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Moderne Kunst im Parlament: Elfie Semotan zeigt Fotografien Prammer eröffnet erste von Karola Kraus kuratierte Ausstellung

Wien (PK) - Zeitgenössische Kunst hat im österreichischen Parlament bereits seit Jahren einen fixen Platz. Heute eröffnete Nationalratspräsidentin Barbara Prammer die erste von Mumok-Chefin Karola Kraus kuratierte Ausstellung im Hohen Haus. Rund ein Jahr lang werden Fotografien von Elfie Semotan die parlamentarische Arbeit begleiten. Die in den Ausschusslokalen und anderen Räumlichkeiten des Parlaments gezeigten Bilder geben einen repräsentativen Einblick in das facettenreiche Schaffen der österreichischen Mode- und Porträtfotografin.

Im Rahmen der Ausstellungseröffnung wies Nationalratspräsidentin Prammer darauf hin, dass bereits ihr Amtsvorgänger Andreas Khol damit begonnen habe, durch die Betrauung eines Kunstkurators System in die Präsentation moderner Kunst im Parlament zu bringen. Sie sei diesem Beispiel gefolgt, skizzierte sie. Zur von Karola Kraus ausgewählten Fotografin Elfie Semotan habe sie einen persönlichen Bezug, sagte Prammer, habe diese sie doch im Zuge einer Fotoserie zu Beginn ihrer Tätigkeit als Frauenministerin davon überzeugt, ihre Frisur zu ändern und sich von ihren Locken zu trennen.

Die gezeigten Bilder sollen das Parlament nicht "behübschen" oder dekorieren, sondern einen provokanten Kontrast zum Haus darstellen, betonte Prammer. Ziel sei die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst nicht nur seitens der Politik, sondern auch durch BesucherInnen.

Karola Kraus, Direktorin des Museums moderner Kunst in Wien, zeigte sich erfreut, dass sie Elfie Semotan für ihre erste kuratierte Ausstellung im Parlament gewinnen konnte. Es habe ihr "unglaublichen Spaß" bereitet, die Ausstellung gemeinsam mit der Künstlerin vorzubereiten, meinte sie. Semotan gehöre zu den international renommiertesten Vertreterinnen der Mode-, Werbe- und Porträtfotografie, ihre Bilder würden längst nicht nur in Hochglanzmagazinen gezeigt, sondern auch in Bildbänden, Galerien und Museen.

Wie Kraus hervorhob, hat sich Semotan mit ihren Bildern immer schon gängigen Erwartungshaltungen widersetzt und statt vordergründig schöner Bilder ambivalente, künstliche Bildwelten geschaffen. So ziehen sich etwa narrative Elemente durch die Modeserien der Fotografin, die ihre Models zu AkteurInnen werden lassen. Semotan arbeite aber auch mit Übermalungen oder versuche, Klischees auszureizen, erklärte Kraus.

Besonders hob Kraus die intensive Auseinandersetzung Semotans mit der zeitgenössischen Kunst hervor. Zu den Künstlerinnen und Künstlern, die Semotan porträtiert hat, gehören unter anderem Maria Lassnig, Elke Krystufek, Franz West und Bruno Gironcoli. Semotan habe oft gemeinsam mit den Porträtierten Konzepte für die Fotografien entwickelt, schilderte Kraus, daneben seien auch großformatige Atelieraufnahmen entstanden.

Bei einem Rundgang durch das Parlament hatten die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, die Fotografien von Semotan in einem außergewöhnlichen Umfeld zu sehen.

Elfie Semotan wurde 1941 in Wels geboren und arbeitete nach einer Ausbildung als Modedesignerin in Wien in den 1960er-Jahren zunächst als Fotomodell in Paris. Später kehrte sie nach Wien zurück und wechselte hinter die Kamera. Bekannt wurde Semotan unter anderem durch eine Werbekampagne für den Unterwäschehersteller Palmers, Fotografien für Modejournale wie Vogue und ihre Zusammenarbeit mit dem österreichischen Designer Helmut Lang. Parallel zur Modefotografie setzte sie sich aber auch mit der österreichischen und internationalen Kunstszene auseinander und fotografierte Künstlerinnen und Künstler sowie deren Ateliers. Derzeit lebt und arbeitet die Fotografin in New York, Wien und im südburgenländischen Jennersdorf.

Die bei der Ausstellung gezeigten Bilder sind ab morgen unter dem Menüpunkt Gebäude und Führungen auch auf der Website des Parlaments (www.parlament.gv.at) zu sehen. Zudem ist ein Folder zur Ausstellung erschienen. Kostenlose Rundgänge durch die Ausschusslokale werden ab 26. Mai jeweils an Samstagen angeboten, eine Voranmeldung unter besucherservice@parlament.gv.at bzw. unter der Telefonnummer 01-40110/2400 ist unbedingt erforderlich. (Schluss)

HINWEIS: Fotos von der Vernissage finden Sie - etwas zeitverzögert -auf der Website des Parlaments (www.parlament.gv.at) im Fotoalbum.

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