- 29.03.2013, 09:37:52
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Schulpartner fordern "Fortbildungsscheck" für LehrerInnen
Schwere Versäumnisse bei der Umsetzung von Zentralmatura und neuer Oberstufe
Utl.: Schwere Versäumnisse bei der Umsetzung von Zentralmatura und
neuer Oberstufe =
Wien (OTS) - Theodor Saverschel, Präsident des Bundesverbandes der
Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs und
derzeit Vorsitzender des Bundes-Schulgemeinschaftsausschusses
(B-SGA), stellt nach der zweiten Sitzung des B-SGA fest: "Ab dem
kommenden Schuljahr kann die neue Oberstufe umgesetzt werden. Dafür
ist eine Semestrierung der Lehrpläne erforderlich. Meines Wissens
gibt es im AHS-Bereich diese Lehrpläne noch für keinen einzigen
Gegenstand. Es wurden angeblich noch nicht einmal die
Lehrplankommissionen einberufen. Ich frage mich, wieso BM Schmied
seit der gesetzlichen Verankerung der neuen Oberstufe über ein Jahr
tatenlos hat verstreichen lassen."
"Auch wenn die Schülervertretung wegen zu geringer
Wahlmöglichkeiten mit der neuen Oberstufe nicht restlos glücklich
ist, könnten im Rahmen dieser notwendigen Lehrplanänderung endlich
rechtsverbindlich die Inhalte verankert werden, die bei der
Zentralmatura alle Kandidaten beherrschen müssen", ergänzt der
Bundesschulsprecher Felix Wagner. "In Mathematik etwa gibt es einen
Grundkompetenzenkatalog mit vielen konkreten Inhalten, doch handelt
es sich dabei um eine BIFIE-Broschüre, die jederzeit geändert werden
könnte, und keine rechtsverbindliche Grundlage, auf die sich alle
Schulpartner und auch die Schulbuchverlage verlassen können."
Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der
Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, fasst die Position der Schulpartner
in einem anderen Bereich zusammen, über den in der dreistündigen
Sitzung beraten wurde. "Wir fordern eine Art virtuellen
Fortbildungsscheck für Lehrerinnen und Lehrer, den diese bei dem
Fortbildungsanbieter einlösen können, der die passenden Angebote
stellt." Derzeit haben Pädagogische Hochschulen quasi das
institutionelle Fortbildungsmonopol. In manchen Bereichen seien diese
allerdings einfach nicht in der Lage, das passende Angebot zu
stellen. "Die fachwissenschaftliche Fortbildung von AHS- oder
BMHS-Lehrern kann sinnvollerweise nur an Universitäten oder
Fachhochschulen erfolgen." Roland Gangl, stellvertretender
Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD, ergänzt: "Technische
Neuerungen in Betrieben werden am besten von den Betrieben selbst
geschult. Mit einem Fortbildungsscheck bekäme der Anbieter das Geld,
der die Schulung durchführt." Alle Schulpartner sind sich darüber
einig, dass Fortbildung in möglichst hohem Ausmaß in der
unterrichtsfreien Zeit angeboten werden sollte. "Wenn ein solches
qualitativ hochwertiges Angebot existiert, werden die Lehrer dieses
auch nutzen", so Gangl und Quin unisono.
Abschließend erneuern die Schulpartner ihre Forderung nach einer
raschen gesetzlichen Verankerung des
Bundes-Schulgemeinschaftsausschusses: "Wir haben unser Konzept
vorgelegt. Die Politik muss nur wollen, dann kann es ganz schnell
gehen. Allerdings hatten wir nicht den Eindruck, dass BM Schmied an
einer dadurch erreichten Stärkung der Schulpartnerschaft interessiert
ist."
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