- 14.05.2012, 12:00:37
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Startschuss für Reform der Musikausbildung in Wien
Ab 2015 soll ein Netzwerk an Musikausbildungsangeboten allen Kindern individuelle und auf ihre Wünsche abgestimmte Angebote zum Musizieren bieten
Wien (OTS) - Die Musikausbildung in Wien wird derzeit reformiert
und soll, so das Ziel, ab 2015 allen interessierten Kindern einen
Zugang zur Musikausbildung zu ermöglichen. Musikschulen und
-institutionen, aber auch etablierte Wiener Orchester arbeiten
derzeit an Strategien den Stellenwert der Musikstadt Wien weiter
auszubauen und auch den Anteil der musizierenden Kinder, der derzeit
bei rund einem Viertel liegt, zu erhöhen.
"Musik hat in Wien traditionell einen hohen Stellenwert. Durch
Veränderungen, wie zum Beispiel durch den kontinuierlichen Ausbau der
Ganztagsschulen und Ganztagesbetreuung, ist es dringend notwendig,
Musikausbildung in Wien neu zu überdenken und zu positionieren.
Erste Schritt haben wir bereits gesetzt", erklärt Bildungsstadtrat
Christian Oxonitsch im Rahmen eines Pressegespräches am 14. Mai 2012.
In den letzten beiden Jahren wurden bereits die Angebote an den
Schulstandorten verstärkt. Von den 11.356 SchülerInnen der Musik- und
Singschule Wien werden derzeit 4.845 an der Schule bzw. im Rahmen
von Kooperationsprojekten in der Unterrichtszeit unterrichtet.
Oxonitsch: "Es ist mir aber auch wichtig, dass ein strukturierter
Reformprozess unter Einbindung aller Beteiligten durchgeführt wird.
Ich bin mir sicher, dass durch die bessere Nutzung von Synergien und
einheitlicheren Qualitätskriterien SchülerInnen, Schulen, Anbieter
und letztlich auch die Wiener Orchester davon profitieren."
Zentrale Steuerung bringt mehr Flexibilität
Unter dem Titel "Zukunftsbild Musik in Wien 2015+" arbeiten seit
Oktober 2011 unter Federführung der MA 13 - Bildung und Jugend Wiener
Musikschulen und -institutionen an einer neuen Strategie zur
Reformierung der Musikausbildung in Wien. Nach Abschluss der ersten
Phase liegen nun wesentliche Zielsetzungen vor. Dazu gehören die
Schaffung eines abgestimmten und attraktiven Gesamtangebots mit
Schwerpunktsetzungen, mehr Flexibilität in der Angebotspalette, die
Einbindung der Musikschulen in den Schulbetrieb sowie in die
Nachmittagsbetreuung aber auch die Erhöhung des Versorgungsgrades, um
auch mehr Kindern das "Hineinschnuppern" und den Einstieg in die
Musik zu erleichtern.
Durch eine zentrale Steuerung der Ressourcen und
Qualitätssicherungsmaßnahmen soll ein Netzwerk der
Musikausbildungs-Anbieter etabliert werden. "Als Fördergeberin vieler
musikausbildenden Stellen sind wir daran interessiert, zukünftig ein
gemeinsames Dach öffentlicher und privater Anbieter zu schaffen.
Daher soll eine zentrale Ansprech- und Beratungsstelle für das
gesamte Musikausbildungsangebot in Wien installiert werden. Diese
Ansprechstelle stellt eine wichtige Serviceeinrichtung für Eltern und
Kinder dar. Solcherart können passende Angebote von qualifizierten
Anbietern vermittelt werden", stellt Dr.in Martina Schmied, Leiterin
der MA 13 - Bildung und Jugend, fest.
An der Erarbeitung des "Zukunftsbild Musik in Wien 2015+" sind
private Anbieter genauso wie die Musik- und Singschulen Wien, die
Wiener Volkshochschulen, der Stadtschulrat für Wien, die Universität
für Musik- und darstellende Kunst Wien und die Konservatorium Wien
Privatuniversität beteiligt. Aber auch die Wiener Philharmoniker, die
Wiener Symphoniker oder das Radiosymphonieorchester sind
eingebunden, da sie natürlich an einer verstärkten Förderung des
Orchesternachwuchses interessiert sind. "Aufgrund der massiven
gesellschaftlichen Veränderungen ist es dringend notwendig, die
Strukturen zu verändern. Wir wollen eine zeitgemäße, beispielhafte
Musikausbildung schaffen. Einerseits ist dies eine große Chance,
andererseits eine immense Herausforderung. Mit der Hilfe unserer
engagierten Lehrkräfte stellen wir uns optimistisch und
zuversichtlich diesen Aufgaben. Musik ist ganz generell ein überaus
wichtiger Teil der menschlichen Existenz", so Swea Hieltscher,
Leiterin der Musik- und Singschule Wien.
Das Projektteam wird bis Ende 2013 an der konkreten Umsetzungsplanung
arbeiten. Danach startet die Umsetzungsphase.
Rund ein Viertel der Wiener Kinder musiziert
Bereits abgeschlossen ist unter anderem die Erhebung des
Ist-Standes. Im Zuge dessen wurde Anfang 2012 in Kooperation mit dem
Wiener Stadtschulrat in insgesamt 107 Schulen eine repräsentative
Befragung zur Musikausbildung durchgeführt. Die Befragung umfasste
alle Schultypen. Es wurden insgesamt 10.000 Fragebögen ausgegeben,
der Rücklauf betrug 7.900. "Die Ergebnisse haben uns überrascht",
betont Oxonitsch. "Musikausbildung ist in Wien ein
wettbewerbsintensiver Markt. Die Musik- und Singschule Wien ist nur
eine Anbieterin von vielen und der Versorgungsgrad der Wiener Kinder
und Jugendlichen ist gegenüber der langläufigen Meinung höher als
wir bisher vermutet haben."
Musikausbildung muss alle Kinder erreichen
Insgesamt 26 Prozent der SchülerInnen erlernen ein Instrument
und Singunterricht wird von 11 Prozent aller Befragten in Anspruch
genommen. Nach Schultypen geordnet, entfallen auf VolksschülerInnen
27 Prozent, die ein Instrument erlernen. In Allgemein Höherbildenden
Schulen (AHS) beträgt der Prozentsatz knapp 35 Prozent. Darunter
liegen Neue Mittelschulen mit 24,4 Prozent, Hauptschulen mit 19,1
Prozent und Polytechnische Schulen mit 14,1 Prozent. Somit lässt sich
auf höhere Anteile bei höheren Schulabschlüssen schließen. "Wie die
Ergebnisse klar zeigen, müssen wir verstärkt an der
Niederschwelligkeit der Angebote und der sukzessiven Integration in
den Unterricht arbeiten. Wir bekennen uns klar dazu, den Wienerinnen
und Wienern mit geförderten Angeboten sowohl einen Zugang zur Musik,
als auch eine vertiefende Musikausbildung zu ermöglichen. Durch
gezielte Begabtenförderung soll - unabhängig von Herkunft und
finanziellen Möglichkeiten der Eltern - jedem Kind in dieser Stadt
der Weg bis hin zum Studium ermöglicht werden", so Oxonitsch.
Der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die ein Instrument
lernen, beginnt bei knapp 20 Prozent bei den 6-Jährigen und steigt
auf etwa 30 Prozent bei den 11- und 12-Jährigen. Erst bei den
16-Jährigen sind es deutlich weniger, die Instrumentalunterricht
erhalten. Bei den 20-Jährigen sind es nur mehr 13 Prozent.
Privatunterricht und Gitarre am Beliebtesten
Die Verteilung nach Anbietern gestaltet sich folgendermaßen:
Mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen, die Instrumental-
und/oder Singunterricht nehmen, werden privat unterrichtet (53,1
Prozent). 41 Prozent gehen in eine private oder öffentliche
Musikschule. 6 Prozent der Kinder nützen die Angebote der Wiener
Volkshochschulen.
Gitarre und Klavier sind die beliebtesten Instrumente und decken
zusammen mehr als 50 Prozent ab (27,8 und 22,8). Die beiden
Lieblingsinstrumente werden gefolgt von Blockflöte (8,7), Keyboard
(6,5), E-Gitarre (6), Schlagzeug (4,9), Violine (4,2) und Querflöte
(2,4). Andere Holz- und Blechblasinstrumente, tiefe
Streichinstrumente, Harfe, Zither und Cembalo liegen zum Teil über 1
Prozent, zum Teil darunter.
Anmeldung für die Musik- und Singschule ab sofort möglich
Die Anmeldung für die Musik- und Singschule für das
Wintersemester 2012/2013 ist ab sofort in der gewünschten Musikschule
möglich. Mehr Informationen unter www.musikundsingschule.wien.at oder
Tel. 01/4000 - 84410.
Pressebild:http//www.wien.gv.at/pressebild
Rückfragehinweis:
Edith Rudy Mediensprecherin Stadtrat Christian Oxonitsch Tel.: +43 676 8118 81440 mailto:[email protected] www.wien.gv.at/rk/ Elisabeth Pilwachs Musik- und Singschule Wien (MA 13) Telefon: 01 4000-84415 E-Mail: [email protected] www.musikundsingschule.wien.at
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