• 25.09.2012, 10:59:22
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Rotes Kreuz: Fehlende Förderung von Mehrsprachigkeit "verrückt"

Wien (OTS/Rotes Kreuz) - "Es ist doch grotesk, dass wir
Sprachkenntnisse in der Schule brachliegen lassen. Aber am
Arbeitsmarkt müssen sie nachgewiesen werden!" Mit diesen Worten
reagierte der Präsident des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK),
Fredy Mayer, auf die heute von der Arbeiterkammer präsentierte Studie
"Sprachschatz heben - Kompetenzen von MigrantInnen nützen". "Beim
Sport und in den Naturwissenschaften werden Begabungen gefördert. Bei
Sprachen nicht", drückt Mayer sein Unverständnis aus. Dabei hatten im
vergangenen Schuljahr über 210.000 Schülerinnen und Schüler eine
andere Erstsprache als Deutsch. Mehrsprachigkeit wäre auch nirgends
einfacher zu fördern als in der Schule. Später müssten "Millionen in
Kurse gebuttert" werden, um Sprachkompetenzen zu erweitern.

"Da kommt ein Kind mit bengalischer Erstsprache in die Volksschule,
lernt blitzschnell Deutsch und kann mit neun Jahren außerdem Arabisch
lesen - es ist doch verrückt, so ein Talent nicht zu fördern!" Für
den ÖRK-Präsidenten ist die Förderung von Mehrsprachigkeit "erstens
eine Frage der Wertschätzung". Zudem gehe es volkswirtschaftlich
darum, wie Österreich zu kompetenten und produktiven Erwerbstätigen
komme. "Mit der Sprache lernen Kinder ganz beiläufig auch die
jeweilige Kultur mit und erhöhen so ihre soziale und interkulturelle
Handlungsfähigkeit", erklärt Fredy Mayer. "Das gilt nicht nur für
Englisch oder Französisch. Sondern genauso für Sprachen wie Türkisch
oder Bosnisch-Kroatisch-Serbisch (BKS), die leider weniger
Sozialprestige genießen." Das müsse sich ändern, so der
Rotkreuz-Präsident.

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