• 23.12.2012, 11:38:30
  • /
  • OTS0013 OTW0013

Höchste heimische Ordensfrau für Reformen in Kirche und Orden

"Kathpress"-Interview mit der scheidenden Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs, Sr. Kunigunde Fürst, zur Situation der Orden, kirchliche Weiheämter für Frauen und der eigenen Zukunft in Kasachstan

Utl.: "Kathpress"-Interview mit der scheidenden Präsidentin der
Vereinigung der Frauenorden Österreichs, Sr. Kunigunde Fürst,
zur
Situation der Orden, kirchliche Weiheämter für Frauen und der
eigenen Zukunft in Kasachstan =

Wien, 23.12.12 (KAP) Frauen in kirchlichen Weiheämtern und neue
Perspektiven für die an Mitgliedszahlen geringer werdenden
Frauenorden wünscht sich die Präsidentin der Vereinigung der
Frauenorden Österreichs (VFÖ), Sr. Kunigunde Fürst. Die Kirche
sollte in den Augen von Sr. Kunigunde Fürst "nicht immer nur als
mächtig und allwissend auftreten und den Moralapostel spielen. Statt
um abgehobene Veranstaltungen geht es um eine dem Evangelium gemäße
Lebensform, um das Sprechen mit den Menschen", so die scheidende
VFÖ-Präsidentin im "Kathpress"-Gespräch.

Für die 68-jährige Franziskanerin, die als Anerkennung ihres
jahrzehntelangen Einsatzes im Sozial- und Schulbereich am
vergangenen Donnerstag das Große Ehrenzeichen der Republik
Österreich verliehen bekam, steht ein großer Umbruch bevor: Nach
Übergabe aller Ämter in Österreich wird sie fortan in einem
Ordensprojekt in Kasachstan als Deutschlehrerin tätig sein. Im
"Kathpress"-Interview gibt sie einen Rückblick auf ihr bisheriges
Wirken und analysiert die Lage der Frauenorden und der Kirche in
Österreich.

In der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen sei eine Bewegung
der Kirche wünschenswert, zudem auch in der Zulassung von Frauen zu
Weiheämtern etwa für diakonale Dienste - Fürst nennt hier
Krankenbesuche, Predigten oder die Liturgie. "Es gibt unglaublich
viele Frauen, die das können, die das studieren und sich berufen
wissen", so Fürst. Nachsatz: "Ich fühle mich dazu nicht berufen."

Als Schlüsselmoment verweist die Franziskanerin hier auf die
Seligsprechung Hildegard Burjans am 29. Jänner 2012 im Wiener
Stephansdom. Alle Priester und Bischöfe im Altarraum hätten sich
umgedreht, als hinter ihnen das Bild der neuen Seligen aufgezogen
wurde: "Das war beinahe wie eine Vision: Man schaut auf eine Frau,
die aus ihrem Glauben Großes geleistet hat, und da staunen auch
Männer."

Seit 2008 bekleidete Fürst das Amt der Präsidentin der 118
Frauenorden Österreichs, denen derzeit 4.368 Ordensschwestern
angehören. "Hier ist es gelungen, die Generalsekretariate der
Frauen- und Männerorden zusammenzulegen", so Fürst im Rückblick.

Die Franziskanerin war zudem als Mitglied des Kuratoriums der
Opferschutzstiftung auch in der Aufarbeitung der kirchlichen
Missbrauchsfälle involviert. "Vieles der Arbeit, die die diözesanen
Kommissionen, Ombudsstellen und Präventionsbeauftragten heute
leisten, passiert im stillen Bereich. Diese Tätigkeit ist hart und
furchtbar, doch nicht nur: Immer wieder kommen Schreiben von Opfern,
die sich für den Umgang mit Ihnen - für Gespräche, Therapien oder
finanzielle Hilfen - bedanken. Das gibt es auch", so Fürst.

Mehr auf www.kathpress.at (ende) per/gpu/

nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel