• 22.05.2012, 10:09:35
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Mitterlehner: Schulterschluss mit Sozialpartnern und Industrie für leichtere Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Bundesminister Mitterlehner unterzeichnete Charta für familienfreundliche Arbeitswelt mit Sozialpartner-Präsidenten Leitl, Tumpel und Foglar sowie IV-Generalsekretär Neumayer

Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner (2.v.r.) unterzeichnete gemeinsam mit IV-Generalsekretär Christoph Neumayer, AK-Präsident Herbert Tumpel, WKÖ-Präsident Christoph Leitl, und ÖGB-Präsident Erich Foglar (v.l.n.r.) die Charta "Vereinbarkeit Familie und Beruf"

Wien (OTS/BMWFJ) - Mit dem Zukunftsforum "Familie und Wirtschaft"
traf Wirtschafts- und Familienminister Reinhold Mitterlehner seit
September 2011 rund 850 Wirtschaftstreibende in den Bundesländern und
informierte sich vor Ort über Erfolgsmodelle. Bei der
Abschlussveranstaltung am Montagabend in Wien unterzeichnete
Mitterlehner gemeinsam mit führenden Vertretern der Sozialpartner und
der Industriellenvereinigung eine neue Charta zur "Vereinbarkeit von
Familie und Beruf", um diesen Prozess weiter zu beschleunigen. "Mit
unserem Schulterschluss wollen wir die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf in Österreich weiter erleichtern. Dafür braucht es neben dem
Ausbau von bedarfsgerechten Kinderbetreuungsplätzen gerade für
Unter-Dreijährige vor allem auch einen Bewusstseinswandel in der
Arbeitswelt. Hier sind alle Beteiligten gefordert", sagte
Mitterlehner. "Wir wollen Familienfreundlichkeit als Markenzeichen
der heimischen Wirtschaft etablieren. Der demographische Wandel und
der Fachkräftebedarf erhöhen den Handlungsdruck", so Mitterlehner
weiter.

Die neue Charta ist ein öffentliches Bekenntnis zur Notwendigkeit
familienfreundlicher Maßnahmen und benennt die Schlüsselrolle, die
Unternehmen, Organisationen, Institutionen, Führungskräften und der
Kollegenschaft im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und
Beruf zukommt. Alle Verantwortungsträger werden aufgefordert, in
ihrem Verantwortungsbereich familienbewusste Maßnahmen anzubieten
bzw. auszubauen. Laut Charta sollen beispielsweise familiäre
Verpflichtungen (insbesondere Betreuungspflichten) zu keinen
beruflichen Nachteilen führen und etwa bei Arbeitsorganisation und
Sitzungskultur berücksichtigt werden. Rechtliche Möglichkeiten für
flexible Arbeitszeitmodelle sollen genutzt und wenn notwendig
ausgebaut werden. Die Möglichkeit familienbedingter Teilzeitarbeit
soll auch für Führungskräfte ausgebaut werden. Im Zusammenwirken mit
der Politik sollen bedarfsgerechte und verlässliche
Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung stehen.

Präsidenten von WKÖ, AK und ÖGB sowie Industrie tragen Charta
mit

Alle Unterzeichner begrüßen die Charta als positiven Anstoß für einen
Umdenkprozess hin zu mehr und besserer Vereinbarkeit.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl betonte: "Mit
familienfreundlichen Arbeitsbedingungen können sich Unternehmen im
Wettbewerb um Arbeitnehmer aller Qualifikationsstufen als attraktive
Arbeitgeber positionieren. Initiativen wie diese sind ein wichtiges
Instrument, um das Bewusstsein weiter zu schärfen und geben gute
Impulse, wie das Thema Vereinbarkeit noch besser innerbetrieblich
verankert werden kann."

Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel sagte: "Beruf und Familie sind
nur dann für beide, Frauen und Männer, optimal vereinbar, wenn der
Wiedereinstieg nach der Geburt ohne berufliche Nachteile erfolgen
kann. Dafür braucht es genügend qualitativ hochwertige
Kinderbetreuungsplätze und Väter sollen sich verstärkt an der
Kinderbetreuung beteiligen können."

Gewerkschaftspräsident Erich Foglar lobte die Charta als wichtigen
ersten Schritt, "um die Wahrnehmung auch dahin gehend zu schärfen,
dass Veränderungen für eine familienfreundliche Arbeitswelt eine
Zukunftsinvestition sind, die sich nachhaltig lohnt."

IV-Generalsekretär Christoph Neumayer betonte: "Vor dem Hintergrund
der demographischen Entwicklung und der Verschärfung des
Fachkräftemangels ist es aus Sicht der Industrie notwendig, das
heimische Arbeitskräftepotenzial optimal zu nutzen. Aus diesem Grund
unterstützt die Industriellenvereinigung Initiativen, die zur
Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen.
Bereits heute wird diese Vereinbarkeit in zahlreichen
österreichischen Unternehmen gelebt und stellt einen fixen
Bestandteil in der Unternehmenskultur dar."

Die am Montagabend unterzeichnete Charta wurde auf Initiative von
Wirtschafts- und Familienminister Mitterlehner von einem
Experten-Gremium erarbeitet, in dem auch WKÖ, AK, ÖGB und IV
vertreten waren. Künftig wird das BMWFJ alle drei Jahre evaluieren,
inwieweit sich die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert
hat. Alle Details zur Charta finden sich im Anhang dieser
Pressemeldung sowie auf der Webseite www.familienministerium.at.

Neuer berufundfamilie-Index unterstützt Ausbau der
Familienfreundlichkeit

Mitterlehner präsentierte zum Abschluss des Zukunftsforums auch ein
neues Selbstdiagnose-Instrument für Betriebe, das auf der Webseite
www.berufundfamilie-index.at nutzbar ist. Jedes Unternehmen kann
damit in nur wenigen Minuten sein Familienbewusstsein mittels
Fragebogen messen und in Relation zu vergleichbaren Firmen sehen.
Zudem erfolgt eine Analyse, in der Verbesserungsmöglichkeiten und
weitere Maßnahmen wie das Audit "berufundfamilie" aufgezeigt werden.
Dabei handelt es sich um ein Management-Instrument zur internen
Erhebung und Verbesserung der Familienfreundlichkeit. Erfolgreich
teilnehmende Betriebe erhalten ein staatliches Gütezeichen. "Wer
familienfreundlich agiert, erarbeitet sich betriebswirtschaftliche
Wettbewerbsvorteile und wird attraktiver für qualifizierte
Fachkräfte", verweist Mitterlehner auf eine neue Erhebung im Auftrag
des BMWFJ.

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im
AOM / Originaltext-Service sowie im Volltext der Aussendung auf
http://www.ots.at

Rückfragehinweis:

Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
   Pressesprecher des Bundesministers:
   Mag. Waltraud Kaserer
   Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34
   mailto:[email protected]
   www.bmwfj.gv.at
   
   Mag. Volker Hollenstein
   Tel.: +43 (01) 71100-5193 / Mobil: +43 664 501 31 58
   [email protected]

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