- 11.07.2012, 10:12:12
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Allianz Studie: Satelliten und Weltall-Schrott auf Crashkurs
Wien (OTS) - Welche Gefahr im All kursierende Schrottteile für
aktive Satelliten darstellen, untersucht die aktuelle Studie des
Allianz Industrieversicherers Allianz Global Corporate & Specialty
(AGCS). Die Experten betonen darin, wie dringlich es ist, den
Weltraumschrott zu reduzieren - und zeigen auf, was neue Technologien
möglich machen. Gegen Schäden durch weit gereiste Schrottteile können
sich auch Privatkunden aus Österreich versichern.
"Das Weltall wird zur Müllhalde", sagt Thierry Colliot, der beim
Industrieversicherer AGCS für die Versicherung von Satelliten
verantwortlich ist. Seit dem Beginn der Raumfahrt 1957 ließen
Menschen Objekte im All zurück - angefangen von ausgebrannten
Raketenstufen über ausgediente Satelliten bis hin zu Teilen
explodierter oder einfach verlorengegangener Ausrüstungsstücke.
"Heute ist der Erdorbit voller Trümmerstücke - und dies ist nicht
mehr rückgängig zu machen", so Colliot. "Die Zahl der Schrottteile
ist so hoch, dass sie sich nicht mehr durch die natürliche Zerstörung
beim Eintritt in die Erdatmosphäre verringert. Stattdessen gibt es
immer mehr Bruchstücke, weil Objekte zusammenstoßen und neue Teile
produzieren, die wieder mit anderen kollidieren. Es ist eine endlose
Kettenreaktion."
35 Millionen Schrottteile im Blindflug
Rund 800 Satelliten ziehen in den Erdumlaufbahnen ihre Kreise und
liefern beispielsweise geographische Daten, Wetterinformationen oder
Telekommunikationsdienste. Sie befinden sich unter permanentem
Beschuss durch Schrottteile. Rund 16.000 Objekte, die größer als zehn
Zentimeter sind, sind mittlerweile katalogisiert. Unendlich viel
größer ist jedoch die Menge der nicht erfassten Fragmente: Experten
gehen davon aus, dass rund 300.000 tennisballgroße Objekte (ein bis
zehn Zentimeter) kursieren und sogar rund 35 Millionen Objekte, die
kleiner als ein Zentimeter sind. Sie alle fliegen mit einer enormen
Geschwindigkeit von 10 km/s - mehr als 10 Mal so schnell wie eine
Gewehrkugel. So beschleunigt, sind auch Mini-Partikel sehr
zerstörerisch: Sie durchlöchern die Oberfläche der Satelliten und
können im schlimmsten Fall auch einen Totalschaden auslösen.
Wenn im Zuge dessen Satelliten im Blindflug auf die Erde
zusteuern, kann es auch für Menschen bzw. deren Hab und Gut
bedrohlich werden: Dies verdeutlichten auch die unkontrollierten
Abstürze des europäischen Satelliten Rosat oder des US-amerikanischen
Forschungssatelliten UARS: "Die Wahrscheinlichkeit, dass ein
Schrottteil auf österreichischem Gebiet landet, ist zwar sehr gering.
Sollte es aber dennoch zu einem Sachschaden am versicherten Eigenheim
bzw. dem Wohnungsinhalt kommen, sind die finanziellen Folgen im
Rahmen der Eigenheim- oder Haushaltsversicherung gedeckt", erklärt
Allianz Vorstandsmitglied Dr. Johann Oswald.
Gezielte Entsorgung allein wird nicht ausreichen
Wie lassen sich Schäden durch Weltraumschrott minimieren?
Satelliten können Ausweichmanöver fliegen, wenn ein Zusammenstoß mit
größeren Objekten droht - allerdings sind die Flugbahnen nur bedingt
vorherzusagen. Bei kleineren Zusammenstößen können mehrlagige
Schutzschilde und spezielle Abwehrschirme den Schaden verringern.
Daneben arbeiten Weltraumbehörden und Forschung verstärkt daran, den
Müll im All an sich zu reduzieren. Die Satellitenbetreiber sind
nunmehr verpflichtet, Satelliten innerhalb von 25 Jahren nach Ende
der Lebensdauer aus dem All zurückzuholen; möglich ist dies jedoch
nur bei den Satelliten der neueren Generation. Beim Eintritt in die
Erdatmosphäre verglühen diese größtenteils durch die entstehende
Hitze und den Widerstand; die wenigen überbleibenden Bruchstücke
fallen ins Meer oder in unbewohnte Gebiete. Die Entsorgung
ausgedienter Satelliten allein wird nach Einschätzung der
AGCS-Experten jedoch nicht ausreichen, um die Zahl der Schrottteile
zumindest auf einem stabilen Niveau zu halten. "Zusätzlich müssten
jährlich mindestens zehn weitere größere Trümmerstücke beseitigt
werden", erklärt Colliot. Neue Technologien machen Hoffnung: Größere
Objekte könnten mittels Laserkanonen zerstört werden; mit speziellen
Fangseilen ließen sich ganze Systeme zurückholen. "Es gibt durchaus
fortgeschrittene Konzepte, wie man den Weltraumschrott reduzieren
könnte", bestätigt Colliot. Nur lasse der große Durchbruch wegen
hoher Kosten und technologischer Schwierigkeiten noch auf sich
warten.
Kommerzielle Satelliten sind versichert
Um ihre Mission in wirtschaftlicher Hinsicht zu erfüllen, sind
rund ein Viertel der Satelliten im Erdorbit gegen Sachschäden und
Betriebsstörungen versichert. Dabei handelt es sich in der Regel um
Telekommunikationssatelliten, die von Unternehmen betrieben werden.
Diese kreisen im Schnitt 15 Jahre lang in der Geostationären
Umlaufbahn in 36.000 km Höhe über dem Äquator und kosten beim Start
bis zu 200 Mio. US-Dollar. Bei den unversicherten Satelliten handelt
es sich hingegen meist um Erdbeobachtungssatelliten, die von
Regierungen ins All geschickt werden; diese kommen dann auch für
mögliche Schäden auf. Solche Satelliten kosten rund 40 Millionen
US-Dollar und operieren mindestens fünf Jahre in erdnahen
Umlaufbahnen in einer Höhe von 300 bis 2.000 km.
Downloads im Internet unter
http://www.unternehmen.allianz.at/presse/news
- Foto: Dr. Johann Oswald ((C) Allianz) - Abdruck honorarfrei
- Pressemeldung als PDF
- Allianz Global Corporate & Specialty-Studie abrufbar unter:
http://www.ots.at/redirect/agcs.allianz
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Rückfragehinweis:
Mag. Manfred Rapolter, MA Unternehmenskommunikation Allianz Gruppe in Österreich Hietzinger Kai 101-105, 1130 Wien Tel: 05 9009 - 80690, Fax: - 40261 E-Mail: [email protected] Internet: http://www.allianz.at Heidi Polke Global Communications AGCS Tel.: +49 89 3800 14303 E-Mail: [email protected] Internet: www.agcs.allianz.com
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