- 21.07.2012, 12:08:10
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FPÖ: Karlsböck: Stöger muss gesundheitspolitischen Notstand umgehend beenden
Es braucht Not- und Sofortmaßnahmen, um längst bekannten Ärztemangel zu beseitigen
Wien (OTS) - FPÖ-Ärztesprecher NAbg. Dr. Andreas Karlsböck
verlangt Sofortmaßnahmen, um den gesundheitspolitischen Notstand zu
beenden, der durch den Ärztemangel droht und teilweise bereits
eingetreten ist. "Nachdem sie Jahre an einer Studie herumgepfuscht
haben, wissen nun auch die verantwortlichen Regierungspolitiker, was
die Bevölkerung bereits seit Jahren durch lange Wartezeiten, keine
Termine, immer kürzeren Arztkontakt und in manchen Regionen lange
Anfahrtswege spürt: Wir haben in Österreich zu wenig Ärzte. Und so
wie sich die Regierungspolitik verhält, werden es bald noch viel
weniger sein", kündigt Karlsböck an. Die Zeit des Redens sei daher
vorbei. Die Regierung bis hinauf zum Bundeskanzler sei für die
Gesundheitsversorgung der Menschen im Land verantwortlich und müsse
jetzt handeln.
Die FPÖ warne seit Jahren vor einem Ärztemangel, zeige die
Schwachstellen auf und biete Lösungsvorschläge an. "Doch bis heute
ist nichts passiert mit der Dauerausrede, dass man erst die
Ärztebedarfsstudie abwarten müsse, die jetzt - um Jahre zu spät und
immer noch nicht vollständig - vorliegt. Jetzt ist die Zeit der
Ausreden vorbei", so Karlsböck. Als Not- und Sofortmaßnahmen im Namen
der Patienten fordert der FPÖ-Ärztesprecher: "Ärzte müssen Ärzte
anstellen können. Wir brauchen echte Ärzte-GmbHs und Gruppenpraxen,
die diesen Namen auch verdienen. Zudem muss die Lehrpraxis endlich
aus dem Budget gefördert werden. Alle diese Maßnahmen würden als
österreichischer Schutzmechanismus für die Gesundheitspolitik
sofortige Wirkung entfalten und die Lage massiv verbessern", ist
Karlsböck sicher. Arztpraxen wären länger geöffnet, Wartezeiten
dadurch kürzer, Spitalsambulanzen würden entlastet. Die Ärzte hätten
mehr Zeit für die Patienten und wären dadurch auch in ihrem Beruf
zufriedener.
Zusätzlichen Handlungsbedarf sieht Karlsböck bei den
Arbeitsbedingungen für Ärzte: "In Österreich Medizin zu studieren,
ist begehrt, hier als Arzt zu arbeiten leider nicht." Immer mehr
Ärzte gingen wegen besserer Arbeitsbedingungen und angenehmerer
Arbeitszeiten ins Ausland, etwa in die Schweiz, nach Deutschland,
Dänemark oder Großbritannien, auch weil sie dort besser verdienen
würden. Besonders wichtig sei es, bei der Gestaltung der
Arbeitsbedingungen verstärkt auf Frauen Rücksicht zu nehmen, die
längst die Mehrheit unter den Medizin-Absolventen stellen.
Dramatisch sei die Lage auch in der Ärzteausbildung, die im Ausland
oft in wesentlich kürzerer Zeit zu absolvieren ist. Der Turnus müsse
daher verkürzt und die gesamte Facharztausbildung ohne Wartezeit
möglich sein. Auch die Zahl der Studienplätze für Medizin müsse
drastisch erhöht und durch eine vierte Medizin-Uni in Linz ein
zusätzliches Angebot gemacht werden. "Wir laufen sehenden Auges in
den Ärztemangel und halten junge Menschen trotzdem mit extrem
restriktiven Zugangsbeschränkungen vom Medizin-Studium fern. Das ist
nicht nur unfair der Jugend gegenüber, sondern gesamtgesellschaftlich
gesehen saudumm", kritisiert Karlsböck.
"Wir benötigen jetzt endlich schnelle und effiziente Maßnahmen. Es
muss Schluss sein mit Kommissionen und Arbeitsgruppen, die in
Diskussionen alles zerreden und die Probleme am Ende nur aussitzen
wollen. Die Schwachstellen sind klar benannt, die Lösungsmodelle
ebenfalls. Im Sinne der Gesundheit der Menschen fordere ich den
zuständigen Minister Stöger auf, endlich Aktivität zu zeigen oder den
Weg freizumachen für einen besser motivierten Nachfolger", so
Karlsböck.
Rückfragehinweis:
Freiheitlicher Parlamentsklub Tel.: 01/ 40 110 - 7012 mailto:[email protected] http://www.fpoe-parlamentsklub.at http://www.fpoe.at
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