In Erinnerung an den März 1938: Niemals Vergessen

Eine Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft der NS-Opfer-Verbände

Wien (OTS) - Die Arbeitsgemeinschaft der NS-Opferverbände wendet sich anlässlich des 75. Jahrestages der von außen und innen betriebenen nationalsozialistischen Machtübernahme, Okkupation und Annexion Österreichs an die Öffentlichkeit, um der Opfer dieses Gewaltaktes zu gedenken, das unter der Führung eines diktatorisch ermächtigten Reichskanzler, Adolf Hitler, das kleine Österreich in seinen Besitz brachte.

Wenngleich die Fehler der damaligen Bundesregierung sowie die Haltung eines Teiles der österreichischen Bevölkerung zur Katastrophe mit beitrug, ist die Brutalität, mit der die Organe der Gestapo, die bereits dem Einmarsch der Hitlertruppen voraus geeilt waren, ihre Verhaftungslisten abarbeitete und der Terror der österreichischen Nazis, grenzenlos.

Die ersten Opfer waren prominente Österreicher, politische und jüdische Funktionäre sowie Wirtschaftstreibende und Künstler. Am 1.April 1938 wurde ein Transport nach Dachau zusammengestellt, der aus 150 Nazigegnern aller Fraktionen, sowohl der Vaterländischen Front, als auch der Mitglieder der in Österreich seit 1934 verbotenen Sozialdemokraten und Kommunisten, bestand. Der Transport, der am Westbahnhof abgefahren ist, wurde von einer NS-Einheit begleitet, die durch ihre brutalen Methoden berüchtigt gewesen ist. Eine Gedenktafel der Arbeitsgemeinschaft ist diesem Verbrechen gewidmet, die nunmehr an prominenter Stelle am Wiener Westbahnhof angebracht ist. So hat jeder Zugreisenden, auch die Möglichkeit den Text zu lesen.

Wichtig ist vor allem, dass die Jugend nicht vergisst, was damals im März 1938 und seinen Folgen, geschehen ist, denn das darf sich nicht wiederholen.

Einen besonderen Dank entbietet die Arbeitsgemeinschaft dem Bundespräsidenten und der Bundesregierung dafür, dass der 12.März 1938 mit seinen Folgen so in den Mittelpunkt einer geschichtlichen Betrachtung gestellt wird, dass er nicht vergessen werden kann.

Herzlichen Dank gebührt der Bundesregierung für die Schaffung einer nationalen Gedenkstätte in der Gruppe 40 des Wiener Zentralfriedhofes. Dort sind mehr als tausend Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer beerdigt, die vom sogenannten Volksgerichtshof und Sondergerichten zum Tode verurteilt und im Wiener Landesgericht hingerichtet wurden. Außerdem sind auch die Opfer der NS-Militärjustiz, die am Schießplatz Kagran ermordet wurden, beigesetzt. Außerdem wurde in die Gedenkstätte auch Erde aus verschiedenen ehemaligen Konzentrationslagern zugebracht.

Es wird dies ein Objekt des Lernens für die Jugend sein, an dem sie sehen kann, welche Opfer für Österreichs Freiheit und Selbstständigkeit erbracht wurden.

Für die Arbeitsgemeinschaft der NS-Opfer-Verbände

Bundesverband österreichischer AntifaschistInnen, WiderstandskämpferInnen und Opfer des Faschismus (KZ-Verband / VdA)' Dr. Winfried Garscha

Bund Sozialdemokratischer Freiheitskämpfer/innen, Opfer des Faschismus und aktiver Antifaschist/inn/en
Abg.z.NR a.D. Ing. Ernst Nedwed

ÖVP-Kameradschaft der politisch Verfolgten und Bekenner Österreichs KomR Dr. Gerhard Kastelic

Rückfragen & Kontakt:

Philip Steffel
Tel.: 0664/8383248

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