- 20.12.2012, 13:00:32
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KommR Kurt Montscher aus Wien-Donaustadt erhält AUVA-Pflegepreis Wien
Ehrung im Rathaus, Sachpreise von GBH und WKW
Utl.: Ehrung im Rathaus, Sachpreise von GBH und WKW =
Wien (OTS) - Der AUVA-Pflegepreis Wien 2012 geht an, der seine
Lebensgefährtin seit Weihnachten 2006 zu Hause in Wien-Donaustadt
umsorgt und pflegt. Mag. Irene Linsbauer ist nach einem Wegunfall vom
Kopf abwärts gelähmt und muss maschinell beatmet werden. Die Ehrung
fand am Donnerstag, dem 20. Dezember, um 13 Uhr im Steinsaal 2 des
Wiener Rathauses statt.
Es gratulierten Familie und Freunde, unter anderem OA Dr. Sylvia
Hartl, 1. Med. Universitätsklinik Baumgartner Höhe, Mag. Günther
Prindl, Geschäftsführer PKF Österreicher-Staribacher
Wirtschaftsprüfungs GmbH & Co KG, Mag. Gudrun Langbauer, Leiterin
Psychologischer Dienst Sonderkrankenanstalt Hochegg, KommR Erwin
Zimmermann, Innungsmeister-Stellvertreter Wiener Rauchfangkehrer,
Petra Ratting-Gach, Physiotherapeutin, sowie, Dr. Sigrid Pilz, Wiener
Pflege- und Patientenanwältin, Norbert Scheed, Bezirksvorsteher
Wien-Donaustadt, Manfred Schweizer, Verband d. Querschnittgelähmten
Österreich, Wolfgang Birbamer, 1. Obmann-Stellvertreter der AUVA, DI
Walter Ruck, Vorsitzender-Stellvertreter des Landesstellenausschusses
der AUVA-Landesstelle Wien, Christian Moser, Mitglied des
Landesstellenausschusses der AUVA-Landesstelle Wien, Dr. Andreas
Greslehner, Ärztlicher Direktor AUVA-Hauptstelle, Dr. Dieter
Eschberger, Jury und Chefarzt AUVA-Landesstelle Wien.
Die AUVA-Landesstelle Wien hat den AUVA-Pflegepreis im Jahre 1998
für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Burgenland ins Leben
gerufen. Er wird 2012 zum fünfzehnten Mal für die mehrjährige,
aufopfernde Pflege eines nach einem Arbeitsunfall dauerhaft
Schwerverletzten zu Hause im Familienverband vergeben. Der
AUVA-Pflegepreis steht unter dem Ehrenschutz des Bürgermeisters von
Wien und der Landeshauptleute von Niederösterreich und Burgenland.
Die Gewerkschaft Bau-Holz - für Wien und Burgenland -, die
Wirtschaftskammern für Wien und Niederösterreich sowie der Präsident
der Arbeiterkammer NÖ steuern Sachpreise bei.
"Eine Querschnittlähmung ist ein schwerer Schicksalsschlag. Irene
Linsbauer und Kurt Montscher zeigen wie man mit einer der
schwierigsten Lebenssituationen umgehen kann. Sie haben sich nicht
dem ersten Schock ergeben, sondern haben um ihr gemeinsames Leben
gekämpft. Dafür gebührt Ihnen unsere Hochachtung. Gleichzeitig wird
hier die Bedeutung und Leistung des österreichischen
Sozialversicherungssystems eindrücklich vor Augen geführt", erklärte
KommR Kurt Wagner, Landtagsabgeordneter und Vorsitzender des
Gesundheits- und Sozialausschusses, bei der Verleihung am 20.
Dezember im Wiener Rathaus.
"Mit dem Pflegepreis will die AUVA jenen danken, die einen
Schwerversehrten über viele Jahre hinweg bei sich zu Hause pflegen
und dafür viele Opfer auf sich nehmen. Die Pflege zu Hause bedeutet
körperliche und seelische Betreuung rund um die Uhr. Parallel dazu
gilt es den Haushalt, weitere Familienmitglieder zu versorgen,
Termine zu koordinieren. Unsere Preisträgerinnen und Preisträger sind
echte Familienmanager.
Die Pflege zu Hause im Familienverband bietet den Schwerversehrten
eine Wärme und Lebensqualität, die im besten Pflegeheim nicht
erreicht werden kann. Darüber hinaus bietet die Pflege daheim auch
volkswirtschaftliche Vorteile.
Die AUVA als soziale Unfallversicherung unterstützt gemäß ihrem
gesetzlichen Auftrag die Versehrten mit allen zur Verfügung stehenden
Mitteln der medizinischen Versorgung, der sozialen Rehabilitation und
mit Finanzleistungen." sagte Direktorin Mag. Friederike Lackenbauer,
AUVA-Landesstelle Wien.
Der AUVA-Pflegepreis besteht im Detail aus der offiziellen Ehrung
durch die Landeshauptleute, einer Urkunde, dem Bronze-Relief
"Sonnenstiege" des Künstlers Prof. Horst Aschermann, einem
Erholungsurlaub in einem behindertengerechten Hotel - zur Verfügung
gestellt von der Gewerkschaft Bau-Holz und dem Präsidenten der AK NÖ
- sowie einem zusätzlichen Sachpreis der Wirtschaftskammer in Wien
und in Niederösterreich im Gegenwert von rund 1.000 Euro. Während des
Urlaubs besteht die Möglichkeit, die Versicherten in einem
Rehabilitationszentrum der AUVA aufzunehmen und einem
Gesundheits-Check zu unterziehen.
Als Kriterium für den AUVA-Pflegepreis gilt eine Pflegedauer von
mehr als drei Jahren für Versehrte der höchsten Pflegestufe 7, von
mehr als fünf Jahren für Pflegestufe 6 und mehr als zehn Jahren für
Versicherte der Pflegestufe 5.
Die Auswahl des Pflegers und der Pflegerin des Jahres erfolgt in
einem mehrstufigen Bewertungsprozess. Die regionalen Sozialarbeiter
und das Rehabilitationsteam der AUVA-Landesstelle Wien nominieren
alle Betreuer, die einen Schwerversehrten Angehörigen nach einem
Arbeitsunfall oder einer Berufskrankheit aufopfernd und lange Jahre
zu Hause pflegen und den Kriterien entsprechen.
Der Chefarzt der AUVA-Landesstelle Wien und die
Pflegedienstleiterin des AUVA-Unfallkrankenhauses und des
Rehabilitationszentrums Wien-Meidling besuchen die Kandidatinnen und
Kandidaten und wählen maximal zwei Pflegepersonen pro Bundesland aus.
Ausschlaggebend neben der Anzahl der Pflegejahre sind die
Pflegeintensität, der gesundheitliche Zustand, die gesellschaftlichen
Rahmenbedingungen und die Entbehrungen, die die Kandidatinnen und
Kandidaten auf sich nehmen.
Die endgültige Entscheidung trifft eine Jury. Die AUVA wird durch
die Direktion der Landesstelle vertreten, sie hat nur eine Stimme.
Weiters wurden Vertreter der Landeshauptleute, der Sponsoren und
eines im jeweiligen Bundesland führenden Mediums eingeladen. In Wien
besteht die Jury aus Dr. Wolfgang Exel, Gesundheitsexperte der
"Kronen Zeitung" und einem Vertreter der Gewerkschaft Bau-Holz. In NÖ
gehören ihr die AKNÖ, die WK NÖ und die Redaktion der NÖN an. Im
Burgenland entsendet der Landeshauptmann den/die Pflegedirektor/in
der Krankenanstaltengesellschaft, weiters sind die Gewerkschaft
Bau-Holz und die Burgenländische Volkszeitung, BVZ, vertreten.
In Österreich leben rund 7.100 nach einem Arbeitsunfall
Schwerversehrte und 2.634 davon in Burgenland, Niederösterreich und
Wien. Die Einstufung als Schwerversehrter erfolgt bei einer Minderung
der Erwerbsfähigkeit um mehr als 50 Prozent. In Wien leben derzeit
zehn AUVA-Versehrte - einige davon in Heimen - mit Pflegestufe 7,
fünf mit Pflegestufe 6 sowie einundzwanzig Versicherte mit
Pflegestufe 5.
In Niederösterreich befinden sich achtzehn AUVA-Versehrte in der
Pflegestufe 7 (bis zu einem Wachkoma), einundzwanzig Versicherte in
der Stufe 6 sowie 52 Personen in die Pflegestufe 5. Erfreulicherweise
werden in Niederösterreich alle Versicherten der höchsten Pflegestufe
zu Hause gepflegt.
Im Burgenland leben drei AUVA-Versehrte mit Pflegestufe 7, fünf
mit Pflegestufe 6 sowie fünfzehn Versicherte mit Pflegestufe 5.
Für die Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA) zählt die
Rehabilitation neben der Prävention, der Unfallheilbehandlung und der
finanziellen Entschädigung zu den vier Kernaufgaben. In den vier
AUVA-Rehabilitationszentren in Österreich werden jährlich 5.000
Menschen nach Unfällen so weit wie möglich auf die Rückkehr in ein
selbstbestimmtes, unabhängiges Leben vorbereitet - wie zum Beispiel
Skirennfahrer Mathias Lanzinger.
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Über die AUVA:
Bei der AUVA sind rund 4,5 Millionen Personen gesetzlich gegen
Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten versichert: 1,2 Millionen
Arbeiter, 1,6 Millionen Angestellte, 420.000 Selbständige
sowie 1,3 Millionen Schüler und Studenten. Die Landesstelle Wien
betreut in den Bundesländern Wien, Niederösterreich und Burgenland 42
Prozent der AUVA-Versicherten. Pro Jahr erhalten 120.000 Verletzte in
den Wiener AUVA-Unfallkrankenhäusern Meidling und Lorenz Böhler sowie
1.900 Patienten in den Rehabilitationszentren Wien-Meidling und
Weißer Hof, Klosterneuburg, die bestmögliche Behandlung. Die AUVA
finanziert ihre Aufgaben als soziale Unfallversicherung aus
Pflichtbeiträgen der Dienstgeber. Prävention ist dabei die vorrangige
Kernaufgabe der AUVA - die Verhütung von Unfällen und die Vorbeugung
von Berufskrankheiten senkt die Kosten für die drei weiteren
Unternehmensbereiche Heilbehandlung, Rehabilitation und finanzielle
Entschädigung von Unfallopfern am wirksamsten.
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