• 10.01.2013, 12:06:03
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Marietta und Friedrich Torberg-Medaille hat positive Vorbildwirkung

IKG sieht in der wiederkehrenden Kritik an den Wiener Philharmonikern persönliche Animositäten

Utl.: IKG sieht in der wiederkehrenden Kritik an den Wiener
Philharmonikern persönliche Animositäten =

Wien (OTS) - Mit der Verleihung der Marietta und Friedrich
Torberg-Medaille an Prof. Clemens Hellsberg, würdigt die
Israelitische Kultusgemeinde seine Verdienste um eine
selbstkritische, reflektierte Aufarbeitung der Involvierung der
Wiener Philharmoniker in die NS-Zeit. Ein Ergebnis seines Engagements
ist ein im Jahr 1992 erschienenes Buch über die Geschichte der
Philharmoniker. Darin widmet sich ein ausführliches Kapitel den
Wiener Philharmonikern im NS-Staat und wird von Historikern als
Pionierwerk eingestuft.

Die Verleihung der Torberg-Medaille hebt die von Prof. Hellsberg
unter den gegebenen Umständen Anfang der 1990er Jahre geleistete
Arbeit hervor. Bei seinen Recherchen ist er oft an Grenzen gestoßen,
die Archive waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht öffentlich
zugänglich und die Datenbank mit österreichischen Opfern der Shoah
gibt es erst seit ca. 10 Jahren. Derartige Erfahrungen machte auch
die Israelitische Kultusgemeinde in den 1990er Jahren, als sie im
Zuge der Mauerbach-Auktion-Recherchen am Zugang zu den Archiven
scheiterte. Erst mit der Einsetzung der Historikerkommission wurden
die Archive geöffnet.

Als Bildungssprecher der Grünen, sollte Abgeordneter Harald Walser
eine Vorstellung von der wichtigen Symbolkraft und Vorbildwirkung
einer Ehrung wie der Torberg-Medaille haben. Was ihn bei seiner
Kritik an der IKG geritten hat, sei dahingestellt. Selbstverständlich
erhebt diese Ehrung keinen Anspruch auf eine lückenlose Aufarbeitung
und berücksichtigt die zum damaligen Zeitpunkt nicht vorhandenen
Möglichkeiten zur Recherche. Die wiederkehrende Kritik von
Nationalratsabgeordneten Walser, an der sich dann auch regelmäßig
bestimmte Personen beteiligen, lässt auf persönliche Animositäten
schließen.

Eine derartige Auseinandersetzung bezüglich der Aufarbeitung des
Nationalsozialismus darf jedenfalls nicht dazu führen, eine Medaille,
die im Namen von Marietta und Friedrich Torberg verliehen wird, in
ihrer Bedeutung zu mindern. Unsere Gesellschaft braucht Menschen mit
Mut, Engagement und Zivilcourage und dies wird die Israelitische
Kultusgemeinde auch in Zukunft fördern, unterstützen - und auch
würdigen.

Oskar Deutsch,
Präsident

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