• 02.07.2012, 11:42:23
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Mitterlehner: Vier Fünftel der Jugendlichen blicken optimistisch in die Zukunft und sehen Lehre als sicheren Anker in der Krise

Neuer Jugendmonitor: Jugendliche trotz Staatsschuldenkrise sehr optimistisch - Zwei Drittel sehen mit Lehre gleiche oder sogar bessere Jobchancen wie mit anderer Ausbildung

Wien (OTS/BMWFJ) - Wirtschafts- und Jugendminister Reinhold
Mitterlehner präsentierte am Montag gemeinsam mit dem Politik- und
Kommunikationswissenschaftler Peter Filzmaier den neuen
BMWFJ-Jugendmonitor. "Österreichs Jugendliche lassen sich von der
Finanz- und Staatsschuldenkrise im Euro-Raum nicht anstecken und
schauen ausgesprochen positiv in die Zukunft. 79 Prozent sind sehr
oder eher zuversichtlich", sagte Mitterlehner zum zentralen Ergebnis
der repräsentativen Umfrage unter den 14- bis 24-Jährigen. Dazu
erwartet eine Mehrheit der Jugendlichen, dass die Jobsuche sehr
leicht oder eher leicht zu bewältigen sei. Zugleich sind fast drei
Viertel der Meinung, in ihrer Ausbildung gut auf das Berufsleben
vorbereitet zu sein. Zwei Drittel der Arbeitenden in der befragten
Altersgruppe können sich vorstellen, längerfristig im momentanen Job
zu bleiben.

Hoch angesehen bei den Jugendlichen ist laut Jugendmonitor vor allem
die Lehre. "Die Lehre hat einen guten Stellenwert und wird als
sicherer Anker in der Krise betrachtet", so Mitterlehner. Insgesamt
sind rund zwei Drittel der Befragten der Meinung, dass man mit einem
Lehrabschluss gleiche oder bessere Jobchancen wie mit anderen
Ausbildungen habe. Davon glauben sogar 19 Prozent, dass die Chancen
besser sind. Zudem stimmt eine Mehrheit von 56 Prozent der Aussage
zu, dass eine Lehre zumindest gleich gute Berufschancen wie eine
Matura bedeute. "Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Lehre ein
Erfolgsmodell und alles andere als eine Sackgasse ist", so
Mitterlehner. Die gute Positionierung werde auch an der im
internationalen Vergleich hohen Jugendbeschäftigung deutlich. "Länder
mit einem funktionierenden dualen Ausbildungssystem schneiden im
Europa-Vergleich besser ab", so Mitterlehner. Laut den heute
veröffentlichten Eurostat-Daten liegt Österreich derzeit mit einer
Jugendarbeitslosenquote von 8,3 Prozent nur knapp hinter Deutschland
und noch vor den Niederlanden auf Platz zwei. Der EU-27-Schnitt liegt
aktuell bei 22,4 Prozent.

Neues Lehrlings-Coaching und stärkerer Fokus auf
Berufsorientierung in der Schule

Trotz der guten Ausgangslage gerät die Lehre durch den
demographischen Wandel - laut Prognosen sinkt die Zahl der
15-Jährigen von 2010 auf 2015 um rund 15.000 - sowie den stärkeren
Wettbewerb mit weiterführenden Schulen zunehmend unter Druck. "Um den
Fachkräftebedarf langfristig zu decken, müssen wir daher die
Berufsausbildung attraktiv halten, neue Zielgruppen für die Lehre
erschließen und die Zahl der Ausbildungsabbrüche verringern", sagte
Mitterlehner unter Verweis auf das Berufsausbildungspaket 2012. So
werden mit dem neuen Pilotprojekt "Coaching und Beratung für
Lehrlinge und Lehrbetriebe" ab Herbst 2012 sowohl die Jugendlichen
als auch die Ausbilder in den Betrieben bei Bedarf unterstützt und
begleitet. Die Lehrlings-Coaches helfen den Jugendlichen sowie den
Ausbildnern bei Problemen, die während der Ausbildung auftreten, und
vermitteln zwischen Betrieb, Eltern, Berufsschule und Lehrling.
Darüber hinaus sprach sich Mitterlehner für eine verpflichtende
Berufsorientierung als eigenständiges Fach in der 7. und 8.
Schulstufe aus, um die Treffsicherheit zu erhöhen.

Berufliche Mobilität soll steigen

Einen Bewusstseinswandel hält Mitterlehner bei der beruflichen
Mobilität für notwendig: Denn 66 Prozent der Jugendlichen möchten
laut Jugendmonitor in Zukunft gerne in der Nähe ihres jetzigen
Wohnortes arbeiten. "Angesichts der Konkurrenz am Arbeitsmarkt und
den Anforderungen der Unternehmen sind eine höhere Flexibilität und
vor allem das Sammeln internationaler Erfahrungen ein Gebot der
Stunde", betont Mitterlehner. Um die Mobilität zu forcieren, werden
daher zum Beispiel Auslandspraktika von Lehrlingen seit heuer stärker
gefördert. Dabei erhält nicht nur der Lehrling Anreise und
Aufenthaltskosten im Ausland ersetzt, sondern werden jetzt auch die
Betriebe unterstützt. Während des Auslandsaufenthalts ihres Lehrlings
erhalten die Betriebe die Lehrlingsentschädigung, die sie trotz der
Absenz ihres Mitarbeiters zahlen, vom Wirtschaftsministerium ersetzt.

So wie Mitterlehner betonte auch der Politik- und
Kommunikationswissenschaftler Peter Filzmaier, dessen Institut für
Strategieanalysen den Jugendmonitor im Auftrag des Bundesministeriums
für Wirtschaft, Familie und Jugend (BMWFJ) durchführt, dass der
Zukunftsoptimismus unabhängig von den europäischen
Wirtschaftsentwicklungen ungebrochen hoch sei. "Das Klischee von
einer 'no future'-Generation ist völlig falsch. Auch im Freundeskreis
der Jugendlichen ist der Optimismus hoch", sagte Filzmaier. Die Lehre
habe aus der subjektiven Sicht der Jugendlichen ein sehr gutes und
positives Image. Sehr gering sei aber die berufliche
Mobilitätsbereitschaft. "Hier ist die Heimatverbundenheit, die
Schollengebundenheit stärker", so Filzmaier.

Über den BMWFJ-Jugendmonitor

Mit dem Jugendmonitor werden im Auftrag des BMWFJ die Meinungen und
Einstellungen der Jugend in Österreich regelmäßig zu wechselnden
Schwerpunktthemen erfasst. Befragt werden jeweils netto 800 Personen,
die repräsentativ für die Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen sind.

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM / Originaltext-Service sowie im Volltext der Aussendung auf
http://www.ots.at

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
   Pressesprecher des Bundesministers:
   Mag. Waltraud Kaserer
   Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34
   mailto:[email protected]
   www.bmwfj.gv.at
   
   Mag. Volker Hollenstein
   Tel.: +43 (01) 71100-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58
   [email protected]

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