OTS0281   14. Mai 2012, 19:39

Moderne Kunst im Parlament: Elfie Semotan zeigt Fotografien Prammer eröffnet erste von Karola Kraus kuratierte Ausstellung


Zeitgenössische Kunst hat im österreichischen Parlament
bereits seit Jahren einen fixen Platz. Heute eröffnete
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer die erste von Mumok-Chefin
Karola Kraus kuratierte Ausstellung im Hohen Haus. Rund ein Jahr lang
werden Fotografien von Elfie Semotan die parlamentarische Arbeit
begleiten. Die in den Ausschusslokalen und anderen Räumlichkeiten des
Parlaments gezeigten Bilder geben einen repräsentativen Einblick in
das facettenreiche Schaffen der österreichischen Mode- und
Porträtfotografin.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wies Nationalratspräsidentin
Prammer darauf hin, dass bereits ihr Amtsvorgänger Andreas Khol damit
begonnen habe, durch die Betrauung eines Kunstkurators System in die
Präsentation moderner Kunst im Parlament zu bringen. Sie sei diesem
Beispiel gefolgt, skizzierte sie. Zur von Karola Kraus ausgewählten
Fotografin Elfie Semotan habe sie einen persönlichen Bezug, sagte
Prammer, habe diese sie doch im Zuge einer Fotoserie zu Beginn ihrer
Tätigkeit als Frauenministerin davon überzeugt, ihre Frisur zu ändern
und sich von ihren Locken zu trennen.

Die gezeigten Bilder sollen das Parlament nicht "behübschen" oder
dekorieren, sondern einen provokanten Kontrast zum Haus darstellen,
betonte Prammer. Ziel sei die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer
Kunst nicht nur seitens der Politik, sondern auch durch
BesucherInnen.

Karola Kraus, Direktorin des Museums moderner Kunst in Wien, zeigte
sich erfreut, dass sie Elfie Semotan für ihre erste kuratierte
Ausstellung im Parlament gewinnen konnte. Es habe ihr "unglaublichen
Spaß" bereitet, die Ausstellung gemeinsam mit der Künstlerin
vorzubereiten, meinte sie. Semotan gehöre zu den international
renommiertesten Vertreterinnen der Mode-, Werbe- und
Porträtfotografie, ihre Bilder würden längst nicht nur in
Hochglanzmagazinen gezeigt, sondern auch in Bildbänden, Galerien und
Museen.

Wie Kraus hervorhob, hat sich Semotan mit ihren Bildern immer schon
gängigen Erwartungshaltungen widersetzt und statt vordergründig
schöner Bilder ambivalente, künstliche Bildwelten geschaffen. So
ziehen sich etwa narrative Elemente durch die Modeserien der
Fotografin, die ihre Models zu AkteurInnen werden lassen. Semotan
arbeite aber auch mit Übermalungen oder versuche, Klischees
auszureizen, erklärte Kraus.

Besonders hob Kraus die intensive Auseinandersetzung Semotans mit der
zeitgenössischen Kunst hervor. Zu den Künstlerinnen und Künstlern,
die Semotan porträtiert hat, gehören unter anderem Maria Lassnig,
Elke Krystufek, Franz West und Bruno Gironcoli. Semotan habe oft
gemeinsam mit den Porträtierten Konzepte für die Fotografien
entwickelt, schilderte Kraus, daneben seien auch großformatige
Atelieraufnahmen entstanden.

Bei einem Rundgang durch das Parlament hatten die Besucherinnen und
Besucher Gelegenheit, die Fotografien von Semotan in einem
außergewöhnlichen Umfeld zu sehen.

Elfie Semotan wurde 1941 in Wels geboren und arbeitete nach einer
Ausbildung als Modedesignerin in Wien in den 1960er-Jahren zunächst
als Fotomodell in Paris. Später kehrte sie nach Wien zurück und
wechselte hinter die Kamera. Bekannt wurde Semotan unter anderem
durch eine Werbekampagne für den Unterwäschehersteller Palmers,
Fotografien für Modejournale wie Vogue und ihre Zusammenarbeit mit
dem österreichischen Designer Helmut Lang. Parallel zur
Modefotografie setzte sie sich aber auch mit der österreichischen und
internationalen Kunstszene auseinander und fotografierte
Künstlerinnen und Künstler sowie deren Ateliers. Derzeit lebt und
arbeitet die Fotografin in New York, Wien und im südburgenländischen
Jennersdorf.

Die bei der Ausstellung gezeigten Bilder sind ab morgen unter dem
Menüpunkt Gebäude und Führungen auch auf der Website des Parlaments
(www.parlament.gv.at) zu sehen. Zudem ist ein Folder zur Ausstellung
erschienen. Kostenlose Rundgänge durch die Ausschusslokale werden ab
26. Mai jeweils an Samstagen angeboten, eine Voranmeldung unter
besucherservice@parlament.gv.at bzw. unter der Telefonnummer 01-
40110/2400 ist unbedingt erforderlich. (Schluss)

HINWEIS: Fotos von der Vernissage finden Sie - etwas zeitverzögert -
auf der Website des Parlaments (www.parlament.gv.at) im Fotoalbum.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0281 2012-05-14 19:39 141939 Mai 12 NPA0003 0591



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