- 03.12.2012, 11:41:06
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Die Energiewende in Österreich und in Europa
Wien (OTS) - Vor wenigen Tagen lud der WEC Austria gemeinsam mit OVE
Österreichischer Verband für Elektrotechnik und Oesterreichs Energie
zu einer hochkarätigen Veranstaltung ins Ingenieurhaus in der Wiener
Eschenbachgasse. Die Energiewende und der Wandel der Infrastrukturen
für die nachhaltige Energieversorgung waren dabei das zentrale Thema.
Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und von Energieunternehmen
waren der Einladung von Prof. Dr. Günther Brauner, Emeritus am
Institut für Energiesysteme und Elektrische Antriebe der Technischen
Universität Wien, gefolgt und referierten bzw. diskutieren über
Chancen und Ziele der österreichischen Energiewende genauso wie über
die Herausforderungen der Energiewende in Europa. Die Präsentationen
reichten dabei von den Ergebnissen des Forschungsprojektes
"Super-for-Microgrid" (S4MG) der TU Wien, über einen Vortrag der ZAMG
zur Klimazukunft und zur verstärkten Einbindung der regenerativen
Energien bis hin zu den dazu erforderlichen Speichertechnologien und
dem Ausbau der Netze in Österreich. Darüber hinaus präsentierte der
langjährige Vorsitzende der Energietechnischen Gesellschaft im VDE,
Prof. Dr. Wolfgang Schröppel, die Ergebnisse der Studie "Power Vision
2040". Diese Studie wurde von EUREL, dem europäischen Dachverband der
nationalen elektrotechnischen Verbände, durchgeführt und jüngst
Günther Oettinger, EU-Kommissar für Energie, präsentiert.
Brauner: Österreich kann die Klimaziele erreichen
Laut Professor Dr. Brauner stellt sich die Energiewende in
Österreich gänzlich anders dar als beispielsweise in Deutschland bzw.
weiteren europäischen Ländern. Österreich produziert bereits jetzt 60
% seines Stroms aus Wasserkraft und Windenergie. Bis 2020 soll dieser
Wert auf 70 % ansteigen, parallel dazu ist die Stromerzeugung aus
Photovoltaik auszubauen. Wie in der Studie S4MG, die vom Klima- und
Energiefonds im Rahmen des Programms "Neue Energien 2020" gefördert
wurde, gezeigt, hat Österreich ein jährliches technisches und
ökologisch verträgliches Nutzungspotenzial von 91 Terawattstunden
(TWh) aus regenerativen Energien, davon alleine 21 TWh aus
Wasserkraft. Der derzeitige österreichische Elektrizitätsbedarf liegt
bei 68 TWh pro Jahr. Die Ziele der Energiewende werden im
Wesentlichen durch die Substitution von fossiler Energie durch
erneuerbare Energie erreicht. Da der Elektrizitätsbedarf bis 2050
voraussichtlich auf 150 % ansteigt, lassen sich die Klimaschutzziele
langfristig nur erreichen, wenn Energieeffizienzmaßnahmen greifen, so
Prof. Brauner.
Flexible Kraftwerke bei volatiler Erzeugung
Eine große Herausforderung der nächsten Jahre ergibt sich durch
die zunehmende Volatilität der Stromerzeugung aufgrund der
verstärkten Gewinnung aus Windenergie und mittels Photovoltaik und
der damit erforderlichen Bereitstellung von entsprechender
Ausgleichsleistung. Als beste Lösung dafür haben sich in einer
aktuellen Studie des VDE "flexible Kraftwerke" herausgestellt. Diese
müssen in der Lage sein, hohe Leistungsgradienten aufzubringen,
häufig an- und abzufahren sowie mit niedriger Mindestlast betrieben
zu werden. Aus technischer Sicht ist daher ein Einsatz dieser
flexiblen Kraftwerke (Gaskraft- und Pumpspeicherkraftwerke) bei der
Integration der dezentralen Stromerzeuger in Europa unbedingt
erforderlich.
Nachhaltige Stromerzeugung für alle Länder Europas sinnvoll
Die Vorgaben der EU weisen für die einzelnen Länder Europas
unterschiedliche Zielsetzungen auf. Langfristig ist ein Weg hin zur
nachhaltigen Erzeugung aus regenerativen Energien nicht nur
ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch, da dadurch die
Importabhängigkeit von fossilen Ressourcen dramatisch reduziert
werden kann. "In Deutschland hat die Energiewende durch steigende
Investitionen zur verstärkten Nutzung regenerativer Energien, dem
dadurch erforderlichen Netzausbau und den Auf- und Ausbau von
Speichertechnologien bereits zu etwa 380.000 neuen Arbeitsplätzen
geführt. Ölimporte konnten um 5,8 Mrd. Euro vermindert werden", so
Prof. Brauner zusammenfassend, und er ergänzt: "Die Energiewende
steht noch vor einigen großen Herausforderungen. Diese zu lösen,
könnte die Energiewende zur "grünen Jobmaschine" der Zukunft machen".
Über den OVE
Der Österreichische Verband für Elektrotechnik (OVE) repräsentiert
alle Bereiche der Elektrotechnik und Informationstechnik und vertritt
die Interessen seiner Mitglieder sowie der gesamten Branche auf
nationaler und internationaler Ebene. Seine Kerngebiete sind die
elektrotechnische Normung, die Zertifizierung, die Blitzortung und
Blitzforschung sowie die fachliche Aus- und Weiterbildung. Der OVE
ist der offizielle österreichische Vertreter bei IEC und CENELEC, den
internationalen und europäischen Normungsorganisationen für die
Elektrotechnik. Der OVE steht für die Förderung der Wissenschaft, die
Vertretung des Berufsstandes des Elektrotechnikers und für die
Sicherheit von elektrotechnischen Anwendungen. Die Aktivitäten seiner
Fachgesellschaften dienen dem Erfahrungsaustausch, dem Aufbau von
Expertennetzwerken und der Imagebildung.
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