- 29.01.2013, 10:03:13
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Korneuburger Grundwasser: Neue Studie liefert Hinweise auf Gesundheitsgefährdung
GLOBAL 2000 fordert von AGES Rücknahme ihres Unbedenklichkeits-Gutachtens
Utl.: GLOBAL 2000 fordert von AGES Rücknahme ihres
Unbedenklichkeits-Gutachtens =
Wien (OTS) - Vor wenigen Wochen veröffentlichte die AGES (Agentur für
Gesundheit und Ernährungssicherheit) ein Gutachten, das dem
pestizidkontaminierten Grundwasser in Korneuburg Ungefährlichkeit für
den Menschen bescheinigt - selbst Babys könnten laut der AGES täglich
0,75 Liter des kontaminierten Grundwassers konsumieren, obwohl der
Pestizidgrenzwert mehr als tausendfach überschritten wird. Eine von
der Stadt Korneuburg beauftragte und an der FH Technikum Wien
durchgeführte Studie spricht eine andere Sprache.
Die FH Technikum Wien entnahm insgesamt 20 Wasserproben aus 16
Probenentnahmestellen und untersuchte deren Wirkung auf zahlreiche
Testorganismen wie Algen oder Wasserpflanzen sowie deren Effekte auf
menschliche Zellen. Die Ergebnisse sind eindeutig: "Als Trinkwasser
ist das Korneuburger Grundwasser definitiv nicht mehr geeignet. Diese
Mischung aus Pestiziden und anderen Schadstoffen lieferte in den
Versuchen mit menschlichen Zellen Hinweise auf hormonelle
Wirksamkeit, und damit auf eine potentielle Gesundheitsgefährdung für
den Menschen", warnt Dr. Franz Tatzber, Autor der an der FH Technikum
Wien durchgeführten Studie.
Elisabeth Kerschbaum, Umweltstadträtin der Stadt Korneuburg, zeigt
sich vom Ergebnis der Studie erschüttert, aber nicht überrascht: "Die
Menschen in Korneuburg sind verunsichert. Zu oft hatten sich Aussagen
der Behörden im Nachhinein als unzutreffend erwiesen. Dass nun
Grundwasser, das mehr als tausendfach über dem Grenzwert mit
Pestiziden belastet ist, unbedenklich sein soll, hatte die Skepsis
weiter vergrößert. Jetzt haben wir jedenfalls Klarheit darüber, dass
dieses Wasser nicht mehr genutzt werden darf, bis die Sanierung
abgeschlossen und das Korneuburger Grundwasser wieder sauber ist."
Hans Peter Hutter, Umweltmediziner und Sprecher der "ÄrztInnen für
eine gesunde Umwelt" schließt an: "Vor allem die in der neuen
Untersuchung gefundenen Hinweise auf hormonell wirksame Chemikalien
im Korneuburger Grundwasser geben Anlass zur Sorge: Chemikalien mit
hormoneller Wirksamkeit können bereits in niedrigsten Konzentrationen
störend in den Hormonhaushalt des Körpers eingreifen. Besonders
gefährdet sind Schwangere und Neugeborene - jene Neugeborenen, denen
laut AGES-Gutachten das kontaminierte Wasser bedenkenlos verabreicht
werden kann."
Helmut Burtscher, Biochemiker und Pestizidexperte von GLOBAL 2000
ergänzt: "Das human-toxikologische Gutachten der AGES weist eklatante
inhaltliche Schwächen auf. Es entspricht nicht dem Stand der
Wissenschaft, und verstößt auch gegen das Vorsorgeprinzip. In den
Augen von GLOBAL 2000 gefährdet es auf fahrlässige Weise die
Gesundheit der Menschen in Korneuburg, indem es diese dazu verleitet,
früher oder später ihr vermeintlich unbedenkliches Hausbrunnenwasser
wieder zu trinken - Wasser, das noch auf Jahre hinaus kontaminiert
sein wird."
Die Bezirkshauptmannschaft Korneuburg hatte das
Unbedenklichkeits-Gutachten der AGES vorige Woche unter den
niedergelassenen Ärzten des Bezirks verbreitet. GLOBAL 2000 wendet
sich nun in einem offenen Brief an die AGES und an
Gesundheitsminister Stöger: Darin werden die Schwächen und Mängel der
AGES-Bewertung detailliert beschrieben und die AGES dazu
aufgefordert, zur sachlichen Kritik von GLOBAL 2000 Stellung zu
nehmen und ihr fehlerhaftes Gutachten binnen zwei Wochen zu
revidieren bzw. zu korrigieren.
Weiterführende Informationen (Studie FH Technikum Wien, Gutachten der
AGES, Offener Brief an die AGES) unter www.global2000.at
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