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TIROLER TAGESZEITUNG, Leitartikel: "Das Kindergeld bleibt Verwirrspiel", von Liane Pircher, Ausgabe vom 14. April 2013
Beim Kindergeld tut sich wieder einmal etwas.Besser als Mini-Reparaturen wäre eine Gesamtreform.
Utl.: Beim Kindergeld tut sich wieder einmal etwas.Besser als
Mini-Reparaturen wäre eine Gesamtreform. =
Innsbruck (OTS) - Die Kindergeld-Novelle bringt Familien
Erleichterungen - minimale. Im Gesamten bleibt das System zu
kompliziert.
Eltern sollen künftig die von ihnen gewählte
Kinderbetreuungsgeld-Variante innerhalb einer Frist von 14 Tagen
ändern können. Das wird eine Neuerung per 1. Jänner 2014 sein.
Familienminister Mitterlehner will damit eventuelle Härtefälle
verhindern. Es soll nicht passieren (wie es nachweislich der Fall
war), dass eine Mutter um Geld umfällt, nur weil sie beim Ausfüllen
des Antrags irrtümlich ein Kreuzerl an der falschen Stelle gemacht
hatte. Nun gut, eine Verbesserung, die dem realen Leben näher kommt.
Diese ist in ihrer Großzügigkeit ähnlich einzustufen wie die
Neuerung, die Zuverdienstgrenze beim einkommensabhängigen
Kinderbetreuungsgeld von 6.100 auf 6.400 Euro anzuheben.
Beides lenkt nur bedingt davon ab, dass nach elf Jahren Bestehen -
im Jahr 2002 löste das Kindergeld das Karenzgeld ab - eigentlich eine
Gesamtreform fällig wäre. Aus dem ursprünglichen Modell wurden
irgendwann fünf Varianten. Wer vor ein paar Jahren Kindergeld bezog,
kann jemandem, der es heute bezieht, nicht erklären, wie es
funktioniert. Das Ganze ist zu kompliziert. Die Mehrzahl blickt nicht
durch. Krankenkassen wissen aufgrund der Mails und Anrufe ein Lied
davon zu singen. Statt mit minimalen Verbesserungen ständig aufs Neue
zu verwirren, müsste das ganze Modell vereinfacht werden und zwar
zugunsten einer einkommensabhängigen Variante, die partnerschaftliche
Aufteilung und Vereinbarkeit von Familie und Beruf besonders fördert.
Zu solch einer Reform würde auch eine Transparenzdatenbank, die einen
Überblick über alle Leistungen für Familien schafft, gehören. Je nach
Bundesland gibt es nämlich andere (Zusatz-)Förderungen. Selbst vom
Minister gewünscht, aber bis dato nicht umgesetzt, scheint auch hier
das Schwierigste das Entwirren der Zahlen und Möglichkeiten zu sein.
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