• 18.02.2013, 11:37:42
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Mitterlehner: "Standort Österreich im Aufwind"

Zehn Prozent mehr Ansiedlungen internationaler Betriebe - Österreich liegt laut neuer Manager-Befragung unter den drei wettbewerbsfähigsten Standorten Europas

Utl.: Zehn Prozent mehr Ansiedlungen internationaler Betriebe -
Österreich liegt laut neuer Manager-Befragung unter den drei
wettbewerbsfähigsten Standorten Europas =

Wien (OTS/BMWFJ/ABA) - "Der Standort Österreich ist gerade in einem
schwierigen internationalen Umfeld ausgesprochen attraktiv und
wettbewerbsfähig. Unternehmen, die sich bei uns ansiedeln, schätzen
die Drehscheibenfunktion in Richtung Zentral- und Osteuropa, unsere
qualifizierten Fachkräfte und die hohe Stabilität und
Rechtssicherheit", sagte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner am
Montag in einer Pressekonferenz mit ABA-Geschäftsführer René Siegl
anlässlich der Präsentation des Jahresergebnisses von ABA-Invest in
Austria und einer internationalen Manager-Befragung zum
Wirtschaftsstandort.

"Die Anzahl der neu angesiedelten internationalen Unternehmen ist im
Vorjahr um zehn Prozent gestiegen. Insgesamt haben sich 201
ausländische Betriebe neu angesiedelt, was dem zweitbesten Jahr in
der 31-jährigen Firmengeschichte entspricht", berichtete Mitterlehner
als ABA-Eigentümervertreter. Mit den Ansiedlungen waren Investitionen
von 282,37 Millionen Euro verbunden. Damit wurden 2.385 Arbeitsplätze
geschaffen, was einem Plus von 31 Prozent gegenüber 2011 entspricht.
"Angesichts der derzeit von der ABA bearbeiteten rund 650 offenen
Investitionsprojekte sind wir auch für 2013 optimistisch", betont
Mitterlehner. "Wenn die Konjunktur mitspielt, sind wir
zuversichtlich, Investitionen und Arbeitsplätze weiter steigern zu
können", ergänzt Siegl.

Manager-Ranking: Österreich verbessert sich auf Platz drei

Auch internationale Top-Manager bewerten die Zukunftsfähigkeit des
Standorts Österreich noch positiver als im Vorjahr, wie eine aktuelle
Umfrage unter 302 internationalen Führungskräften aus den 1.000
umsatzstärksten Unternehmen, die von Kreutzer Fischer & Partner im
Auftrag der ABA interviewt worden sind, ergibt. Nach Platz fünf im
Vorjahr liegt Österreich jetzt nach Deutschland und Schweden
gleichauf mit der Schweiz auf Platz drei der europäischen Länder.
"Insgesamt 78 Prozent der befragten Top-Manager attestieren
Österreich, schon heute die Anforderungen an einen
Wirtschaftsstandort der Zukunft zu erfüllen bzw. auf einem guten Weg
dorthin zu sein", betont Mitterlehner. In dieser Kategorie haben sich
Österreich und Polen in der Gesamtbewertung im Vergleich mit der
Vorjahresstudie am stärksten verbessert, gefolgt von Finnland und
Tschechien. Alle anderen Länder wurden jetzt schlechter bewertet.

Besonders gut positioniert ist Österreich bei den Standortfaktoren
gut ausgebildete Arbeitskräfte, Umwelt- und Bildungsstandards,
Infrastruktur, Stabilität und sozialer Ausgleich. 36 Prozent der
Führungskräfte betonen zudem, dass der Standort Österreich in den
letzen Jahren an Attraktivität gewonnen hat. Besonders gute Noten
erhält Österreich von den deutschen Top Managern: 40 Prozent von
ihnen attestieren dem Standort in den vergangenen Jahren einen
Attraktivitätsgewinn, kein Befragter einen Attraktivitätsverlust.
Auch 32 Prozent der italienischen Manager finden, dass der
Wirtschaftsstandort in den vergangenen Jahren an Attraktivität
gewonnen hat.

Top-Standortfaktoren: Produktivität, Infrastruktur, Stabilität

Trotz der schwierigen Konjunktur glauben die befragten Top-Manager
mehrheitlich an Europa: die Zuversicht in die Wettbewerbsfähigkeit
stieg gegenüber dem Vorjahr um weitere sechs Prozentpunkte: Insgesamt
68 Prozent der Befragten attestieren Europa eine gleichbleibende
(38%) oder steigende Bedeutung (30%). Im Einzelnen betrachten die
Führungskräfte produktivitätsbezogene und
Infrastruktur-Standortfaktoren als ausschlaggebend für die künftige
Wettbewerbsfähigkeit europäischer Standorte. Der höchste
Bedeutungsgewinn wird gut ausgebildeten Arbeitskräften (65% der
Befragten), ausreichendem Potenzial an Facharbeitern (58%) und
geringen Lohnstückkosten (56%) sowie leistungsfähigen Energienetzen
(51%) und gut ausgebauter sonstiger Infrastruktur (50%)
zugeschrieben. Auch Rahmenbedingungen wie politische Stabilität (49%)
und ausgeglichener Staatshaushalt (48%) werden nach Ansicht der
europäischen Top-Manager stark an Bedeutung gewinnen. Signifikant
weniger Bedeutungsgewinn schreiben die Befragten gesellschaftlichen
Standortfaktoren wie sozialem Ausgleich - nur 22 Prozent glauben an
einen Bedeutungsgewinn - Umweltstandards (17%) und Lebensqualität
(9%) bei. "Wir erleben ein Comeback der 'harten' Standortfaktoren",
so Siegl.

Ansiedlungs-Bilanz: Deutschland an der Spitze, BRIC-Staaten
fast verdoppelt

Als traditionell wichtigstes Investorenland stellte Deutschland mit
63 Projekten (2011: 71) auch im Jahr 2012 wieder die meisten
Neuansiedlungen. Beispiele dafür sind Unternehmen wie der renommierte
Gartengeräte-Hersteller Viking, der in seiner neuen Tiroler
Niederlassung im Vorjahr Forschung und Entwicklung, Konstruktion und
Fertigung, Marketing und Vertrieb, Einkauf und Qualitätsmanagement in
einem Kompetenzzentrum bündelte. Weitere Beispiele für deutsche
Neuansiedlungen sind Bora Filtertechnik/Entlüftung oder der mobile
Autoverleih car2go. Nach dem Rückgang im Vorjahr liegt der Stand der
offenen deutschen Investitionsprojekte aktuell mit 149 gegenüber 138
schon wieder deutlich über dem Jahr zuvor. Indes konnte Italien mit
38 Prozent Steigerung kräftig zulegen: Die ABA hat im Vorjahr 22
italienische Unternehmen bei der Niederlassung betreut, 2011 waren es
16.

Das Interesse aus den BRIC-Staaten, die auch als Exportpartner
Österreichs immer wichtiger werden, steigt stark. Im Vorjahr hat sich
die Gesamtzahl der Betriebsansiedlungen aus Brasilien, Russland,
Indien und China fast verdoppelt - von 14 auf 26 Projekte.
Insbesondere für russische Unternehmen gewinnt Österreich als
Standort an Bedeutung: Die Ansiedlungszahl hat sich mit elf neuen
Investitionen gegenüber 2011 mit sechs Projekten fast verdoppelt.
Allein sechs Ansiedlungen kamen 2012 aus Brasilien und sieben aus
China. Darunter war das mit 15.000 Beschäftigten und 15 Standorten
zweitgrößte private Unternehmen der chinesischen
Erdöl/Petrochemie-Branche BAOTA, das in Wien seinen ersten
Europa-Standort eröffnete. Zwei weitere Ansiedlungen kamen aus
Indien.

Forschungsstandort Österreich stärker gefragt

Die vom Wirtschaftsministerium initiierte und finanzierte
Marketingkampagne "Forschungsplatz Österreich" zur Positionierung als
Innovationsstandort trägt Früchte, wie die steigenden Ansiedlungen
zeigen: 2012 betreute die ABA 14 F&E treibende Unternehmen bei der
Niederlassung in Österreich (2011: zehn), darunter die deutsche
biolitec AG. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung in
der Entwicklung und Produktion medizinischer Lasersysteme sowie
Lichtwellenleiter und sieht vor allem für ihre minimalinvasiven
Lasertherapien Wachstumschancen in den osteuropäischen Märkten.
"International einsetzbares Personal, gute Infra- und Förderstruktur
sowie die flexiblere Gruppenbesteuerung waren für die
Verlagerungsentscheidung unserer Firmenzentrale nach Wien
ausschlaggebend", sagt Dr. Wolfgang Neuberger, Vorstand der biolitec.

"Forschung und Entwicklung sind im weltweiten Standortwettbewerb
wichtiger denn je. Gerade weil wir bei den Löhnen nicht mit Asien
konkurrieren können, müssen wir zum Innovations- und
Technologieführer werden", betont Wirtschaftsminister Mitterlehner.
"Daher arbeiten wir daran, unsere Position in diesem Zukunftsfeld
weiter zu verbessern. In Zukunft wollen wir Österreich zum Beispiel
noch stärker als Start-Up-Hub für Technologie- und Bio-Tech-Firmen
positionieren", so Mitterlehner abschließend.

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