- 02.10.2012, 16:08:48
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H.P. Martin zu geplanter Banken-Aufspaltung: "Keine Zeit verlieren und komplette Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken nötig"
Erbitterter Widerstand der Bankenwelt auf EU-Expertenbericht unter Liikanen zu erwarten
Utl.: Erbitterter Widerstand der Bankenwelt auf EU-Expertenbericht
unter Liikanen zu erwarten=
Brüssel (OTS) - Soeben ist der lange erwartete Bericht der
EU-Expertengruppe unter dem finnischen Zentralbankchef Erkki Liikanen
veröffentlicht worden -http://www.ots.at/redirect/banken -
Darin wird empfohlen, dass Banken das Privatkundengeschäft mit
Sparern vom spekulativen Bereich des Investmentbankings trennen. Eine
ähnliche Regel hatte sich in den USA ab 1933
(Glass-Steagall-Act) bis zur Clinton-Administration in den 90er
Jahren bewährt. Zuletzt wurden in der EU Geldinstitute nach
Fehlspekulationen um Hunderte Milliarden Euro aus Steuergeldern
gerettet, auch um ansonsten betroffene einfache Sparer zu schützen.
Der unabhängige EU-Abgeordnete Hans-Peter Martin aus Österreich,
langjähriges Mitglied im Wirtschafts- und Währungsausschuss des
EU-Parlaments, meint dazu:
"Der neue Bericht weist den richtigen Weg. Die EU-Kommission, die
den Bericht in Auftrag gegeben hatte, spielt aber schon auf Zeit und
will sich erst nach dem Aufbau einer zentralen Bankenaufsicht, die
sicherlich noch bis 2014 dauern wird, darum kümmern.
Diese Verzögerung ist falsch, da nur eine Zerschlagung des
bisherigen Bankensystems wichtige Risiken abbauen kann, die uns in
die gegenwärtige Finanzkrise geführt haben. Unzureichend ist auch,
dass Geschäftsbanken und Investmentbanken erst getrennt werden
sollen, wenn die riskante Sparte zehn Prozent der Bilanzsumme einer
Bank übersteigt und damit das Universalbankmodell bestehen bleibt.
Damit werden normale Geschäftskunden und auch Steuerzahler weiterhin
in Mitleidenschaft gezogen, wenn sich Banken verspekulieren."
Hinweis: Die zum Ausdruck gebrachten Meinungen liegen in der
alleinigen Verantwortung der jeweiligen Verfasser und geben nicht
unbedingt den offiziellen Standpunkt des Europäischen Parlaments
wieder.
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