- 14.06.2012, 09:59:16
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AKNÖ: Familien geben 660 Euro pro Jahr für Nachhilfe aus
Es mangelt an qualitativ hochwertiger schulischer Nachmittagsbetreuung
Wien (OTS) - Die Inanspruchnahme von bezahlter Nachhilfe ist in
Niederösterreich keine Ausnahme, sondern fester Bestandteil vieler
Schulkarrieren. Fast jeder vierte Haushalt mit Schulkindern nahm im
letzten Schuljahr bezahlte Nachhilfe in Anspruch. Im Schnitt werden
für Nachhilfe 662 Euro ausgegeben, und wer es sich leisten kann,
zahlt dafür sogar bis zu 1.500 Euro.
Im Österreich-Ranking der teuersten Nachhilfekosten liegt NÖ auf
Basis der Haushalte nach Wien und Vorarlberg damit am dritten Platz.
Immerhin fließen in NÖ jährlich rund 22 Millionen Euro in die Kassen
der Anbieter. Kein Wunder, dass die Haushalte die Kostenbelastungen
beklagen. Besonders einkommensschwache Familien leiden unter dem
finanziellen Druck. "Fakt ist, dass teure Nachhilfe nicht für alle
gleich leistbar ist", kritisiert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder:
"Deshalb brauchen wir an den Schulen dringend mehr Betreuungsangebote
am Nachmittag."
Niederösterreich besonders schwach bei Nachmittagsbetreuung
Darüber hinaus üben 4 von 5 Eltern in NÖ mit ihren Kindern den
Schulstoff zu Hause - viele davon täglich. Hier macht sich der Mangel
an geeigneter Nachmittagsbetreuung besonders stark bemerkbar. Während
österreichweit jeder fünfte Haushalt auf Nachmittagsbetreuung zurück
greifen kann, sind es in Niederösterreich nur 17 %. "Ein Drittel
jener Haushalte, die bezahlte Nachhilfe in Anspruch nehmen, fühlt
sich finanziell stark belastet", erklärt AKNÖ-Bildungsexperte Stefan
Schober: "Für einkommensschwache Haushalte oder AlleinverdienerInnen
ist Nachhilfe immer weniger leistbar. Das verstärkt zusätzlich die
Bildungsungerechtigkeit."
Die befragten Eltern wünschen sich vor allem, dass den SchülerInnen
der Lehrstoff im Unterricht verständlich vermittelt wird. Sie wollen
kleinere Lerngruppen und eine schulische Nachmittagsbetreuung mit
individueller Förderung bzw. einen Ausbau des Förderunterrichts. Die
Ergebnisse der Studie sind für die AKNÖ ein klarer Auftrag an die
Verantwortlichen. "Durch eine Ausweitung des Angebots an ganztägigen
Schulformen mit individueller Förderung könnten in Zukunft viele
SchülerInnen die Lernziele erreichen, ohne dass Eltern für teure
Nachhilfe tief in die Taschen greifen oder daheim Lehrer spielen
müssen", so das Fazit von AKNÖ-Präsident Hermann Haneder.
Mehr Infos unter: noe.arbeiterkammer.at
Rückfragehinweis:
AKNÖ-Bildungsexperte Günter Kastner, 01/58883-1866
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