- 29.05.2012, 12:17:59
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WKÖ-Vize RfW-BO Amann fordert SPÖVP-Bekenntnis zur Lehre - mehr Mittel für die betriebliche Lehre, weniger für "Scheinwelt" ÜLA!
RfW fordert einen Lehrlingsgipfel der zuständigen Minister mit Wirtschaft und Experten, den Blum Bonus Neu und als Zwischenlösung die Finanzierung von Jobmessen im Ausland.
Wien (OTS) - Laut einer aktuellen Studie der KMU-Forschung Austria
suche etwa jeder dritte Gewerbebetrieb in Wien Mitarbeiter. "Schuld
am Fachkräftemangel sind Jahrzehnte falscher Bildungspolitik, das
Image der Lehre wurde - und wird - ruiniert, die
SPÖVP-Lehrlingspolitik geht in eine völlig falsche Richtung!",
kritisiert WKÖ-Vizepräsident RfW-Bundesobmann Fritz Amann. Er fordert
einen Lehrlingsgipfel von Wirtschafts-, Arbeits- und
Bildungsministerium mit Wirtschaft und Experten. "Die betriebliche
Lehrlingsausbildung muss gegenüber den um vieles teureren
überbetrieblichen Lehrausbildungsstätten (ÜLA) wieder finanzielle
Priorität haben, der Blum Bonus Neu ist einzuführen, ebenso muss die
Qualitätskontrolle zur Mitte der Lehrzeit wieder eingeführt werden",
so Amann. Als "Zwischenlösung" müsse die Regierung den KMUs Jobmessen
im Ausland finanzieren.
Vorarlberger Unternehmen seien bereits dazu übergegangen Jobmessen in
Spanien zu organisieren, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen.
"Könnten wir den Bedarf in Österreich decken, wäre das wünschenswert.
Aufgrund der Grundschulausbildungs-Defizite unserer Jugend, für die
unsere staatlich finanzierte Bildungspolitik verantwortlich ist, sind
die Betriebe aber gezwungen andere Wege gehen. Daher müssen den KMUs
solche Jobmessen im Ausland voll finanziert werden, um dem
Fachkräftemangel vorbeugen zu können", fordert Amann. Dies sei
zumindest solange nötig, bis die nationale Lehrlingspolitik auf
vernünftigen Beinen stehe und greife. "Dazu gehört auch die
Bildungspolitik - es kann nicht sein, dass die Betriebe das erste
Lehrjahr darauf verwenden müssen, die schulischen Defizite
auszuräumen", so Amann. Das Image der Lehre müsse zudem wieder
aufgewertet werden. Durch die Abschaffung der "Qualitätskontrolle"
zur Mitte der Lehrzeit habe Wirtschaftsminister Mitterlehner die
Lehre zusätzlich zur Ausbildung "zweiter Klasse" degradiert.
Vollmundige Ankündigungen, wie jene des Sozialministers im Magazin
"Format", seien jedenfalls zu wenig: "Wenn Minister Hundstorfer den
Stellenwert des Lehrlings tatsächlich erhöhen will, warum fließen
dann pro Person pro Jahrgang rund 18.000 Euro in die "Parallelwelt"
der ÜLAs, während auf der anderen Seite die Mittel für die
betriebliche Lehrlingsausbildung zusammengekürzt werden?", so Amann.
Ein betrieblicher Lehrling werde praxis- und wirtschaftsnah
ausgebildet, habe fast so etwas wie eine "Jobgarantie" und koste den
Steuerzahler einen Bruchteil des ÜLA-"Lehrlings". Amann fordert daher
auch finanziell ein klares Bekenntnis der SPÖVP-Regierung zur
betrieblichen Lehrlingsausbildung. "Was nur heißen kann: Mehr Geld
für die "echte" Lehre, weniger für die "ÜLA-Scheinwelt"", so Amann.
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