- 28.06.2012, 10:32:14
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Photovoltaik: Heiter bis Wolkig
Bilanz zum Start des neuen Ökostromgesetzes

Wien (OTS) - Am 1. Juli 2012 tritt das neue Ökostromgesetz in
Kraft. Für die Photovoltaik soll es Österreichs Anschluss an die
internationale Erfolgsgeschichte der Sonnenstromerzeugung bringen.
Zwar bringt das neue Ökostromgesetz (ÖSG) die Möglichkeit eine
Weiterentwicklung des heimischen Marktes. Aber um die Höhe der Tarife
für das Jahr 2013 wird derzeit hinter den Kulissen noch hart
gerungen, sie sind zwischen dem Wirtschafts- Sozial- und
Umweltministerium in Verhandlung. Im Vorfeld der Verhandlungen sorgte
ein Gutachten der E-Control, das für alle erneuerbaren Verbände
inakzeptabel ist für Aufregung. Hans Kronberger vom Bundesverband
Photovoltaic Austria (PVA): "Es bleibt zu hoffen, dass die drei
Ressortminister dem Gutachten nicht folgen und ein an sich gelungenes
Gesetz nicht auf dem Verordnungswege demolieren!". Ebenso für
Aufregung sorgte eine Aussage des Chefs der E-Control in dem er die
erneuerbaren Stromerzeuger als Mitverursacher von kommenden
Preiserhöhungen von bis zu 25 Prozent des Endkundenpreises
deklarierte.
Kronberger: "Dies ist unrichtig und unfair. Man hat nur die
Förderkosten gerechnet und nicht die Preisreduktionen einbezogen".
Für die Preisreduktionen durch Sonnen- und Windstrom führt Kronberger
unverdächtige Zeugen an: Der scheidende RWE-Chef Jürgen Grossmann
beklagte in seiner Abschiedsrede, das die Gewinnmarschen der Kohle-
und Atommultis deutlich gesunken seien und zwar durch den Druck von
Sonnen- und Windstrom auf die Handelspreise. Ebenso argumentiert die
EXXA (Energy Exchange Austria, europäischer Börsenplatz für
Energieprodukte), dass der Grund für die derzeit niedrigen
Strompreise "primär im Überangebot von Wind- und Sonnenstrom im
Energiemarkt zu suchen" sei.
Für das Jahr 2012 erwartet der PVA eine installierte Leistung von
annähernd 200 Megawattpeak, das ist eine Steigerung um das
Hundertfache gegenüber 2007. Ein Wermutstropfen ist die Kürzung der
Direktförderung durch den Umweltminister von 45 auf 25,5 Millionen.
Äußerst positiv ist zu erwähnen, dass das Land Niederösterreich für
seine Antragsteller die Kürzung abgefangen hat und diejenigen, die
leer ausgegangen sind, bedient. In Restösterreich werden
voraussichtlich 8 800 Antragswerber abgewiesen. Der PVA fordert die
Aufhebung der Deckelung für die Investitionsförderung für
Kleinanlagen mit der Begründung: "In den letzten vier Jahren ist der
Förderbedarf von 2 800 Euro auf 800 Euro gefallen. Durch
diversenSteuerleistung zahlt der Errichter schon wesentlich mehr an
Steuerleistungen an den Staat, als an Förderung erhält. Es istalso
ein gutes Geschäft für die Finanzministerin und es ist nicht
einzusehen, dass der Investitionswille der Bevölkerung mutwillig
gebremst wird".
Österreich ist ein Exportland für Photovoltaik und Zubehörteile.
Peter Berghofer, General Manager von ULBRICH OF AUSTRIA GmbH
präsentiert das Sonnenstromexportland Österreich. Ulbrich stellt im
burgenländischen Mühlendorf (Schreibweise bitte prüfen -im
Originaltext steht Müllendorf mit 2 ll) Verbindungselemente für
Solarmodule. Der Marktanteil liegt in Europa bei 50 Prozent. Die
Firma ISOVOLTAIC AG beliefert den asiatischen Markt mit
Rückseitenfolien. Die Firma FRONIUS liegt weltweit im Spitzenfeld der
Herstellung von Wechselrichtern. Der Kärntner Modulhersteller KIOTO
produziert 120 Megawatt an Modulleistung jährlich, in erster Linie
für den Export. ERTEX Solartechnik spezialisiert sich auf
gebäudeintegrierte Installation von Modulen und punkten in Frankreich
und den Beneluxländern. Dies sind nur einige Beispiele von vielen.
Österreichs PV - Industrie punktet im Ausland, der Inlandsmarkt ist
entscheidend für technische Erprobung und Weiterentwicklung.
Deutschland ist weltweites Vorbild für PV-Entwicklung:
Peter Thiele Vice President von Sharp Energy Solutions Europe zur
aktuellen Situation in Deutschland, wo gestern die neue Tarifeinigung
verkündet worden ist: "Zwar werden die Tarifkürzungen das Leben der
Hersteller von PV-Modulen in den nächsten Jahren hart gestalten, aber
der Versuch des Duos Philipp Rösler und Norbert Röttgen die
Photovoltaik dramatisch zu dezimieren ist abgewendet. Man kann eine
Ausbaumenge von annähernd 7 000 Megawattpeak für das Jahr 2012
erwarten und das Ziel von 52 000 MWp für 2020 ist nicht gefährdet und
kann sogar deutlich früher erreicht werden"
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