- 11.07.2012, 11:14:54
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Staatssekretär Kurz startet Qualifizierungsoffensive für Pflegeberufe
Staatssekretariat für Integration und der BAG soll Menschen mit nicht deutscher Muttersprache gezielt für qualifizierte Pflege- und Gesundheitsberufe vorbereiten
Wien (OTS) - "Bereits letztes Jahr hat der nationale Expertenrat
das Problem erkannt und vorgeschlagen, Menschen mit
Migrationshintergrund vermehrt in qualifizierte Pflege- und
Gesundheitsberufe zu bringen", sagte Integrationsstaatsekretär
Sebastian Kurz am 11. Juli 2012. Die neue Qualifizierungsoffensive,
die von der Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt (BAG)
entwickelt wurde, wird einen wichtigen Beitrag zur beruflichen
Höherqualifizierung von Migrantinnen und Migranten leisten. "Ich bin
sehr froh, dass wir in Zusammenarbeit mit den BAG-Trägern dem
Vorschlag des Expertenrats Rechnung tragen und nun im Handlungsfeld
Gesundheit einen wichtigen Schritt umsetzen", betonte Kurz. Zu den
BAG-Trägern gehören Caritas, Diakonie, Hilfswerk, Rotes Kreuz und
Volkshilfe. Die Maßnahmenumsetzung ist auf die Projektträger der BAG
aufgeteilt: Die BAG-Organisationen bieten Beratung und Ausbildung in
ihren eigenen Einrichtungen an, die zentrale Anlaufstelle ist beim
Wiener Hilfswerk in der Schottenfeldgasse angesiedelt.
Die Initiative wird aus Mitteln des Staatssekretariates für
Integration finanziert. Ziel ist es, Menschen mit nicht deutscher
Muttersprache auf die Ausübung von qualifizierten Pflegeberufen
vorzubereiten oder in qualifizierte Pflege- und Gesundheitsberufe zu
bringen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen durch eine
Qualifizierung in die Pflege-Regelausbildung des AMS übernommen
werden können.
Damit soll der schwierigen Lage im Gesundheitsbereich zumindest
partiell begegnet werden: "Die Pflege- und Betreuungssituation wird
sich in den nächsten Jahren in Österreich massiv verändern: Die
Anzahl der Pflege- und Hilfsbedürftigen steigt, die
Familienstrukturen verändern sich, Fachkräfte werden zur Mangelware.
Wenn Pflege und Betreuung auch in Zukunft im Sozialstaat Österreich
gewährleistet bleiben soll, dürfen Strukturreformen im Bildungssektor
und Arbeitsmarkt nicht mehr weiter aufgeschoben werden", zieht Mag.
(FH) Erich Fenninger, Geschäftsführer Volkshilfe Österreich und
Vorsitzender der "Bundesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrt" (BAG),
Bilanz.
MigrantInnen für Pflegeberufe vorqualifizieren
"Unsere Erfahrung zeigt, dass MigrantInnen großes Interesse haben, im
Pflege- und Betreuungsbereich beruflich Fuß zu fassen. Viele
scheitern aber an den verlangten Deutschkenntnissen", berichtet Esmir
Kavazovic vom Pflegemanagement des Wiener Hilfswerks, wo eine
Beratungsstelle die Initiative eingerichtet wurde.
"Ziel ist es, Menschen nicht deutscher Muttersprache einerseits über
die Möglichkeiten der Dienstleistungsberufe Pflege und Betreuung zu
informieren und persönlich zu beraten. Andererseits bieten wir
gezielt Vorqualifizierungskurse, in denen Deutsch gelehrt wird und
gezielte Berufsfeldinformation und Praxiserfahrung im Fokus stehen."
Zwt.: Interkulturelle Vielfalt nutzen
In Österreich besteht auf Grund des demographischen Wandels ein
steigender Bedarf an Fachkräften in der Langzeitpflege. Die Gewinnung
und Qualifizierung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die
Pflege und Betreuung ist daher ein wichtiges versorgungspolitisches
Ziel. Um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein, muss
die interkulturelle Vielfalt genutzt werden: die
Qualifizierungsoffensive setzt einen ersten Schritt, um Migrantinnen
und Migranten die Integration in den heimischen Arbeitsmarkt im
Bereich der Pflege und Betreuung zu erleichtern.
"Um Berufe in Pflege und Betreuung attraktiver zu machen, bedarf es
verschiedener Maßnahmen", fasst Mag.a Monika Wild, Leiterin des
Bereiches Gesundheits- und Soziale Dienste des Österreichischen Roten
Kreuzes, zusammen. "Es müssen ausreichend Finanzmittel vorhanden
sein, die Ausbildung muss durchlässiger, die Arbeitsbedingungen
müssen verbessert und Umschulungsmaßnahmen müssen besser unterstützt
werden."
Die Initiative startete am 1. Juni und endet am 31. Dezember 2012.
Sie schließt an das erfolgreich durchgeführte Projekt
"diversity@care" an, das von 2005 bis 2007 von der BAG umgesetzt
wurde.
Rückfragehinweis:
Staatssekretariat für Integration Pressereferat 1010 Wien, Minoritenplatz 9 Tel.: +43 1 53126-7005 mailto:[email protected]
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