollak.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SMM






