- 17.01.2013, 12:45:35
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Kaske fordert bessere Organisationsqualität sowie faire Entlohnung für Gesundheitsberufe
Wien (OTS) - Für mehr Gesundheitskompetenz in den Gesundheitsberufen
ist die Organisationsqualität im Betrieb ebenso wichtig wie die
Ausbildungsqualität der MitarbeiterInnen, betont Rudolf Kaske,
Vizepräsident der AK Wien, heute anlässlich des Tages der
Gesundheitsberufe. "Es ist fast anachronistisch, dass Menschen, die
sich Tag für Tag um die Gesundheit anderer sorgen, selbst durch ihre
Arbeit in der Gesundheit bedroht sind", sagt Kaske und verweist auf
erhebliche Mängel in den Arbeitsabläufen in den Gesundheitsberufen.
So werden Beschäftigte regelmäßig aus der Freizeit zum Dienst
beordert oder Stellen nicht nachbesetzt, womit eine erhebliche
Ausdünnung qualifizierter MitarbeiterInnen erfolgt. Kaske fordert,
dass neben den Ärzten auch nichtärztliche Gesundheitsberufe, die den
Großteil der im Gesundheitswesen Beschäftigten stellen, bei
Beratungen über anstehende Gesundheitsreformen mit einzubeziehen
sind. Und Kaske stellt klar: "Wesentlich ist für mich auch eine faire
Entlohnung der Beschäftigten im Gesundheitsbereich. Nulllohnrunden
oder Lohnerhöhungen unter der Inflationsrate lehne ich ab. Die Arbeit
im Gesundheitsbereich, in der Pflege und Betreuung ist - wie viele
Studien belegen - physisch und psychisch sehr anstrengend und muss
adäquat entlohnt werden." Der AK Vizepräsident begrüßt das
Struktur-Konzept für die Pflege, das ein klares Bekenntnis abgibt,
dass Pflegekosten auch in Zukunft durch Steuern finanziert werden
sollen: "Die Einführung einer Vermögenssteuer ist nicht nur eine
Frage der Gerechtigkeit. Damit könnte auch der Anstieg der Kosten für
die Pflege abgedeckt werden." Auch die im Konzept vorgesehene
Ausbildungsoffensive wird von Kaske begrüßt. Es fehlt eine bundesweit
einheitliche Berechnungsweise des Personalschlüssels, bedauert Kaske
und drängt weiterhin auf einheitliche Mindestvorgaben.
ArbeitnehmerInnen müssen sich in ihrem Arbeitsumfeld wohlfühlen
können. Ihre Arbeitsleistung muss anerkannt werden und sie müssen
gesunde Arbeitsbedingungen vorfinden, um leistungsfähig zu sein und
zu bleiben. Es ist und bleibt Aufgabe der Arbeitgeber, für
gesundheitsförderliche Verhältnisse im Betrieb zu sorgen. Die für
Gesundheit verantwortlichen MitarbeiterInnen dürfen durch
Unzulänglichkeiten am Arbeitsplatz nicht selbst krank werden.
Wenn Einsparungen im Gesundheitswesen zu weniger qualifizierten
MitarbeiterInnen führen, heißt das: Schlechtere Versorgung der
Patienten. Die AK lehnt das ab. Daher ist es notwendig, neben den
Ärzten auch nichtärztliche Gesundheitsberufe, die den Großteil der im
Gesundheitsbereich Beschäftigten stellen, bei den künftigen
Beratungen über qualitative Gesundheitsreformen mit einzubeziehen.
Die obersten zehn Prozent, die Wohlhabendsten, verfügen derzeit
über große Steuerprivilegien. Sie müssen endlich einen fairen Beitrag
in das Steuersystem leisten. Die Einführung einer Vermögenssteuer und
einer Steuer auf große Erbschaften ist nicht nur eine Frage der
Gerechtigkeit. Damit könnte auch der Anstieg der Kosten für die
Pflege abgedeckt werden.
Aus AK Sicht bedauerlich ist, dass es in der
Bund-Länder-Arbeitsgruppe Pflege nicht gelungen ist, sich auf eine
bundesweit einheitliche Berechnungsweise des Personalschlüssels in
den Pflegeeinrichtungen zu verständigen. Die personelle
Unterbesetzung und die damit einhergehend hohe Arbeitsbelastung
stellt eines der Hauptprobleme für die Beschäftigten dar. Die AK
drängt deshalb weiter auf bundesweit einheitliche Mindestvorgaben.
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