- 24.05.2012, 10:01:01
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VHS Wien: Bildung ist das wichtigste Mittel gegen Arbeitslosigkeit und Armutsgefährdung
Podiumsdiskussion "Braucht es ein europäisches Jugendrettungspaket? Herausforderung Jugendarbeitslosigkeit - Perspektiven und Konzepte" am 31. Mai
Wien (OTS) - Jugendarbeitslosigkeit ist seit Beginn der
Wirtschaftskrise 2008 zur größten Herausforderung Europas geworden.
Mit über 20 Prozent durchschnittlicher Jugendarbeitslosigkeit und
Spitzenwerten von über 50 Prozent in Spanien und Griechenland, muss
die Lage als dramatisch bezeichnet werden. Die Jobchancen jeder/jedes
Einzelnen hängen dabei wesentlich vom Bildungsgrad ab. Das zeigt sich
auch in Österreich. "Je höher der Bildungsgrad eines Menschen ist,
umso weniger läuft er Gefahr, von Arbeitslosigkeit und Armut
betroffen zu sein. Über 20 Prozent der Gruppe mit
Pflichtschulabschluss gilt als besonders armutsgefährdet. Hingegen
nur etwa 5 Prozent der AkademikerInnen", erklärt Mario Rieder,
Geschäftsführer der VHS Wien bezugnehmend auf Zahlen der Statistik
Austria. Gemeinsam mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer,
EU-Abgeordneten Josef Weidenholzer, der Wiener Landtagsabgeordneten
Tanja Wehsely und dem Wirtschaftswissenschafter Markus Marterbauer
diskutiert Rieder am 31.5. ab 17 Uhr in der VHS Wiener Urania (1.,
Uraniastraße 1) über die Notwendigkeit eines europäischen
Jugendrettungspakets.
Bildung zahlt sich aus
Dass sich Bildung auszahlt, belegen nicht nur die
Arbeitslosenquoten nach Bildungsabschlüssen - 2010 waren etwa 9
Prozent der Menschen mit Pflichtschulabschluss von Arbeitslosigkeit
betroffen, hingegen nur 2,6 Prozent der AkademikerInnen. Auch die
durchschnittlichen Einkommen bevorzugen besser Gebildete deutlich.
"Jedes Jahr, das ein Mensch zusätzlich im Bildungssektor verbringt,
steigert das durchschnittliche Einkommen", so Rieder. Bei Männern in
Österreich durchschnittlich um 5 Prozent, bei Frauen sogar um ca. 6
Prozent. Der Lebensstandard von Menschen mit maximal
Pflichtschulausbildung lag im Jahr 2010 ca. 17 Prozent unter dem
mittleren Wert aller EinkommensbezieherInnen. AkademikerInnen lagen
ca. 40 Prozent darüber. "Wer gegen Arbeitslosigkeit und
Armutsgefährdung kämpfen will, muss für Bildung kämpfen",
unterstreicht Rieder.
Bildungschancen hängen stark von der Herkunft ab
Dabei muss beachtet werden, dass Bildung nicht nur die eigenen
Chancen steigert, sondern auch die der Folgegenerationen. Der
Bildungsweg, den ein junger Mensch einschlägt, hängt wesentlich vom
Bildungsgrad der Eltern ab. Akademikerkinder absolvieren zu ca. 40
Prozent ein Studium. Wenn die Eltern höchstens Pflichtschulabschluss
haben, erreichen nur 4,5 Prozent der Kinder einen akademischen Grad,
jede/r dritte verlässt das Bildungssystem ebenfalls nach der
Pflichtschule. "Wir können beobachten, dass sich das sogenannte
Bildungsniveau in Österreich und anderen europäischen Ländern von
Generation zu Generation stark fortschreibt. Die mangelnde
Durchlässigkeit des Bildungssystems festigt so auch in hohem Ausmaß
den sozialen Status", betont Rieder.
Europäische Initiativen sind notwendig
Um dieser Situation entgegenzuwirken, braucht es massive
Anstrengungen auf europäischer Ebene. "Wir können die Verflechtungen
innerhalb der EU nicht außer Acht lassen. Die Jugendarbeitslosigkeit
in Spanien wirkt längerfristig auch auf Österreich und die Stabilität
der Union. Ich halte daher groß angelegte Investitionen in den
Bildungssektor und in Arbeitsmarktinitiativen für die jungen Menschen
Europas für unbedingt erforderlich", so Rieder. Die österreichische
Politik kann hier Impulse auch auf europäischer Ebene setzen und
Lobbying für die Jugend Europas betreiben.
Angebote der VHS Wien für mehr Chancen am Arbeitsmarkt
Die VHS Wien setzt schon jetzt zahlreiche Initiativen im Bereich
der Qualifizierung von Erwachsenen und Jugendlichen. Damit wird
versucht, gegen soziale Selektion zu wirken. "Wir beteiligen uns an
der Initiative Erwachsenenbildung, die vielen ermöglicht, den
Hauptschulabschluss nachzuholen und so den Wiedereinstieg in das
Bildungssystem zu schaffen. Auch beim Jugendcoaching, das sich um
junge Menschen kümmert, die davon bedroht sind, aus der Schule
auszuscheiden, ist die VHS beteiligt. So gelingt es uns, sowohl
Menschen zu erreichen, die bereits aus dem Bildungssystem gefallen
sind und gleichzeitig mit Präventivmaßnahmen einzuschreiten, bevor
das passiert", bekräftigt Rieder. Darüber hinaus werden in ständigen
Lernhilfeangeboten Jugendliche aktiv und mit sozialen Ermäßigungen
unterstützt. Projekte wie "Gemeinsam schlau im Gemeindebau"
verschaffen Jugendlich direkte Lernbetreuung in ihrer Umgebung.
Weitere Informationen auf www.vhs.at.
Service:
Detailliertes Zahlenmaterial finden Sie im Bericht der Statistik
Austria "Bildung in Zahlen" auf http://www.statistik.at
und in der Studie "Ländervergleich in Westeuropa. Wo sich Bildung für
Frauen mehr lohnt als für Männer" auf der Homepage des Instituts für
Arbeitsmarkt- und Berufsforschung unter:
http://doku.iab.de/kurzber/2012/kb0512.pdf
Rückfragehinweis:
Mag.a Daniela Lehenbauer Mediensprecherin Tel.: 01/89 174-100 352 Mobil: 0650/820 86 55 E-Mail: [email protected]
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