- 17.08.2012, 13:09:11
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ELGA: Österreichweite Infoaktion der Ärztekammer
Wechselberger: Immer mehr Patientenfragen - Informationsdefizit ausgleichen
Wien (OTS) - Österreich weiß nach wie vor nicht ausreichend
Bescheid über den vom Gesundheitsministerium geplanten elektronischen
Gesundheitsakt (ELGA). Das jedenfalls zeige das rege Interesse der
Wienerinnen und Wiener an den ELGA-Informationen, die in den
Ordinationen der Bundeshauptstadt seit Kurzem aufliegen. Daher weite
die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) diese Informationskampagne nun
österreichweit auf alle Ordinationen aus, erklärte der Bundesobmann
der niedergelassenen Ärzte, Johannes Steinhart, Freitag in einer
Aussendung.
"Ärzte und Ordinationsassistentinnen werden zunehmend mit Anfragen zu
ELGA konfrontiert. Wir sehen es daher als unsere Pflicht, das
Informationsdefizit des Gesundheitsministeriums auszugleichen", so
Steinhart. ÖÄK-Präsident Artur Wechselberger ergänzte: "Die derzeit
endlich laufenden Expertengespräche zeigen, wie viele Fallen und
Mängel der aktuelle Gesetzesentwurf noch immer hat. Daher sollte man
sich noch ein wenig Zeit nehmen, um ein seriöses und praktikables
ELGA-Gesetz zustande zu bringen, das die ärztliche Arbeit im Sinne
der Patienten unterstützt, ausreichende Datensicherheit bietet und
ein System ermöglicht, dessen Errichtungskosten in einem vernünftigen
Rahmen bleiben."
Märchen von den gelöschten Daten
Der aktuelle Gesetzesentwurf verpflichtet jeden Arzt, die
Gesundheitsdaten seiner Patienten zu speichern. Wer das nicht will,
kann "hinausoptieren". ÖÄK-Präsident Wechselberger: "So gut wie
niemand weiß, dass ,Opt-out' keineswegs bedeutet, dass bereits
vorhandene Daten gelöscht würden." Die Daten blieben im System und
damit also für einen möglichen Missbrauch erhalten, gab der Ärztechef
zu bedenken.
Noch weniger Zeit für die Patienten - Überbordende Kosten
Ein "Riesenproblem" sei die mangelnde Anwenderfreundlichkeit des
vorliegenden Entwurfes zum ELGA-Gesetz. Das beginne etwa beim Fehlen
einer adäquaten Suchfunktion. Der Arzt müsse sich bei jeder
Konsultation durch eine stetig anwachsende Datenmenge wühlen, um auf
die akut notwendigen Informationen zu stoßen. Das koste Zeit, die
dann für die ärztliche Zuwendung fehle. Das könne sogar zu
Verzögerungen bei ärztlicher Akuthilfe führen, da der Arzt
haftungsrechtlich verpflichtet sei, alle Daten zu sichten.
Abschließend forderten die hohen Ärztevertreter mehr
Kostentransparenz: "Wir haben guten Grund, an der Rechnung des
Gesundheitsministeriums zu zweifeln. ELGA wird den Ärzten und auch
jeden einzelnen Steuerzahler über Jahre hinaus belasten. Angesichts
der in Österreich lächerlich geringen Ausgaben für Prävention stellen
wir uns als Ärzte schon die Frage, ob man diese Hunderten Millionen
Euro nicht in andere Projekte investieren könnte?" (ar/ms)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: 0664/522 68 25
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