- 08.10.2012, 11:25:34
- /
- OTS0105 OTW0105
Minister schlägt vor oberösterreichische, steirische und burgenländische Kinder im Stich zu lassen!
Wien (OTS) - "Die österreichischen SozialarbeiterInnen fordern das
Aus für das föderale "Pflasterlpicken" und eine einheitliche Lösung
für ein Kinder- und Jugendhilfegesetz auf Bundesebene, ohne unsere
Kinder gegen Geld abzuwägen" betont die Vorsitzende des
Österreichischen Berufsverbandes der SozialarbeiterInnen (obds) Maria
Moritz anlässlich der medialen Aussagen des Bundesministers für
Familien Reinhold Mitterlehner.
Der letztverantwortliche Minister für den Kinderschutz schlägt
eine 2-Klassen Unterstützung für Kinder in Österreich vor. Als
Familienminister gesteht er damit Kindern und Familien aus Wien mehr
Rechte zu als Kindern und Familien aus dem Burgenland.
Offensichtlich sind unsere Kinder es nicht wert, das notwendige
Geld in die Hand zu nehmen, um sie besser zu schützen und ihnen
damit eine kindgerechte Zukunft zu ermöglichen, so Maria Moritz
weiter. Jedes einzelne Kind ist leidtragend im Streit um die
Kostenübernahme.
SozialarbeiterInnen der Jugendwohlfahrt erhalten dadurch nicht die
nötigen Ressourcen, um den Kinderschutz in Österreich zu verbessern.
Beim derzeitigen Vorschlag kann Martin aus Tirol davon ausgehen, dass
seine Situation nach dem 4-Augen-Prinzip betrachtet wird. Sarah aus
Oberösterreich hätte dieses Recht nicht!
Der derzeit vorliegende Entwurf für das KJHG wurde seit dem
Erstentwurf bereits massiv verstümmelt und entspricht nicht den
Minimalforderungen der Expertengruppe. In Wirklichkeit ist
österreichweit eine massive Aufstockung der professionellen
Ressourcen und der Hilfen für Familien erforderlich, aber nicht ein
Hick-Hack zwischen Bund und Ländern um die Kosten. "Dieser Streit
lenkt vom eigentlichen Problem ab" zeigt die Vorsitzende des obds
klar auf.
"Es ist erforderlich, den Kindern und ihren Familien ein
ausführliches Recht auf Unterstützung im Fall einer Gefährdung und
Überforderung einzuräumen" betont Maria Moritz. Anstatt die
Jugendwohlfahrt angesichts der komplexen Problemstellungen
aufzuwerten, wird eine zielführende Hilfe durch derartige Vorschläge
nur abgewertet. Die qualifizierten SozialarbeiterInnen der
Jugendwohlfahrt leisten täglich professionelle Arbeit unter
schwierigsten Bedingungen. Zugleich wird das Recht unserer Kinder
auf vermehrten Schutz und Unterstützung in einer unsäglichen
politischen Diskussion missachtet.
Alle Kinder und Jugendlichen in Österreich haben das gleiche
Anrecht auf Hilfen ohne Ansehen des Wohnortes und des Bundeslandes,
in dem sie leben.
Die Bundeskonferenz und die Vorsitzende des Österreichischen
Berufsverbands der SozialarbeiterInnen kann derzeit keine Politiker
ausmachen, die den Schutz und die Zukunft der Kinder in Österreich
über den politischen Streit stellen.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NEF






