• 28.03.2013, 10:00:56
  • /
  • OTS0057 OTW0057

Ergebnis des ÖVAG Konzerns für das Geschäftsjahr 2012

GD Koren: Die Gesundung und Wiedererstarkung der Bank ist ein Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt

Utl.: GD Koren: Die Gesundung und Wiedererstarkung der Bank ist ein
Prozess, der Zeit in Anspruch nimmt =

Wien (OTS) - - Konzernergebnis (IFRS) von EUR 313 Mio. per 31.12.2012
ist von Sondereffekten positiv beeinflusst
- Jahresergebnis auf Einzelinstitutsebene (UGB) liegt bei EUR -131
Mio.
- Zinsüberschuss hat sich auf EUR 220 Mio. verringert,
Risikovorsorgen sind auf EUR -367 Mio. angestiegen
- Bilanzsumme ist gemäß den Auflagen gesunken und beläuft sich zum
Jahresultimo auf EUR 27,7 Mrd.
- Die Kapitalquoten haben sich verbessert, zum Jahresultimo beträgt
die Tier I Quote 10,9 %

"Das Jahr 2012 brachte für die ÖVAG und den ÖVAG Konzern
dramatische Veränderungen. Im April kam es aufgrund der schweren
Verluste des Jahres 2011 zu einer Teilverstaatlichung der Bank. Diese
Teilverstaatlichung war begleitet von sehr harten Auflagen der EU
Kommission und der Republik Österreich. Die ÖVAG muss dramatisch
verkleinert und in ihrer strategischen Ausrichtung vollständig neu
aufgestellt werden", so ÖVAG Generaldirektor Stephan Koren.

"Derzeit ist die ÖVAG de facto eine Abbaubank, die so gut wie ihr
gesamtes Eigengeschäft im In- und Ausland beenden muss. Zahlreiche
Beispiele zeigen, dass solche Abbauprozesse oft mit erheblichem
Kapitalverzehr verbunden sind. Es ist und war daher aus der Sicht des
Vorstandes dringend geboten, den Abbauprozess so rasch und konsequent
wie nur möglich voranzutreiben. Dies einerseits um die resultierenden
Kosten zu minimieren, vor allem aber um möglichst rasch
Handlungsfähigkeit zurück zu gewinnen, um die Zukunft der Bank und
des Sektors zu gestalten. In den vergangenen Monaten haben wir in
Umsetzung dieser Strategie schon einiges erreichen können. Die
Bilanzsumme des Konzerns respektive die RWAs (bezogen auf das
Gesamtrisiko) konnten vom Ultimo 2011 auf den Ultimo 2012 um EUR 13,5
Mrd. respektive um EUR 9,5 Mrd. verringert werden. Trotz damit
verbundener Kosten konnte daher die Kapitalbasis verbessert werden."

Differenz zwischen Konzern- und Einzelabschlussergebnis

Das Konzernergebnis vor Steuern beträgt per 31.12.2012 EUR 499
Mio., das Konzernergebnis nach Steuern und Minderheitenanteilen liegt
bei EUR 313 Mio. Im Einzelabschluss dagegen wird für das Jahr 2012
ein Verlust in Höhe von EUR -131 Mio. ausgewiesen. Die Abweichung
zwischen den Ergebnissen auf Konzern- und Einzelinstitutsbasis ergibt
sich vor allem aus den unterschiedlichen Rechnungslegungsvorschriften
für den Konzernabschluss (IFRS) und den Einzelabschluss (UGB).

Konzernergebnis per 31.12.2012 von Sondereffekten beeinflusst

Im operativen Geschäft schließt der ÖVAG Konzern das Jahr 2012
auch nach IFRS negativ ab, für das laufende Geschäftsjahr wird
ebenfalls ein negatives operatives Konzernergebnis erwartet.

Das Konzernergebnis des Jahres 2012 ist durch Sondereffekte
positiv beeinflusst. Neben der Verbuchung der Herabsetzung des
Partizipationskapitals und der Berücksichtigung der
Verlustbeteiligung von Ergänzungskapital stellen auch die Erträge aus
den Rückkäufen von hybridem Tier I Kapital und Tier II Kapital, die
in der Berichtsperiode erfolgten, Sondereffekte dar.

Konzernergebnis des Geschäftsjahrs 2012 im Detail

Im Vorjahresergebnis ist das Ergebnis 1-9/2011 der Volksbank
Rumänien, die ab Oktober 2011 at equity bewertet wird, noch
enthalten.

Per 31.12.2012 beträgt der Zinsüberschuss EUR 220 Mio. und liegt
damit um EUR 174 Mio. unter dem Vorjahreswert. Im Zinsüberschuss des
Vorjahres war die Volksbank Rumänien mit EUR 46 Mio. enthalten. In
den Segmenten Non-core Unternehmen und Non-core Immobilien ist das
Zinsergebnis in Folge des Asset Abbaus um EUR 36 Mio. bzw. EUR 20
Mio. gesunken. Auch im Segment Financial Markets/Bankbuch hat sich
der Zinsüberschuss verringert, dies ist zum einen auf die
Zinsanpassungselastizität - die Anpassung an das niedrige Zinsniveau
erfolgt auf der Aktivseite schneller als auf der Passivseite - und
zum anderen auf den hohen Liquiditätspuffer (EUR 4 Mrd. per
31.12.2012), den die ÖVAG in ihrer Funktion als Spitzeninstitut hält,
zurückzuführen.

Der Provisionsüberschuss hat sich gegenüber dem Vorjahr um EUR 36
Mio. verringert und liegt Ende 2012 bei EUR 58 Mio. Das
Handelsergebnis dagegen ist um EUR 29 Mio. auf EUR 32 Mio.
angestiegen.

Der Verwaltungsaufwand konnte um EUR 36 Mio. auf EUR -264 Mio.
gesenkt werden. Der Personalstand, bereinigt um die
Veräußerungsgruppe, verringerte sich gegenüber dem Ultimo 2011 um 126
Mitarbeiter und beträgt nun 1.912 Mitarbeiter. Davon sind 775 nicht
in Österreich beschäftigt (großteils Volksbank Leasing
International). Der Abbau fand fast ausschließlich im Inland (ÖVAG)
statt.

Das sonstige betriebliche Ergebnis beträgt per 31.12.2012 EUR 772
Mio. Die Verbuchung der Herabsetzung des Partizipationskapitals und
die Berücksichtigung der Verlustbeteiligung des Ergänzungskapitals
wurde mit EUR 648 Mio. im sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst.
In dieser Position wurde auch der Ertrag aus dem Rückkauf von
hybridem Tier I Kapital sowie Tier II Kapital von in Summe EUR 183
Mio. verbucht. Die Bankensteuer, die ebenfalls im sonstigen
betrieblichen Ergebnis enthalten ist, beträgt im Berichtszeitraum EUR
-46 Mio.

Die Risikovorsorgen haben sich um EUR 263 Mio. erhöht und belaufen
sich zum Jahresultimo auf EUR -367 Mio. Angestiegen sind die
Risikovorsorgen vor allem im Segment Non-core Immobilien (um EUR 212
Mio.) und im Segment Non-core Unternehmen (um EUR 90 Mio.).

Per 31.12.2012 beträgt das Ergebnis aus Finanzinvestitionen EUR -1
Mio. Gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres, der unter anderem
durch die Abwertung griechischer Staatsanleihen stark belastet war,
hat es sich um EUR 440 Mio. erhöht. Das Ergebnis aus
dem Verkauf der VICTORIA Versicherungsgesellschaften (EUR 18 Mio.)
wird in dieser Position ausgewiesen.

Im Ergebnis eines aufgegebenen Geschäftsbereichs sind unter
anderem das Ergebnis der Entkonsolidierung der VBI und deren
Vorsteuerergebnis für den Zeitraum 01.01. bis 15.02.2012 (Closing des
Verkaufs und Entkonsolidierung) von insgesamt EUR 36 Mio.
dargestellt.

Die Bilanzsumme des ÖVAG Konzerns sinkt in Übereinstimmung mit der
Redimensionierungsstrategie kontinuierlich. Zum 31.12.2012 liegt die
Bilanzsumme bei EUR 27,7 Mrd. und damit um EUR 13,5 Mrd. unter dem
Wert zum Jahresultimo 2011. Ein Teil des Rückgangs der Bilanzsumme
(EUR 8,8 Mrd.) ist auf die Entkonsolidierung der VBI zurückzuführen.

Die Kapitalmaßnahmen (Kapitalherabsetzung und nachfolgende
Kapitalerhöhung), die Entkonsolidierung der VBI und weitere Asset
Verkäufe haben zu einer Steigerung der Kapitalquoten geführt. Die
Tier I Quote (bezogen auf das Gesamtrisiko) ist um 2,1 Prozentpunkte
auf 10,9 % gestiegen, die Eigenmittelquote (bezogen auf das
Gesamtrisiko) liegt mit 15,7 % per 31.12.2012 um 3 Prozentpunkte über
dem Vorjahreswert.

Ausblick

Aufgrund des Verlustes im Einzelabschluss 2012 sind Zinszahlungen
auf Ergänzungskapital im laufenden Geschäftsjahr nicht möglich. Der
Vorstand der Österreichischen Volksbanken-AG hat bereits im November
letzten Jahres bekanntgegeben, dass auch für 2013 mit einem Verlust
im Einzelabschluss gerechnet werden muss und daher Zinszahlungen auf
Ergänzungskapitalanleihen auch im Jahr 2014 nicht zu erwarten sind.

Eine Schüttung von Dividenden auf Aktien, Partizipationskapital
und Zertifikate auf Partizipationskapital ist in Folge des
Dividendenschüttungsverbotes der Europäischen Kommission während der
Umstrukturierungsphase, die bis Ende 2017 dauert, nicht möglich.

Generaldirektor Koren abschließend: "Die Gesundung und
Wiedererstarkung der Bank ist ein Prozess, der Zeit in Anspruch
nimmt. Ich rechne damit, dass uns in diesem Jahr und auch noch 2014
die Abbauthemen und die daraus resultierenden Herausforderungen
massiv beschäftigen werden. Ich bin aber optimistisch, dass wir ab
2015 zunehmend die Erfolge einer einheitlichen Verbundsteuerung
werden erkennen können. Die Steuerzahler sind für die ÖVAG gewaltig
in Vorlage getreten. Sie haben ein Anrecht, dass es zu den
notwendigen Veränderung kommt, die eine erfolgreiche Zukunft des
Sektors sicherstellen. Nur wenn es gelingt innerhalb des Sektors und
zwischen ÖVAG und Sektor alle Synergien und Effizienzsteigerungen zu
heben, wird es ein nachhaltig erfolgreiches Geschäftsmodell für die
Volksbanken geben. Dies umzusetzen ist unsere gemeinsame Aufgabe."

Der Geschäftsbericht wird am 25. April 2013 auf www.volksbank.com
veröffentlicht. (Schluss)

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VBF

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel