- 25.06.2012, 11:11:08
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VVO-Studie: Vorsorgebewusstsein hui, Finanzwissen pfui - ANHÄNGE

Wien (OTS) - Nur 4 Prozent der Jugendlichen und nur 17 Prozent der
Erwachsenen geben an, sich in Versicherungsfragen gut auszukennen,
wie eine aktuelle Studie des Versicherungsverbandes zeigt. Dem aus
der Umfrage klar ableitbaren Bildungsauftrag trägt die
Versicherungswirtschaft mit der Fortsetzung von Initiativen in Sachen
Finanzbildung Rechnung.
"Wir stehen als Versicherungswirtschaft in der Verantwortung,
Zukunft zu gestalten. Somit kümmern wir uns auch um Finanzbildung",
erklärte Dr. Wolfram Littich, Präsident des Versicherungsverbands und
Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich, am Montag vor
Journalisten.
"Das subjektiv empfundene Wissen über Versicherungen wird
realistisch als sehr dürftig eingeschätzt. Die Österreicher gehen
selbst davon aus, dass sie im Zusammenhang mit Versicherungen
lediglich Basiswissen haben", fasst GfK-Experte Mag. Alexander Zeh
die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage zusammen. Im Rahmen der
Befragung gaben nur 4 Prozent der Jugendlichen an, sich in
Versicherungsfragen gut auszukennen, bei den Erwachsenen sind es 17
Prozent. Alarmierend: 68 Prozent der Jugendlichen führen an, im
Rahmen des Schulunterrichts keine Informationen zu Versicherungen
erhalten zu haben. Dass der Bedarf für Finanzwissen von den
Jugendlichen selbst erkannt wird, zeigen die Ergebnisse: So erachten
es etwa sechs von zehn Jugendlichen als sinnvoll, Finanzbildung
stärker in den Lehrplan zu integrieren.
Bewusstsein für private Vorsorge gegeben, Produktkenntnis
nicht
19 Prozent der Jugendlichen und 35 Prozent der Erwachsenen führen
die Haushaltversicherung als wichtigste Versicherung im Privatbereich
an. Bei der Lebensversicherung ist der Vorsorgenutzen schwächer
verankert als der Hinterbliebenenschutz, in Sachen Unfallversicherung
gibt es sowohl bei Erwachsenen (rund 40 Prozent) als auch bei den
Jugendlichen (70 Prozent) Aufholbedarf. Die Studie brachte aber auch
positive Ergebnisse ans Licht: Rund 80 Prozent der Befragten glauben,
dass es notwendig ist, für die Pension vorzusorgen. Allerdings
konnten 70 Prozent der Jugendlichen und rund 40 Prozent der
Erwachsenen kein Produkt nennen, mit dem sie diesem Bedarf Rechnung
tragen könnten. "Es ist erfreulich, dass Herr und Frau Österreicher
den Bedarf für private Pensionsvorsorge erkennen, jedoch zeigt sich,
dass sie nicht wissen, wie. Hier besteht akuter Handlungsbedarf", so
Littich. "Staatsbürger wollen Verantwortung übernehmen - geben wir
ihnen somit auch in diesem Bereich die Chance, diese wahrzunehmen."
Persönliche Beratung wird eingefordert
Wenn es darum geht, sich über Versicherungsprodukte zu
informieren, sind Eltern für Jugendliche Anlaufstelle Nummer 1 (94
Prozent), bei den Erwachsenen ist in acht von zehn Fällen der
Versicherungsberater die wichtigste Informationsquelle. "Sowohl auf
Seiten der Jugendlichen wie auch unter den Erwachsenen besteht ein
großer Bildungsbedarf im Zusammenhang mit Versicherungen", so Zeh.
Bildungsmaßnahmen werden auch explizit eingefordert, und zwar von der
Branche und den öffentlichen Einrichtungen.
Um die "Wissenslücken" zu schließen, bedarf es eines
Schulterschlusses aus Politik, Schulen und auch der Finanzwirtschaft.
"Es geht uns vor allem darum, dass Herr und Frau Österreicher
frühzeitig Risiko einschätzen lernen und künftige Bedarfslagen
erkennen. Denn der in Finanzfragen aufgeklärte Bürger von heute ist
der mündige Konsument von morgen", erklärt Littich. Finanzbildung sei
ein wichtiger Beitrag der Versicherungswirtschaft zur Transparenz -
im Zuge dessen sei diese sowohl für die Branche als auch für die
Kunden von hoher Bedeutung: Einen wichtigen Betrag leiste die
Versicherungswirtschaft tagtäglich durch die Qualifizierung ihrer
insgesamt mehr als 30.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Laut
Zahlen des VVO erhalten pro Jahr 662 Absolventen die Zertifizierung
als Kundenberater, 220 Lehrlinge schließen ihre Ausbildung
erfolgreich ab.
Versicherungsverband setzt auf Ausbau von
Finanzbildungsinitiativen
"Wir sind aber auch gefordert, neue Wege in Richtung eines
mündigen Konsumenten einzuschlagen", so Littich. Finanzbildung stelle
die Basis für eine qualitätsvolle Beziehung zwischen Kunden und
Berater dar, die von Vertrauen geprägt sei. Seitens des Verbands
werden die Bemühungen in Sachen Finanzbildung auch außerhalb der
Branche intensiviert: Es werde der Weg über Netzwerke sowie direkt zu
den Schulen gesucht und diverse Informationsmaterialien erweitert und
breitflächig gestreut. "Um langfristig erfolgreich zu sein, sind wir
alle gefordert - Finanzdienstleistungsunternehmen, Schulen, Lehrer,
Eltern, Politik. Es ist allerhöchste Zeit, sich ernsthaft mit diesem
Thema auseinanderzusetzen, damit Bürgerinnen und Bürger in
Geldangelegenheiten die mündigen Konsumenten von morgen werden", so
Littich abschließend.
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