• 09.06.2012, 11:04:36
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BZÖ-Bucher: 595 Sexualstraftäter vorzeitig entlassen - 47 rückfällig

Wien (OTS) - "Fast 600 Sexualstraftäter sind in Österreich vor
Verbüßung ihrer Haftstrafe wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Das
ist ein Skandal und eine Verhöhnung der Opfer. Das BZÖ fordert die
generelle Abschaffung bedingter Entlassungen bei Sexualverbrechern
und schärfere Strafen", so BZÖ-Chef Klubobmann Josef Bucher. Anlass
ist eine parlamentarische Anfragebeantwortung von
ÖVP-Justizministerin Beatrix Karl, in der Karl die Zahl der bedingten
Entlassungen in den letzten Jahren offen legen musste. Konkret wurden
- nur nach jetzigem Stand - in Österreich zwischen 2007 und März 2012
unglaubliche 595 Sexualstraftäter vorzeitig entlassen - bei einer
Rückfallsquote von 7,9 Prozent bedeutet dies, dass 47 vorzeitig
entlassene Sexualstraftäter wieder straffällig wurden. Ohne die
Dunkelziffer zu kennen, wurden 17 der bedingt entlassenen
Sexualstraftäter laut offiziellen Zahlen einschlägig rückfällig, d.h.
mindestens 17 neue Opfer müssen ihr Leben lang unter den Folgen
leiden.

Generell musste das Justizministerium bestätigen, dass durch das 2008
in Kraft getretene so genannte Haftentlassungspaket die Zahl der
bedingten Entlassungen um gewaltige 53 Prozent gestiegen ist. Während
das BZÖ mit seiner Aktion "Kinderschutz jetzt" auf härtere Strafen
drängt, hat die Bundesregierung die vorzeitige Entlassung von fast
600 Sexualverbrechern zu verantworten. BZÖ-Chef Josef Bucher dazu:
"Gerade bei diesen Taten ist jeder einzelne Fall grausam und
verachtenswert, weil besonders durch Sexualverbrechen die Opfer oft
lebenslänglich gebrochen und traumatisiert werden. Die Opfer leiden
Ihr Leben lang, die Täter gehen bei zu geringen Strafen auch noch
vorzeitig frei und können sich neue Opfer suchen". Bucher fordert
Justizministerin Beatrix Karl auf, endlich aus dem Dämmerschlaf
aufzuwachen und sofort das seit 2008 geltende Haftentlassungspaket
zurückzunehmen. Gleichzeitig müsse aber auch die Resozialisierung
massiv gestärkt und die Möglichkeit einer umfassenden Betreuung von
Sexualverbrechern nach Verbüßung ihrer Strafe geschaffen werden.
"Härtere Strafen, aber auch bessere Resozialisierungsmöglichkeiten
und ein Verbot der vorzeitigen Entlassung von Sexualverbrechern sind
für das BZÖ unverzichtbar. Kein einziger Vergewaltiger oder
Kinderschänder darf auch nur einen Tag vorzeitig seine Zelle
verlassen". Bucher kündigt eine erneute parlamentarische Initiative
des BZÖ an.

Rückfragehinweis:
Pressereferat Parlamentsklub des BZÖ

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