• 08.11.2012, 13:01:21
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Minister Hundstorfer und Stöger eröffneten 10. Pflegekongress

Hundstorfer: Bis zu 18.000 zusätzliche Mitarbeiter für die Pflege rekrutieren - Stöger: Gesundheitswesen weiter finanziell absichern und modernisieren

Utl.: Hundstorfer: Bis zu 18.000 zusätzliche Mitarbeiter für die
Pflege rekrutieren - Stöger: Gesundheitswesen weiter
finanziell absichern und modernisieren=

Wien (OTS/SK) - Sozialminister Rudolf Hundstorfer und
Gesundheitsminister Alois Stöger haben heute, Donnerstag, den 10.
Pflegekongress im Austria Center Vienna eröffnet. Der Pflegekongress
wird von der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt und
"pflegenetz" organisiert und läuft heuer unter dem Motto "Würde,
Respekt und Mitgefühl". "Das Sozial- und Gesundheitswesen ist der
größte Jobmotor der Republik, dieser Sektor ist am Arbeitsmarkt jener
mit den höchsten Zuwachsraten - und er wird noch weiter ausgebaut",
betonte der Sozialminister. In der Langzeitpflege werden in den
nächsten Jahren 17.000 bis 18.000 Mitarbeiter zusätzlich gebraucht,
da die Bevölkerung immer älter wird. Zum Pflegegeld sagte
Hundstorfer, dass dieses in Österreich 5,1 Prozent der Bevölkerung
erhalten, Österreich sei hier Weltmeister, "aber nicht, weil wir
kränker wären, sondern weil wir so ein breit angelegtes System in
sieben Stufen haben, was einen frühzeitigeren Zugang als in anderen
Ländern ermöglicht. Wir sind stolz auf diesen 'Weltmeistertitel', er
ist Ausdruck der sozialen Gesinnung in unserer Gesellschaft".
Gesundheitsminister Stöger betonte: "In unserem Sozialstaat haben
Menschen die Sicherheit, dass sie, wenn sie krank oder
pflegebedürftig werden, die notwendige Hilfe bekommen." ****

Die Menschen seien gut versorgt und das Gesundheitssystem habe gerade
auch in der Krise die Wirtschaft stabilisiert. "Die Arbeitsplätze in
diesem Bereich wurden ausgebaut, während in anderen Ländern
Einschnitte im Sozial- und Gesundheitsbereich gemacht wurden", so
Stöger. Sozialminister Hundstorfer sagte, dass es jetzt notwendig
sei, das entsprechende Personal für die Pflege zu rekrutieren, dies
laufe einerseits klassisch über Schulen, und andererseits soll es in
Zukunft ermöglicht werden, aus seinem aktuellen Beruf heraus eine
Ausbildung im Pflegebereich zu absolvieren. Auch über das bestehende
AMS-Programm werden 4.000 bis 5.000 Menschen pro Jahr zu Pflegehilfen
umgeschult. Weiters bedankte sich der Sozialminister dafür, dass die
Begutachtung von Patienten zur Pflegegeldeinstufung durch
Pflegepersonal "so hervorragend und in hoher Qualität" funktioniere.
Für das Pflegegeld werden derzeit jährlich 2,4 Mrd. Euro ausgegeben
und damit die soziale Sicherheit der Betroffenen gewährleistet.

Gesundheitsminister Alois Stöger bedankte sich für die Organisation
des Kongresses, der dazu beiträgt, Pflege auch im öffentlichen Raum
sichtbar zu machen. "Es ist Aufgabe der Politik, die
Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass Würde, Respekt und
Mitgefühl im Alltag umgesetzt werden können", sagte Stöger. In
Österreich habe man sich bewusst dafür entschieden, den Sozialstaat
und das Gesundheitssystem auszubauen und deren Finanzierung
sicherzustellen. "Beispiel dafür ist die Absicherung der
Krankenkassen und dass es gelungen ist, Beiträge des Finanzkapitals
für die Pflege zu organisieren", betonte Stöger. Die Bankenabgabe
etwa bringe 700 Mio. Euro ein, 300 davon fließen in den Pflegefonds
und 100 in die Arbeitsmarktsicherung. "Durch Verteilungspolitik kann
man viel bewirken", betonte der Gesundheitsminister. Anderswo würde
hingegen z.B. die Mehrwertsteuer erhöht werden, um das
Gesundheitssystem abzusichern.

"Wir haben mit Ländern, Sozialversicherung und Bund entschieden, mehr
in Gesundheit und Soziales zu investieren, und zwar in dem Ausmaß, in
dem sich die Volkswirtschaft weiterentwickelt und das
Gesundheitssystem auch weiter zu modernisieren, etwa durch mehr
Transparenz, ELGA und zahlreiche andere Maßnahmen", unterstrich
Stöger. Die Gesundheitsreform stelle die Perspektive von Patientinnen
und Patienten in den Vordergrund. Bessere Vernetzung und
Zusammenarbeit der einzelnen Berufsgruppen in dem Bereich seien
ebenfalls wünschenswert und notwendig. Die Minister bedankten sich
beim Pflegepersonal für seine Leistungen: "Danke, dass Sie tagtäglich
engagiert für die Gesellschaft arbeiten." Beide werden alles daran
setzen, dass das hohe Niveau aufrecht bleibt. (Schluss) bj/sv

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