• 29.01.2013, 12:41:46
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  • OTS0155 OTW0155

Wurm: Schutz von Frauen bei sexueller Belästigung muss erweitert werden

Zögerliche Haltung der Justizministerin unverständlich

Utl.: Zögerliche Haltung der Justizministerin unverständlich =

Wien (OTS/SK) - "Die in Deutschland losgebrochene Debatte zeigt, dass
'Alltagssexismus' noch immer omnipräsent ist. Wir müssen klare
Signale setzen, dass das in keinster Weise geduldet wird. Daher ist
jetzt der richtige Zeitpunkt, unsere Forderung, das Strafrecht bei
sexueller Belästigung nachzuschärfen und auch 'Po-Grapschen' mit dem
Strafrecht zu sanktionieren, umzusetzen", begrüßt und unterstützt
SPÖ-Frauen- und Gleichbehandlungssprecherin Gisela Wurm am Dienstag
den Vorstoß von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek. Völlig
unverständlich sei hier die zögerliche Haltung von Justizministerin
Beatrix Karl, so Wurm: "Was ist das für ein Signal an betroffene
Mädchen und Frauen?" Frauen müssen vor sexueller Belästigung
bestmöglich geschützt werden, da dürfe man doch nicht auf der Bremse
stehen, so Wurm. ****

Wurm erinnerte an den Fall in Graz vor zwei Monaten, wo einer Frau
von einem Unbekannten auf offener Straße auf den Po gegriffen wurde
und das Verfahren eingestellt wurde. Dies machte, so Wurm, ein
"gravierendes Manko" im Strafrecht deutlich. "Die Staatsanwaltschaft
Graz hat das Verfahren mit der Begründung, dass keine sexuelle
Belästigung, sondern eine bloße Anstandsverletzung vorliege,
eingestellt. Das ist eine Verharmlosung von sexuellen Übergriffen und
damit Gewalt an Frauen, so Wurm.

Der bewusste Griff auf den Hintern müsse als das bewertet werden, was
es ist - eine sexuelle Belästigung und damit ein Fall fürs
Strafrecht. Konkret schlägt Wurm vor, eine neue Begriffsdefinition
der geschlechtlichen Handlung bei sexueller Belästigung vorzunehmen.
Bei einer gesetzlichen Konkretisierung des Begriffs sollen auch
Körperpartien, die nicht zur unmittelbaren Geschlechtssphäre gehören,
explizit einbezogen werden und es sollen sämtliche Delikte gegen die
sexuelle Selbstbestimmung, in denen dieser unbestimmte Begriff
verwendet wird, angepasst werden.

Die Zeit des Zauderns und Zögerns müsse endlich vorbei sein, es ist
höchste Zeit, dass etwas geschieht, sexuelle Belästigung und
Grenzüberschreitungen müssen gesellschaftlich geahndet werden.
Abschließend appellierte Wurm an alle Frauen, sich nicht entmutigen
zu lassen und jede Art von Übergriff und Belästigung anzuzeigen.
(Schluss) sn/sl/mp

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